In-vitro-Diagnostik-Markt

Barbara Schick,

IVD-Industrie: Jahresbilanz 2022 und Ausblick

Aus der Jahresbilanz 2022, die der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) zusammengefasst und ausgewertet hat, ging hervor, dass die Umsätze im deutschen In-vitro-Diagnostik (IVD)-Markt insgesamt 3,54 Milliarden Euro, einschließlich der Corona- und Routinediagnostik, erreichten.

Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Umsätze um 44 Prozent zurück, was das Ende der pandemiebedingten Sonderkonjunktur markiert. Im Jahr 2021 war zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie das höchste Testaufkommen verzeichnet worden. Die Coronadiagnostik machte 2022 noch 37 Prozent des Gesamtmarkts aus, im Vergleich zu 65 Prozent im Vorjahr. Seit Ende des Jahres 2022 ist das Corona-Testen auf eine Restgröße gesunken. Die Routinediagnostik verzeichnete ein flaches Wachstum von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ausblick 2023
Für das laufende Jahr sind die Erwartungen gedämpft. Nur rund ein Drittel der Unternehmen erwartet eine gute oder sehr gute wirtschaftliche Situation. Rund 12 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ihres Unternehmens. Gründe dafür sind der Wegfall des Testaufkommens in der Corona-Diagnostik und die allgemein schwierige Wirtschaftslage. Dennoch bleibt die Investitionsbereitschaft der IVD-Industrie hoch, wobei etwa 10 Prozent des Inlandsumsatzes in Forschung und Entwicklung fließen. Das zeigt sich auch in der Produktpalette: Rund 75 Prozent der Unternehmen planen, im Jahr 2023 neue Produkte auf den Markt zu bringen.

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© VDGH

Die bürokratischen Hürden der seit Mai 2022 geltenden EU-Verordnung über In-vitro-Diagnostika (IVDR) bleiben eine Herausforderung für die Unternehmen. Nach VDGH-Angaben sorge insbesondere die fehlende regulatorische Infrastruktur der Benannten Stellen für einen Flaschenhals beim Inverkehrbringen von IVDs. So sind erst 21 Prozent der aktuellen Produkte nach den neuen Vorgaben zertifiziert. Mit bis zu 36 Monaten hat hier die Prozessdauer einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Folge: Jedes sechste Bestandsprodukt wird vom Markt genommen und weniger Hersteller wollen ihre Innovationen zuerst in Europa auf den Markt bringen.

Quelle: VDGH

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