Kabinett Merz steht

Melanie Steinbeck,

Wer die neuen Ministerinnen und Minister sind

Mit einer Mischung aus politischen Routiniers, Quereinsteigern und frischen Gesichtern stellt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sein Kabinett für die kommenden vier Jahre auf. Besonders für den Bereich Forschung und Gesundheit gibt es spannende Neubesetzungen. Aber auch ein Blick auf das übrige Regierungsteam lohnt sich.

Dorothee Bär (CSU, M) kommt an der CDU-Parteizentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus, zu den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD an. © Michael Kappeler/dpa

Wer wird Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt?

Bereits in den Koalitionsverhandlungen zeichnete sich ihre Ernennung ab: Dorothee Bär (CSU), Digital-Expertin und seit 2002 Mitglied des Bundestags, übernimmt das neu formierte Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. CSU-Chef Markus Söder hatte sie in sein engstes Verhandlungsteam geholt.

Bär zählt zu den bekanntesten Politikerinnen der CSU. Parteiintern ist sie umstritten, dennoch sehen viele in ihr ein großes politisches Talent – das sie bereits als Digital-Staatsministerin unter Angela Merkel unter Beweis stellte. Bei der vergangenen Bundestagswahl wurde sie sogar „bundesweite Erststimmenkönigin“.

Die designierte Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtministerin Dorothee Bär plädiert nach dem schwierigen Anlauf für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für einen Blick nach vorn. „Wenn die Generalprobe nicht so funktioniert, dann der eigentliche Auftritt, und für mich war das jetzt der eigentliche Auftritt", sagte die CSU-Politikerin dem Sender "Welt".

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Merz war im ersten Wahlgang gescheitert. Damit der zweite Wahlgang noch am selben Tag stattfinden konnte, musste der Bundestag mit Zweidrittelmehrheit eine Fristverkürzung beschließen. Die Fraktionen von Union, SPD, Grünen und Linken hatten dies gemeinsam beantragt. Mit der Linken hat die Union eigentlich einen sogenannten Unvereinbarkeitsbeschluss, der „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit" ausschließt.

„Ich finde, dass das heute eine reine Formalie ist. Es geht ja nicht um Inhalte, sondern es geht darum ist unser Land stabil ja oder nein", kommentiert Bär. Die Fraktionen, die zugestimmt hätten, hätten ja nicht Friedrich Merz zum Bundeskanzler gewählt.

Wer wird Gesundheitsministerin?

Nina Warken (CDU) übernimmt das Gesundheitsministerium. Mit ihr zieht eine profilierte Innenpolitikerin an die Spitze des Gesundheitsressorts. Bei den Koalitionsverhandlungen war sie noch Teil der Arbeitsgruppe Inneres, Recht und Migration. Im Bundestag saß die Parlamentarische Geschäftsführerin der Unionsfraktion auch im Ältestenrat.

Baden-Württemberg, Stuttgart: Nina Warken, Bundestagsabgeordnete und Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg, spricht bei der Landesvertreterversammlung der CDU Baden-Württemberg. © Bernd Weißbrod/dpa

Zwar bringt Warken nicht dieselbe langjährige Fachverankerung im Gesundheitswesen mit wie ihr Vorgänger Karl Lauterbach (SPD), sie gilt jedoch als gut vernetzt und durchsetzungsstark. In ihrer Partei ist sie derzeit CDU-Generalsekretärin in Baden-Württemberg.

Alle weitere Ministerinnen und Minister im Überblick

Berlin: Die Mitglieder der neuen Bundesregierung (l-r), Verena Hubertz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Dorothee Bär (CSU), Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Alois Rainer (CSU), Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat, Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung, Carsten Schneider (SPD), Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, Karsten Wildberger (parteilos), Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Karin Prien (CDU), Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Patrick Schnieder (CDU), Bundesminister für Verkehr, Johann Wadephul (CDU), Außenminister, Nina Warken (CDU), Bundesministerin für Gesundheit, Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Reem Alabali-Radovan (SPD), Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Stefanie Hubig (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, und Thorsten Frei (CDU), Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Aufgaben, stehen bei der Ernennung der neuen Bundesministerinnen und Bundesminister im Schloss Bellevue zusammen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) für ein Gruppenbild zusammen. Nach Wahl, Ernennung und Vereidigung des neuen Bundeskanzlers werden die Mitglieder des Bundeskabinetts von Bundespräsident Steinmeier im Schloss Bellevue ernannt und darauf folgend im Bundestag vereidigt. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Finanzen/Vizekanzler – Lars Klingbeil (SPD):
Lars Klingbeil hat sich in kurzer Zeit bei der SPD in eine absolute Machtposition gebracht. Als Generalsekretär verhalf er 2021 Olaf Scholz ins Kanzleramt, danach stieg der Niedersachse zum Parteichef auf. Nach dem Debakel bei der Wahl 2025 griff er zusätzlich nach dem Fraktionsvorsitz, jetzt wird Klingbeil als Vizekanzler der zweite starke Mann in der Regierung Merz.

Eigentlich brennt der 47-Jährige für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt muss er sich ins mächtige Finanzressort einarbeiten. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte.

Außen – Johann Wadephul (CDU):
Es wirkte schon länger so, als würde sich der 62-Jährige für die Nachfolge von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) warmlaufen. Zuletzt besuchte er die Außenminister Frankreichs, Polens und deren Kollegen aus Italien und Großbritannien. Mit dem gebürtigen Husumer und verheirateten Vater dreier Kinder stellt die CDU erstmals seit fast 60 Jahren wieder den Außenminister. Seit 2009 sitzt der Jurist und Ex-Zeitsoldat im Bundestag, er gilt als Vertrauter von Merz. Dieser dürfte hoffen, im Gleichklang mit Wadephul Außenpolitik machen zu können - anders als bei der Ampel, wo sich Baerbock gerne mit einem eigenständigen Kurs von Kanzler Scholz absetzte.

Inneres – Alexander Dobrindt (CSU):
Der langjährige CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt gilt als geschickter Wahlkampfmanager und Unterhändler. Der Öffentlichkeit ist der 54-Jährige dagegen eher als konservativer Scharfmacher und Ex-Verkehrsminister im Kabinett von Angela Merkel (CDU) bekannt.

In den Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD gelang es ihm nach Angaben von Teilnehmern vor allem in der kritischen Schlussphase, Brücken zu bauen und Kompromisse zu finden. Das Amt des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur (2013 bis 2017) brachte ihm unter anderem wegen der umstrittenen Pkw-Maut reichlich Kritik ein. Nun muss er als Innenminister zeigen, dass er den harten Unionskurs in der Asylpolitik auch umsetzen kann - keine einfache Aufgabe.

Arbeit/Soziales – Bärbel Bas (SPD):
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas (SPD) in den vergangenen dreieinhalb Jahren einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik.

Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die 57-Jährige wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war.

Wirtschaft/Energie – Katherina Reiche (CDU):
Die Nominierung der 51-jährigen Katherina Reiche als Wirtschaftsministerin ist eine Überraschung. 1998 war sie mit 25 Jahren in den Bundestag eingezogen, dem sie bis 2015 angehörte. Sieben Jahre davon war sie Parlamentarische Staatssekretärin, saß auch im CDU-Bundesvorstand.

Die geborene Brandenburgerin gilt als selbstbewusst, ehrgeizig und bestens vernetzt. Von 2005 bis 2009 war Reiche stellvertretende Chefin der Unionsfraktion. Die Diplom-Chemikerin wechselte 2015 zum Verband kommunaler Unternehmen, der viele Stadtwerke vertritt. Fünf Jahre später übernahm sie den Vorsitz des Energieversorgers Westenergie. Wie bekanntwurde, sind sie und der frühere Verteidigungs- und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ein Paar.

Verteidigung – Boris Pistorius (SPD):
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt - schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 "Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime" für die Bundeswehr ausrief, legte der 65-jährige Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren.

Der Jurist Pistorius wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt ("das schönste Amt der Welt"). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten.

Justiz – Stefanie Hubig (SPD):
Stefanie Hubig (56) ist seit 2016 Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz. In der Kultusministerkonferenz ist sie seit 2024 zudem Koordinatorin der SPD-geführten Länder. Doch in Berlin kennt man die SPD-Politikerin vor allem in einer anderen Rolle. Im Bundesjustizministerium begann sie im Jahr 2000 und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium.

Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats.

Digitalisierung/Staatsmodernisierung – Karsten Wildberger (parteilos):
Mit Karsten Wildberger (parteilos) übernimmt ein Top-Manager das neue Digitalministerium. Als Vorstandschef des Ceconomy Konzerns und Vorsitzender der Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding bringt der 55-Jährige Praxiserfahrung mit.

In den vergangenen Jahren gehörte die digitale Transformation zum Kern seiner Tätigkeiten. Internationale Führungspositionen bekleidete Wildberger auch bei T-Mobile, Vodafone und beim australischen Telekommunikationsunternehmen Telstar. Von 2016 bis Sommer 2021 war er dann beim Energiekonzern E.ON als Vorstandsmitglied für den digitalen Wandel zuständig. Wildberg stammt aus Gießen, hat Physik studiert und auch promoviert.

Verkehr – Patrick Schnieder (CDU):
Der designierte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) ist seit 2009 Mitglied des Bundestags. Der 57-Jährige hat den Wahlkreis Bitburg direkt gewonnen. In der vergangenen Legislaturperiode war der Jurist Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - und damit Mitglied des Führungskreises um Fraktionschef Merz.

Schnieder war daneben unter anderem auch stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss. In seiner künftigen Position dürfte er eine Schlüsselrolle haben bei der Umsetzung des riesigen Sondervermögens für Infrastruktur. Ein großer Teil des 500 Milliarden Euro schweren Sondertopfs dürfte in den Verkehr fließen, um marode Brücken und das Schienennetz zu sanieren.

Wohnen/Bauwesen – Verena Hubertz (SPD):
Die neue Bauministerin Verena Hubertz ist eine politische Senkrechtstarterin. Die 37-Jährige ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen.

Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.

Bildung/Familie – Karin Prien (CDU):
CDU-Bundesvize Karin Prien gilt als eine der profiliertesten Bildungspolitikerinnen in der Union. Seit 2017 ist sie Bildungsministerin in Schleswig-Holstein. Sie ist stellvertretende CDU-Landeschefin, seit 2022 zudem stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU.

Prien ist meinungsstark und scheut keine Debatte. Vor ihrer Zeit im nördlichsten Bundesland war die Rechtsanwältin sechs Jahre lang Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. Prien lebt in Hamburg und hat drei Kinder. Die ehrgeizige Juristin ist leidenschaftliche Köchin. Ihre Familie war vor den Nazis in die Niederlande geflohen. Die 59-Jährige und ihr jüngerer Bruder wurden in Amsterdam geboren.

Umwelt/Klimaschutz – Carsten Schneider (SPD):
Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen.

Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar. Er versteht sich gut mit dem künftigen Vizekanzler Klingbeil - die beiden waren sogar gemeinsam im Rennrad-Urlaub.

Ernährung/Landwirtschaft/Heimat – Alois Rainer (CSU):
Der Niederbayer und bisher wenig bekannte Bundestagsabgeordnete übernimmt ein ressourcenstarkes Ministerium. Er ist seitens der CSU der Unbekannte im neuen Kabinett: Alois Rainer, seit 2013 im Bundestag, wird Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat. Einer breiten Öffentlichkeit ist der 60-Jährige bisher nicht bekannt - auch wenn er bei der Bundestagswahl auf CSU-Listenplatz fünf kandidierte und sein Name damit auf allen Stimmzetteln in Bayern zu lesen war.

Der Niederbayer ist nur Söders zweite Wahl für den Ministerposten - bereits im Wahlkampf hatte der CSU-Chef immer Bayerns Bauernpräsidenten Günther Felßner als seinen Wunschkandidaten benannt. Dieser hatte aber im März nach Protesten von Umwelt- und Tierschützern gegen seine Person aufgegeben.

Kanzleramt – Thorsten Frei (CDU):
In den Ampel-Jahren ist der 51-Jährige als Manager der Unionsfraktion einer der wichtigsten Vertrauten von Merz geworden. Er gilt als akribischer Arbeiter und in so gut wie allen wichtigen politischen Themen sattelfest. Seit 2013 sitzt der eloquente Jurist im Bundestag, er ist gefragter Gast in Talkshows.

Im Kanzleramt soll Frei künftig für seinen Chef Fallstricke aus dem Weg räumen, einen reibungslosen Regierungsablauf sichern und Kontakt zu den Ländern halten. Kritiker bemängeln, dem verheirateten Vater dreier Kinder fehle Regierungserfahrung. Das politische Handwerk hat Frei in seinem Heimatland gelernt: Von 2002 bis 2004 war er Regierungsrat im Staatsministerium Baden-Württemberg, von 2004 bis 2013 Oberbürgermeister von Donaueschingen.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - Reem Alabali-Radovan (SPD): 
Auch Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war die 35-Jährige Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern.

Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter. Als Integrationsbeauftragte machte sie damals keine lange Pause.

Mit dieser Regierungsmannschaft startet Friedrich Merz in eine neue Legislaturperiode. Gerade in den Bereichen Forschung, Digitalisierung und Gesundheit stehen entscheidende Weichenstellungen bevor, die auch die Laborwelt intensiv beschäftigen werden.

Quelle: dpa

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