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Nanotechnologie in der Analytik soll Industrie und Umwelt helfen

Die Firma CS-Service wird in den kommenden zwei Jahren gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich und der Firma Chemical Consulting Dornseiffer (CCD) untersuchen, wie Nanopartikel in der Analytik eingesetzt werden können, um bekannte chromatographische Trennverfahren zu verbessern. Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, überreichte gestern dazu Förderbescheide über insgesamt 200000 Euro. Die Mittel kommen aus der Fördermaßnahme KMU-innovativ Nanotechnologie.

"In der Nanotechnologie übernehmen kleine und mittlere Unternehmen eine Schlüsselrolle im Innovationsprozess", betonte Thomas Rachel. "Mit dieser Fördermaßnahme setzen wir auf das Innovationspotenzial gerade von kleinen und mittleren Unternehmen im Bereich der Spitzenforschung."

Chromatographische Analysenverfahren zur Trennung von Stoffgemischen werden in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie eingesetzt, um Substanzen während des Produktionsprozesses zu erkennen. Aber auch bei der Überwachung der Umwelt ist dieses Verfahren von größter Bedeutung, um Einzelkomponenten zu identifizieren. Die Analysen dauern jedoch in der Regel einige Minuten bis zu einer Stunde und liefern nur Momentaufnahmen, beispielsweise eines Produktionsprozesses. Der Einsatz von Nanopartikeln könnte dagegen Messungen im Sekundenbereich ermöglichen, denn Nanopartikel und daraus zusammengesetzte Schichten schaffen eine sehr große aktive Oberfläche, an der die Stoffgemische schneller in ihre Einzelkomponenten zerlegt werden. Auch bei der Genauigkeit erhofft sich Projektleiter Dr. Volker Lorbach (CS) neue Potenziale: "Durch den Einsatz der Nanotechnologie im Bereich der Chromatographie werden wir wahrscheinlich in einigen Fällen Substanzen erkennen, die wir mit unseren bisherigen Methoden übersehen haben. Dies wäre unter anderem für die Qualitätskontrolle pharmazeutischer Erzeugnisse und für die Bestimmung von Umweltschadstoffen ein deutlicher Gewinn."

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Prof. Andreas Wahner, Projektpartner und Direktor des Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre des Forschungszentrums Jülich, ist gespannt auf den Projektverlauf: "Einerseits kann das vorhandene Know-how im Bereich der Nanotechnologie durch Kooperation mit der Industrie nun auch wirtschaftlich genutzt werden, zum anderen versprechen wir uns von den Ergebnissen verbesserte Möglichkeiten, um mit höherer Zeitauflösung die Zusammensetzung unserer Atmosphäre zu untersuchen."

Im Forschungszentrum arbeiten die Atmosphärenforscher seit langem mit Nanopartikeln an der Entwicklung von Abgaskatalysatoren und verfügen über Möglichkeiten, diese genau zu charakterisieren. Die Firma CCD stellt seit rund zehn Jahren maßgeschneiderte Nanopartikel für die Forschung her, insbesondere in den Bereichen Elektrokeramik und Katalyse. Die Firma CS ist seit 25 Jahren im Bereich der Entwicklung und Produktion von Trennsäulen für die Chromatographie tätig. Daher nimmt Helmut Römer, Geschäftsführer von CS, den Namen der BMBF-Fördermaßnahme "NanoChance" auch wörtlich. "In diesem Verbundprojekt steckt ein Potenzial an Know-how, das sonst kaum anzutreffen ist und uns als mittelständisches Unternehmen in die Lage versetzt, Innovationen zu entwickeln, die sonst nur aus der Großindustrie kommen können."

Im Bild von links: Prof. Andreas Wahner (Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre, Forschungszentrum Jülich), Prof. Achim Bachem (Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich), Dr. Michael Gleiche (VDI), Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel (BMBF), Helmut Römer (Geschäftsführer CS), Dr. Volker Lorbach (CS), Alice Büttner (Geschäftsführerin CS), Dr. Robert Wegener (Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre, Forschungszentrum Jülich), Gerhard Deuster (Geschäftsführer CS), Dr. Jürgen Dornseiffer (Chemical Consulting Dornseiffer), Josef Wirtz (MdL), Heinrich Göbbels (Bürgermeister Langerwehe). Foto: Forschungszentrum Jülich.

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