Forschung zur Autophagie

Zellbiologe Yoshinori Ohsumi erhält Nobelpreis für Medizin

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den Japaner Yoshinori Ohsumi für die Entdeckung des sogenannten Autophagie-Mechanismus. Dieser spielt unter anderem bei der Zersetzung von Zellbestandteilen eine Rolle. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den Japaner Yoshinori Ohsumi für die Entdeckung des sogenannten Autophagie-Mechanismus. (Bild: Tokyo Institute of Technology).

Ohsumi, geboren 1945, „entdeckte und erforschte Mechanismen, die der Autophagie zugrunde liegen, hieß es vom Institut. „Dabei handelt es sich um einen grundsätzlichen Prozess, um Zellkomponenten abzubauen und zu recyceln.“ Das dient der Gesunderhaltung des Körpers. Ohsumi arbeitet am Institute of Technology in Tokio.

Ohsumi selbst sieht seine Forschungsarbeit als noch nicht beendet an. "Seit 27 Jahren arbeite ich an dem Thema, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich das alles verstanden habe. Es gibt noch vieles zu entdecken, und ich möchte meine Forschung weitertreiben", sagte der 71-Jährige am späten Montagabend dem japanischen Fernsehsender NHK.

„Die genetischen Veränderungen bei der Autophagie können Krankheiten verursachen“, heißt es in der Erklärung des Instituts zur Begründung für die Auszeichnung. „Der Prozess der Autophagie hat mit Leiden wie Krebs oder auch neurologischen Krankheiten zu tun.“

Der Preis ist mit acht Millionen schwedischen Kronen dotiert, umgerechnet rund 830.000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen). Verliehen wird er zusammen mit den anderen Nobelpreisen am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

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Im vergangenen Jahr hatten die Parasitenforscher Youyou Tu, William C. Campbell und Satoshi Omura den begehrten Preis bekommen.

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