VCI-Schlaglicht Februar 2026

Melanie Steinbeck,

Pharmaindustrie mit Wachstum in 2025 und unsicherem Start ins neue Jahr

Das VCI-Schlaglicht Februar 2026 zeigt: Die deutsche Pharmaindustrie konnte 2025 Produktion und Umsatz  steigern. Die Produktion legte um 4,5 Prozent zu, die Umsätze stiegen bei leichtem Preisanstieg um 5,5 Prozent. Zahlen, die Stabilität signalisieren. Und doch überlagert eine spürbare Verunsicherung die positive Bilanz.

ifo-Geschäftsklima Pharmaindustrie © ifo / Verband der Chemischen Industrie (VCI)

In den vergangenen Monaten gingen die Bestellungen aus dem Inland zurück. Die Unternehmen berichten von einer zurückhaltenden Nachfrage und bewerten ihre aktuelle Lage entsprechend vorsichtig. Während das heimische Geschäft an Dynamik verliert, zeigt sich das Auslandsgeschäft weiterhin robust – trotz geopolitischer Spannungen, Zollkonflikten und instabiler Handelsbeziehungen.

Pharmaindustrie im Inland unter Druck, Ausland bisher stabil

Die Erwartungen für die kommenden Monate haben sind getrübt. Viele Betriebe rechnen mit zunehmendem Druck im Inland. Öffentliche Haushalte stehen unter Sparzwängen, auch private Budgets geraten unter Druck. Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck durch Importe aus Asien. Anders das Bild beim Export: Hier bleibt die Branche zu Jahresbeginn optimistisch. Das Auslandsgeschäft gilt weiterhin als Stabilitätsanker der innovativen Pharmaindustrie.

Export bleibt Stützpfeiler der Pharmaindustrie

Mehr als 60 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet die Branche im Export. Einer der wichtigsten Märkte ist die USA. Rund ein Viertel der Ausfuhren gehen dorthin. Doch gerade hier liegt Unsicherheit: Pharmazölle stehen weiter im Raum. Sollten sie umgesetzt werden, wären die Folgen für deutsche Hersteller erheblich und würden bestehende Liefer- und Wertschöpfungsketten spürbar belasten.

Anzeige

„Die Pharmaindustrie ist elementar für Deutschland – und trotzdem gewinnt in der politischen Debatte immer das Kostenargument. Der Druck bei den Unternehmen nimmt zu. Aus den USA drohen Zölle und die Abhängigkeit von China bei kritischen Wirkstoffen steigt massiv. On top kommt die Dauerbaustelle Standort Deutschland. Wir setzen auf den Pharma- und Medizintechnikdialog der Bundesregierung. Am Ende müssen schnellere Genehmigungen und weniger Regulierungen stehen. Mit einer starken Forschungsförderung und fairen globalen Wettbewerbsbedingungen bleibt der Standort Deutschland zukunftsfähig“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie, Wolfgang Große Entrup.

Damit wird deutlich: Trotz solider Kennzahlen steht die Branche vor strukturellen Herausforderungen. Wachstum entsteht vor allem dort, wo internationale Märkte offen bleiben und politische Rahmenbedingungen Planungssicherheit bieten.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Neuer Eigentümer

Domo-Chemiewerk in Leuna gerettet

Das Chemiewerk Domo Caproleuna in Leuna wird nicht stillgelegt. Eine von InfraLeuna und Leuna-Harze gegründete Auffanggesellschaft hat den Standort übernommen und damit 436 Arbeitsplätze gesichert. Zugleich hat das zuständige Gericht das...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren