Ressourcen-Effizienz

Denkfabrik soll Technologien zukunftsfest machen

Ein gemeinsamer Think Tank von Industrie, KIT und dem Land Baden-Württemberg soll in den nächsten Jahren disziplinübergreifend Konzepte zum effizienten Umgang mit Rohstoffen für den Hochtechnologiestandort Deutschland entwickeln.

Viele Mineralien können je nach ihren spezifischen Eigenschaften nachgefragte und knappe Rohstoffe etwa für die Bauindustrie sein. (Foto: Nicole Brinnel/KIT)

Der Mengenbedarf an Energie und Rohstoffen der wachsenden Weltbevölkerung wird stetig steigen. Die zunehmende Technisierung erfordert zudem auch eine größere Anzahl von Rohstoffen. Etwa Lithium für Batterien oder Seltene Erden für Katalysatoren und Elektromotoren. Den Bedarf nachhaltig, verlässlich und ökonomisch zu befriedigen, wird eine große Herausforderung für Hochtechnologiestandorte wie Deutschland. Lösungskonzepte soll der „Thinktank Industrielle Ressourcenstrategien“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) liefern, der nun durch das Land Baden-Württemberg und die Industrie mit bis zu 2 Mio. Euro pro Jahr für zunächst vier Jahre gefördert wird.

„Mit dem Think Thank ‚Industrielle Ressourcenstrategien‘ schaffen wir eine bundesweit einmalige Institution, die als Vordenker im Bereich Rohstoff- und Ressourceneffizienz wirken und zu innovativen Lösungen in diesem Bereich maßgeblich beitragen soll“, sagte Ministerpräsident Kretschmann. „Durch die Unterstützung ressourceneffizienter Technologien machen wir unseren Wirtschaftsstandort zukunftsfest und sparen gleichzeitig nicht nachwachsende Rohstoffe und Energie ein.“

Baden-Württemberg verfüge außer über Sand, Kies und Steine über keine nennenswerten eigenen Rohstoffe, erklärte Umweltminister Franz Untersteller. „Das bedeutet, dass unsere Unternehmen in hohem Maße vom Rohstoffimport abhängig sind und von allen damit verbundenen Unwägbarkeiten bis hin zu unkalkulierbaren Rohstoffpreisen. Diese Situation ist ein Zukunftsrisiko. Wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern und damit Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze und Wohlstand in unserem Land erhalten wollen, müssen wir dieses Risiko durch Effizienz und Recycling von Rohstoffen minimieren. Der Think Tank kann und wird die Unternehmen dabei unterstützen.“

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Hintergrund

Die Industrie ist stark von Rohstoffen abhängig. Und der Bedarf an Stoffen wie Platin, Magnesium, Kobalt oder Metallen der Seltenen Erden wächst weiter, da neue Technologien etwa aus Elektromobilität und Energiewende darauf basieren. Rohstoffe im Umlauf zu halten und über das Recycling zu gewinnen, macht doppelt Sinn. Einmal, um die Wertschöpfung im Land zu halten, und dann, um weniger abhängig von Rohstoffimporten zu sein. Konzepte für ressourcensparenden Einsatz sowie Recycling sind daher wichtige Aufgabe der Denkfabrik. Sie soll Ideen liefern und eingefahrene Denkpfade verlassen. Politik und Industrie soll das Forschungsinstitut bei technologisch-strategischen Fragen zu Rohstoffen beraten.

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