Scherer-Medaille 2025

Barbara Schick,

Klaus P. Kohse ausgezeichnet

Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. (DGKL) hat Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Klaus Peter Kohse mit der Scherer-Medaille geehrt. Diese Auszeichnung ist die höchste der Fachgesellschaft würdigt sein Lebenswerk und seine herausragenden Verdienste um die Wissenschaft und die Weiterentwicklung der Laboratoriumsmedizin.

Prof. Dr. Dr. Klaus Peter Kohse. © Franziska Werner/DGKL

Die Verleihung erfolgte am 22. Oktober im feierlichen Rahmen der MedLabAwards 2025 durch den amtierenden DGKL-Präsidenten, Prof. Dr. Harald Renz. Die Fachgesellschaft würdigt ihn als brillanten Wissenschaftler, unermüdlichen Gestalter und wichtigen Mentor des Fachgebiets. Sein jahrzehntelanges Engagement auf nationaler und internationaler Ebene habe die Laboratoriumsmedizin nachhaltig geprägt.

Professor Klaus P. Kohse ist Klinischer Chemiker und Facharzt für Laboratoriumsmedizin. Nach seiner naturwissenschaftlichen Promotion in Bochum und der medizinischen Promotion in Stuttgart und Tübingen absolvierte er seine Weiterbildung unter Professor Herrmann Wisser in Stuttgart sowie in Ulm und mit einem Forschungsaufenthalt als Postdoctoral Fellow an der Stanford University Medical School im Labor des Nobelpreisträgers Ferid Murad.

1992 wechselte er nach Oldenburg, wo er bis 2020 als Direktor des Instituts für Laboratoriumsdiagnostik und Mikrobiologie am Klinikum Oldenburg wirkte und zeitweise auch das Amt des Ärztlichen Direktors innehatte. Kurz nach der Gründung der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wurde er dort 2013 zum Professor für Klinische Chemie und Pathobiochemie ernannt und gestaltete als zwischenzeitlicher Studiendekan den Aufbau der medizinischen Ausbildung maßgeblich mit.

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Die Bandbreite seiner Forschungsbereiche reicht von der Biochemie des Muskels, der Entwicklung von Immunoassays und dem Carnitin-Stoffwechsel bei Nierenerkrankungen über adrenerge Rezeptoren und kardiale natriuretische Peptide bis hin zu wegweisenden Arbeiten über Referenzintervalle in der pädiatrischen Laboratoriumsmedizin.

Sein Engagement für die Fachgesellschaften ist außergewöhnlich. Seit 1983 Mitglied der DGKC und seit 1995 der DGLM, war er bereits lange vor dem Zusammenschluss zur DGKL aktiv. In der DGKL bekleidete er zahlreiche Ämter, darunter als Präsidiumsmitglied und Schriftführer. Er engagierte sich als Referent beim Repetitorium und Mitglied der Prüfungskommission zum Klinischen Chemiker und war 2017 Kongresspräsident des DKLM in Oldenburg. Auch international brachte er seine Expertise als Schatzmeister der European Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (EFLM) und als Repräsentant der DGKL in der International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (IFCC) ein. Und sein Wirken als Ringversuchsleiter für Klinische Chemie, bestellt durch die Bundesärztekammer, und als Berater des Referenzinstituts für Bioanalytik (RfB) rundet sein umfassendes Profil ab.

Über die Scherer-Medaille

Die Scherer-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DGKL. Sie wird vom Präsidium an Experten verliehen, die sich durch ihre herausragenden Leistungen in der Wissenschaft und der Förderung der Klinischen Chemie auszeichnen. Sie ist nach dem Hofrat Professor Dr. Johann Joseph von Scherer (1814–1869) benannt, der als Pionier auf dem Gebiet der Klinischen Chemie gilt.

Weitere Auszeichnungen

Zu den vergebenen Preisen gehören auch der Gábor-Szász-Preis, der Förderpreis Digitales Labor und der Ivar-Trautschold Nachwuchsförderpreis. Der Gábor-Szász-Preis zeichnet hervorragende Arbeiten in der Klinischen Chemie und Pathobiochemie aus. Gestiftet im Andenken an Gábor Szász und gesponsert von Roche Diagnostics Deutschland, ist er mit 15000 Euro dotiert. Preisträgerin ist Prof. Dr. Maike Frye, Leiterin der Arbeitsgruppe Vascular Biology am Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Der Förderpreis Digitales Labor honoriert Optimierungen von Prozessen und Schnittstellen im Labor, etwa durch Erkennung präanalytischer Fehler, Analyse von Messergebnissen oder Einsatz künstlicher Intelligenz. Gesponsert von der Limbach Gruppe, umfasst er 15 000 Euro. Die Preisträger sind in diesem Jahr Frau Dr. Yadwinder Kaur und Herr Dr. Dr. Armin Piehler.

Der Ivar-Trautschold Nachwuchsförderpreis unterstützt junge Wissenschaftler für hervorragende Beiträge in der Klinischen Chemie und Pathobiochemie. Gesponsert von Sonic Healthcare Germany, beträgt die Dotation 10 000 Euro. Preisträgerin 2025 ist Dr. Dr. Silke Meyer-Zimmermann.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin

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