Science bridges cultures – Wissenschaft verbindet

Gemeinsamer Aufruf zur Beteiligung am kommenden "March for Science"

Am 14. April 2018 findet der zweite March for Science statt. In vielen Städten Deutschlands werden wieder tausende Menschen – nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – auf die Straße gehen, um für die Wissenschaft zu demonstrieren.

March for Science in Berlin: Make Science Great Again! (Bild: Wikimedia Commons / Michael Gerloff)

Neben vielen Transparenten wird man hier und da die Worte „Science Bridges Cultures“ auf Ansteck-Buttons bemerken können. Denn unter diesem Motto haben fünf wissenschaftliche Fachgesellschaften ihre insgesamt über 130 000 Mitglieder zur Teilnahme aufgerufen: Der Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo), die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) sowie der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) unterstützen so den March for Science 2018.

Verharmlosung von Fakten bedroht Leben
Die großen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften wollen damit ein gemeinsames Zeichen setzen, dass exakte und sorgfältige Wissenschaften essentiell für eine moderne Gesellschaft sind und nicht für populistische Thesen zurechtgebogen werden dürfen. Die Freiheit von Forschung und Lehre und die Freiheit der Meinungsäußerung müssen gewahrt werden. Wissenschaftliche Fakten dürfen nicht geleugnet, relativiert oder „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden. Wenn Erkenntnisse wie der menschenverursachte Klimawandel verharmlost und Initiativen gegen die Erderwärmung eingestellt oder zurückgefahren werden, dann bedroht das mittelfristig das Leben von Millionen Menschen.

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Professor Rolf-Dieter Heuer, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft betont: „Die Physik ist das Paradebeispiel einer empirischen Wissenschaft, die Theorien immer auf Basis von Experimenten bestätigt, gegebenenfalls modifiziert oder als falsch erkennt und ad acta legt. Für diese Einordnung bedarf es eines freien und mit rationalen Argumenten geführten wissenschaftlichen Diskurses“. „Wissenschaftliche Fakten bilden die essentielle Grundlage für die politisch-gesellschaftliche Debatte“, sagt auch Professor Bernd Müller-Röber, Präsident des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland. „Wir wenden uns gegen alle Bestrebungen, evidenzbasierte Aussagen durch ‚alternative Fakten‘ zu ersetzen“.

Grenzenlose Wissenschaft
Wissenschaft ist international und lebt von Kooperationen über Grenzen hinweg. Daraus folgt, dass der freie Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Nationalitäten nicht eingeschränkt werden darf. „Der VBIO kritisiert alle Ansätze, die Freiheit von Forschung und Lehre einzuschränken und den freien, nationale Grenzen überschreitenden Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu behindern“, so VBIO-Präsident Müller-Röber. Und Professor Martin Meschede, Präsident des Dachverbandes der Geowissenschaften betont: „Die Geowissenschaften sind eine a priori grenzenlose Wissenschaft. Geowissenschaftliche Fakten sind nicht an Staatsgrenzen gebunden. Ein freier und unabhängiger Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen ist für jeden Geowissenschaftler zwingend notwendig“.

Wissenschaftliche Fakten sind nicht verhandelbar
DMV-Präsident Professor Michael Röckner sagt: „Es ist der Deutschen Mathematiker-Vereinigung wichtig, entschieden gegen die Verfälschung von wissenschaftlicher Wahrheit einzutreten. Wir befürworten den grenzenlosen Austausch von wissenschaftlichen Ideen. Alle Akteure müssen dafür frei forschen und reisen können.“ Wenn die Erkenntnisse von Forschung und Wissenschaft nur noch als eine mögliche Meinung von vielen dargestellt werden, verlieren sie ihre Bedeutung und der Wissenschaft wird letztlich ihre Existenzberechtigung entzogen. Die wissenschaftliche Wahrheit muss immer das Maß aller Dinge bleiben, auch und gerade dann, wenn sie unbequem ist. Dr. Matthias Urmann, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker, weist auf die Selbstverpflichtung der Chemiker hin. „Der Verhaltenskodex, der Teil unserer Satzung ist, verpflichtet jedes Mitglied, für Freiheit, Toleranz und Wahrhaftigkeit in der Wissenschaft einzutreten. Bei der Erarbeitung, Anwendung und Verbreitung von chemischem Wissen sind wir der Wahrheit verpflichtet. Wir dürfen es daher nicht hinnehmen, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse geleugnet oder durch ‚alternative Fakten‘ ersetzt werden." Wissenschaftliche Fakten als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses sind nicht verhandelbar.

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