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Sichere Chemietransporte

Kunden verlangen gesteigerte Sicherheit für ihre Mitarbeiter. Beim Transport von Chemieprodukten in Oktabins - das sind achteckige Kartonagen, in denen Granulate und Schüttgut aller Art auf Lkw verladen werden - stehen Ladungssicherer immer wieder vor Herausforderungen. Sie sollen verhindern, dass die Behälter verrutschen, einknicken oder ihr Inhalt nach außen dringt. Dabei müssen Personen immer geschützt sein. Mit einem neuen Sicherungssystem muss der Fahrer jetzt die Ladefläche nicht mehr betreten.

"Chemie-Marktführer BASF hat die Neuentwicklung bei uns initiiert", erzählt Volker Pfeiffer von Seifert Logistics in Ulm. Für das neue System LaSiChem mit dem Klickverschluss setzt sich der Leiter Qualitäts- und Schadensmanagement der Logistikgruppe persönlich ein. Das Vorgängersystem ist schon seit etwa zwei Jahren erfolgreich im Einsatz, jetzt fügte Pfeiffer einen Klickverschluss hinzu, mit dem Verlader schneller und sicherer be- und entladen.

Für das weltweit agierende Chemieunternehmen BASF hat Gesundheitsschutz einen hohen Stellenwert. Deshalb finden Lösungen dort Wohlwollen, die Fahrer und Verlader keiner unnötigen Gefahr aussetzen. "Bei der BASF geben wir Sicherheit immer Vorrang - das gilt für Arbeits-, Anlagen-, Transport- und Produktsicherheit", betont Ulrich von Deessen, Leiter des Kompetenzzentrums Umwelt, Gesundheit und Sicherheit. Dazu wird das Unternehmen Optimierungsmaßnahmen in den Betrieben fortsetzen und in Neuanlagen investieren. Zur Verbesserung von Arbeits- und Transportsicherheit will das Unternehmen die Unfallzahlen bis 2020 deutlich senken: Arbeitsunfälle seit dem Jahr 2002 um 80 %, Transportunfälle ab 2003 um 70 %.

Petko Petkov ist Leiter der EU-Disposition bei einem Logistikdienstleister in Varna (Bulgarien). Wünschen seiner A-Kunden widmet sich der Abteilungsleiter persönlich. Seit zwei Jahren verwendet er das neue Ladungssicherungsystem LaSiChem von Seifert Logistics beim Transport chemischer Erzeugnisse bei etwa zehn Fahrten in der Woche.

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Der Verlader bleibt am Boden: Sicherheitsbeauftragter Volker Pfeiffer zeigt, wie sich Oktabins mit dem neuen System vom Boden aus sichern lassen.

Das System besteht aus einer Plane, die der Versender über die Weichverpackungen legt. An dieser sind bereits alle Sicherungsgurte befestigt. "Falsch sichern geht mit dem System gar nicht, denn alle Gurte befinden sich sofort am richtigen Platz", erläutert der Entwickler des Systems. "Es ist übersichtlich, sogar für Anfänger", bestätigt der Abteilungsleiter EU-Disposition Petkov und ergänzt "LaSiChem ist eine kompakte und sehr leicht zu bedienende Lösung für die Ladesicherung bestimmter Waren. Hier ist kein zusätzliches Hilfsmittel nötig, egal ob es sich um eine Komplettladung oder Teilpartie handelt." Zur besseren Handhabung sind die Gurte außerdem in verschiedenen Farben, rot und grün, gehalten.

Einzelteile der Ladung müssen auf dem Fahrzeug so verstaut und gesichert sein, dass sich ihre Lage während des Fahrens nur geringfügig ändern kann. Inhalte der Oktabins verhalten sich wie Flüssigkeiten, sind also in Kurven und beim Bremsen träge und instabil. Vergleichen kann man das mit einem überschwappenden Wasserfass. Weil in den Kartonagen oft Gefahrgüter auf die Straße gebracht werden, darf der Inhalt auf keinen Fall nach außen dringen. Seit April ist Seiferts patente Lösung von der DEKRA zertifiziert und wird seit Mai bei Chemietransporten unter anderem nach Frankreich eingesetzt. "Ladungssicherung muss heute einerseits gesetzliche Ansprüche erfüllen und auf der anderen Seite wirtschaftlich sein", sagt Rudolf Sander von der DEKRA Augsburg, der das System zertifizierte. Deshalb müsse Ladungssicherung schnell und effizient sein. Und bei Seiferts LaSiChem reicht eine Person für das Sichern aus. "Verstärkte Seitenwände oder aufwändige Aufbauten braucht das System nicht. Eine normale Zurrschiene reicht aus, weil das System so stabil ist", weiß Pfeiffer.

Die Ladung kann alternativ durch Zurrgurte, Klemmbalken, rutschhemmende Matten oder Transportschutzkissen gesichert werden. Auch Formschluss gilt im Sinne des Gesetzgebers als angemessene Sicherung. Aber jede der aufgezählten Varianten oder gar deren Kombination kostet den Fahrer Zeit. Und Zeit ist im Transportsektor bekanntermaßen Geld.

Tests zeigen, dass bei einem Gewicht von bis zu 1,2 Tonnen keine Verformung stattfindet. Selbst bei starker Verzögerung, Beschleunigung oder Kurvenlage. Zwei, vier oder sechs Oktabins werden gleichzeitig gesichert. Damit ist das System im Teil- sowie im Komplettladungsverkehr einsetzbar.

Beim Logistikdienstleister machen Transporte mit Oktabins 15 % der Sendungen aus. Als langjähriger Gefahrgut-Spediteur fährt die Seifert-Gruppe für die großen Chemie-Konzerne und ist zugelassen für Transporte unter sensiblen Bedingungen. Darunter Fahrten mit Big Bags auf Paletten und losen Granulaten in Silofahrzeugen. Die Gefahrgut-Profis lagern auch Paletten und Silos entsprechend internationaler Vorschriften. Die Gruppe ist SQAS-zertifiziert, ein Gütesigel für Sicherheit und Qualität, dessen Anforderungen über die der ISO 9001 und 14001 hinausgehen.

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