Troponin T für Herzinfarktdiagnostik

Goldmedaille für Hugo Katus

Prof. Dr. Hugo A. Katus von der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg ist von der European Society of Cardiology für besondere Verdienste in der Herzmedizin ausgezeichnet worden.

Bei der Übergabe der Goldmedaille der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) an Professor Dr. Hugo A. Katus: Prof. Barbara Casadei, Präsidentin der ESC (l) und Preisträger Prof. Dr. Hugo A. Katus, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie am Universitätsklinikum Heidelberg (r). © Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC)

Auf der größten Fachveranstaltung der Herzkreislaufmedizin, dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) gemeinsam mit der World Heart Federation (WHF) in Paris mit mehr als 32.000 Besuchern, wurde Prof. Dr. Hugo A Katus, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie am Universitätsklinikum Heidelberg, am 1. September 2019 mit der Goldmedaille der ESC ausgezeichnet. Sie gilt als höchste Auszeichnung des Verbandes und wird für bahnbrechende Arbeiten in der Herzkreislaufmedizin an herausragende Ärzte und Wissenschaftler verliehen.

Prof. Katus und sein Team haben in jahrzehntlanger Arbeit gemeinsam mit der Firma Boehringer Mannheim/Roche einen Bluttest für Troponin T entwickelt. Das Eiweiß wird nur in Herzmuskelzellen gebildet und liegt dort in hoher Konzentration vor. Nach Schädigung der Zellmembran gelangt es in das Blut und kann dann mit empfindlichen Bluttests nachgewiesen werden. Dieser Test wurde 1989 von Prof. Katus und Drs. Anneliese Borgia, Klaus Hallermeier, Siegfried LooserBorgia (Boehringer-Mannheim/Roche) zuerst in Deutschland und dann weltweit patentiert. Danach wurde der Test von der Firma Boehringer Mannheim/Roche weiter in Empfindlichkeit und Präzision optimiert, so dass heute minimalste Herzmuskelschäden mit höchster Zuverlässigkeit entdeckt werden können. „Der Troponin T-Test kann als Paradebeispiel für den Einsatz von Biomarkern in der Kardiodiagnostik angesehen werden", sagt Prof. Barbara Casadei, ESC-Präsidentin.

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Troponin T-Test als weltweiter Standard in der Herzinfarktdiagnostik

Der Test hat dazu geführt, dass bei Patienten mit Brustschmerz ein Herzinfarkt doppelt so häufig wie mit dem EKG und den üblichen Bluttests diagnostiziert werden kann. Diese neu diagnostizierten Patienten mit „kleinem" Herzinfarkt profitieren nachhaltig von den verbesserten Behandlungsmethoden: Die akute und Langzeitsterblichkeit der Betroffenen werden hochsignifikant reduziert und damit jedes Jahr viele tausende Menschenleben gerettet. Der Troponin-Test ist heute weltweit zum Standard in der Herzinfarktdiagnostik geworden.

Inzwischen zeigt sich, dass dieser Bluttest auch besonders gut geeignet ist, weitere Ursachen der Herzmuskelschädigung wie Entzündung, Überlastung oder toxische Schädigung zu erkennen und er ist ein Indikator einer deutlich erhöhten akuten und langfristigen Gefährdung des Patienten. Selbst in Studien an vermeintlich gesunden Bevölkerungen (durchgeführt in Framingham, Uppsalla, Dallas, Rancho Bernado, Rekjavik) fand sich eine eindeutige Beziehung zwischen den Blutspiegeln von Troponin T mit Herzinfarktrisiko, Herztodrisiko und generellem Todesrisiko.

Katus seit 2002 am Universitätsklinikum Heidelberg

Prof. Katus ist seit 2002 Professor für Innere Medizin am Universitätsklinikum Heidelberg sowie seit 2005 Sprecher des Zentrums für Innere Medizin (Medizinische Klinik). Er ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Herausgeber der Fachzeitschrift Clinical Research in Cardiology und Gründer der Akademie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Er zählt zu den meist zitierten Wissenschaftlern in seinem Fach. Die erste Advance Heart Failure Unit sowie die erste Chest Pain Unit in Deutschland starteten am Universitätsklinikum Heidelberg unter seiner Leitung.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

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