Wandel der Gesellschaft erforderlich

Informationsangebot zum Wissenschaftsjahr 2020 Bioökonomie

Die Universität Hohenheim organisiert im Wissenschaftsjahr 2020 Bioökonomie Veranstaltungen für die interessierte Öffentlichkeit sowie zahlreiche Fachtagungen für Experten.

Beim Konzept der Bioökonomie geht es darum natürliche Stoffe und Ressourcen nachhaltig und innovativ zu produzieren und zu nutzen und so fossile und mineralische Rohstoffe zu ersetzen, Produkte umweltverträglicher herzustellen und biologische Ressourcen zu schonen. © Pixabay

Bioökonomie ist das Leitthema der Universität Hohenheim – doch längst noch nicht allen Menschen ein Begriff. Das, wofür sie steht, ist allerdings spätestens seit Fridays for Future in aller Munde: Eine Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft, die Erdöl und andere fossile Rohstoffe durch nachwachsende, biologische Stoffe ersetzt.

Denn es sind große Herausforderungen, vor denen die Menschen weltweit stehen. „Die Weltbevölkerung wächst und muss auch künftig ausreichend und gesund ernährt werden“, erklärt Prof. Dr. Iris Lewandowski, Chief Bioeconomy Officer (CBO) an der Universität Hohenheim. „Doch der Klimawandel und eine Ausbeutung natürlicher Ressourcen erschweren dies. Wenn wir einer Lösung dieser Probleme näherkommen wollen, brauchen wir die Bioökonomie.“ „Aber einen Wechsel schaffen wir nur alle zusammen“, gibt Prof. Dr. Andrea Kruse, wissenschaftliche Leiterin des Wissenschaftsjahres an der Universität Hohenheim, zu bedenken. „Daher ist es wichtig, die Bioökonomie auch für die Bevölkerung greifbar zu machen.“

Im Wissenschaftsjahr 2020 rückt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Bioökonomie nun zwölf Monate lang bundesweit ins Rampenlicht. Die Universität Hohenheim beteiligt sich mit monatlichen Themenschwerpunkten, vielfältigen Veranstaltungen und spannenden Einblicken in die Forschung (s.u.). „Den thematischen Bogen spannen wir in Hohenheim von den biologischen Grundlagen über die Pflanzen- und Tierproduktion und neue technische Verfahren bis zu notwendigen Veränderungsprozessen in Wirtschaft und Gesellschaft“, berichtet Prof. Dr. Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim.

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Bioökonomie an der Universität Hohenheim verbindet alle Fakultäten

Ihr Leitthema Bioökonomie hat die Universität Hohenheim seit 2013 in ihrem jeweiligen Struktur- und Entwicklungsplan verankert. Es verbindet daher die agrarwissenschaftliche, die naturwissenschaftliche sowie die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät. Diesen universitätsweiten Forschungsschwerpunkt strategisch weiterzuentwickeln ist Aufgabe des Chief Bioeconomy Officer (CBO), Prof. Dr. Iris Lewandowski. Um das Thema gezielt an der Universität umzusetzen, gibt es das Forschungszentrum für Bioökonomie.

Einrichtungen wie das Bioraffinerie-Technikum am Unteren Lindenhof, das die Integration der Bioraffinerie-Konzepte in einen landwirtschaftlichen Betrieb demonstriert, oder das Lebensmittel-Technikum zeigen den starken Praxis-Bezug auf. Auch die Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie versteht sich als Bindeglied zwischen universitärer Forschung und landwirtschaftlicher Praxis.

Landesweit und international gut vernetzt

International ist die Universität Hohenheim in Sachen Bioökonomie hervorragend vernetzt: Mit der European Bioeconomy University schmiedete sie eine Allianz, um diese nachhaltige Wirtschaftsweise in Europa voranzutreiben. Bei dieser Initiative haben sich Europas sechs in der Bioökonomie führende Universitäten zusammengeschlossen.

Engagiert ist die Universität Hohenheim auch im EU Knowledge and Innovation Community (KIC) EIT Food: Zu der KIC haben sich europaweit 50 Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammengetan, finanziert durch das Europäische Institut für Technologie und Innovation (EIT).

Auch landesweit setzt die Universität Hohenheim im Forschungsprogramm Bioökonomie Baden-Württemberg wichtige Akzente. Die Geschäftsstelle des Landesprogramms ist zudem an der Universität Hohenheim angesiedelt.

Nachwuchskräfte dringend gesucht

Der Umbau der Wirtschaft zur Bioökonomie erfordert vor allem aber auch eine neue Generation von Fachkräften. Die Universität Hohenheim sieht es deshalb als gesellschaftliche Aufgabe, ihre Expertise an Studierende zu vermitteln. Sie bildet daher unter anderem im Master-Studiengang Bioeconomy aus, bietet den Master-Studiengang Earth and Climate System Science an sowie den Studiengang Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie für Bachelor und Master. Außerdem fördert sie Promotionen mit dem Schwerpunkt Bioökonomie.

Bioökonomie erleben

Im Wissenschaftsjahr laden Feld- und Hoftage dazu ein, die Hohenheimer Versuchsstationen kennenzulernen. Ein „Schaufenster der Bioökonomie“ versprechen zahlreiche Vorträge, und „Forschung vor Ort“ bietet Einblicke in die Arbeit der Institute. Das „Café Scientifique“ lädt dazu ein, sich bei Kaffee, Wein oder Bier in der Stuttgarter Innenstadt über Forschungsthemen zu informieren und auszutauschen. Wer lieber tagsüber dabei sein möchte, kann bei den „Brown Bag Lectures“ zur Mittagszeit Neues erfahren.

Auch das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft, das schwimmende Science Center, geht deutschlandweit auf Tour und präsentiert wissenschaftliche Exponate. Mit von der Partie ist die Universität Hohenheim. Der jährliche Tag der offenen Tür im Juli wird ebenfalls im Zeichen der Bioökonomie stehen. Die Nachhaltigkeitswoche im Mai gestalten die Studierenden, und ein Bioökonomie-Festival für Jung und Alt ist ebenfalls in Planung. Das Zukunftsforum 2030 im Dezember wird das Wissenschaftsjahr in Hohenheim abschließen und einen Blick in die Zukunft werfen. Ergänzt wird das bunte Programm unter anderem von Ausstellungen, Videos und Social Media-Aktivitäten (#Wissenschaftsjahr, #DasistBioökonomie).

Themenschwerpunkte zeigen Bandbreite der Bioökonomie

Jeden Monat wird bei den Veranstaltungen an der Universität Hohenheim ein anderes Thema besonders im Fokus stehen. Weitere Off-Topic-Veranstaltungen ergänzen jeweils den monatlichen Themenschwerpunkt. Nach dem Auftaktmonat wird sich alles um den Klimawandel drehen: „Aufgrund der Umwälzungen, die in diesem Jahrhundert zu erwarten sind, ist es notwendig, die Potenziale der Bioökonomie in Verbindung mit dem Klimawandel zu betrachten“, erklärt Klimaexperte Prof. Dr. Volker Wulfmeyer. „Außerdem liefert die Bioökonomie eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Minderung der Emission von Treibhausgasen.“

Januar: Wissenschaftsjahr 2020 – das ist Bioökonomie: Sa 25.1.2020, 13:00 Uhr: Samstags-Uni der VHS Stuttgart: Bioökonomie – der Entwicklungspfad zu einem zukunftsfähigen Wirtschaftssystem. Referentin: Prof. Dr. Iris Lewandowski, Expertin für Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergiepflanzen. Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Stuttgart, Großer Sitzungssaal

Februar: Klimawandel und Co. – darum brauchen wir Bioökonomie: 

  • Mo 3.2.2020, 19:30 Uhr: Café Scientifique – Eine neue Hoffnung: Episode IV des Konflikts um den Klimawandel. Referent: Klimaexperte Prof. Dr. Volker Wulfmeyer- Ort: California Bounge, Börsenplatz 1, Stuttgart.
  • Mi 5.2.2020, 18:00 Uhr: Laser-Show am LAFO: Die Vermessung der Atmosphäre. Ort: Universität Hohenheim.
  • Fr 28.2.2020, 19:00 Uhr: Podiumsdiskussion: Klimaneutralität 2040 - nötig, möglich, durchsetzbar?Teilnehmer: Vertreterinnen und Vertreter von Fridays For Future, Scientists For Future und aus der Politik. Ort: Katharinasaal, Euroforum, Universität Hohenheim

Schwerpunkte der folgenden Monate:

  • März: Ressourcen schonen – Kreislaufwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung
  • April: Nachwachsende Rohstoffe und Co. – Alternativen für die Zukunft
  • Mai: Rind, Schwein und Huhn – die Tierhaltung der Zukunft
  • Juni: Bienen, Schmetterlinge und Co. – wie Bioökonomie zur Artenvielfalt beiträgt
  • Juli: Hülsenfrüchte, Algen, Insekten – alternative Proteinquellen
  • August: Mobilität – nachhaltig unterwegs dank Bioökonomie
  • September: Sonne, Biogas und Co. – Energie der Zukunft
  • Oktober: Ernährungssicherung – gesundes Essen für alle
  • November: Wirtschaft und Gesellschaft – bioökonomisch leben
  • Dezember: Zukunftsforum 2030 – Rückblick und Ausblick

Ein detailliertes Jahresprogramm steht unter https://www.uni-hohenheim.de/wissenschaftsjahr-2020-biooekonomie zur Verfügung – und wird laufend ergänzt.

Quelle: Universität Hohenheim

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