VAA-Umfrage 2025
Stimmung in der Chemie- und Pharmabranche verbessert sich leicht
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich die Stimmung unter den außertariflichen und leitenden Angestellten der deutschen Chemie- und Pharmabranche etwas positiver. Das geht aus der diesjährigen Befindlichkeitsumfrage des Verbandes angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA) hervor, die in diesem Jahr zum 24. Mal durchgeführt wurde. Rund 2.000 Fach- und Führungskräfte haben sich im Zeitraum von Mitte April bis Mitte Mai 2025 daran beteiligt.
Bessere Noten für Personalpolitik und Strategie
Die Personalpolitik der Unternehmen erhält in der aktuellen Umfrage die Durchschnittsnote 3,0, was eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (3,2) darstellt. Besonders positiv wurde die strategische Ausrichtung vieler Arbeitgeber bewertet. Hier zeigt sich ein Aufwärtstrend im Vergleich zu 2024.
„Die Stimmung in der deutschen Chemie- und Pharmabranche ist nach wie vor von Hemmnissen und Unsicherheitsfaktoren wie hohen Energiepreisen, Bürokratie und Zollstreitigkeiten geprägt“, erklärt VAA-Hauptgeschäftsführer Stephan Gilow. „Dennoch scheinen sich die Geschäftserwartungen vieler Unternehmen langsam zu stabilisieren – und das spüren auch die Mitarbeitenden.“ Unternehmen müssten nun ihre „personalpolitischen Hausaufgaben“ machen und ihre Fach- und Führungskräfte aktiv in den Transformationsprozess der Branche einbinden.
Gewinner und Verlierer im Unternehmensranking
Wie im Vorjahr belegt der deutsche Zweig des niederländischen Chemiekonzerns Lyondellbasell den ersten Platz im Umfrageranking. Dahinter folgen der Mainzer Glaskonzern Schott, das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und der bayerische Chemiekonzern Wacker.
Deutliche Verbesserungen verzeichneten Henkel, das sich von Platz 14 auf sieben vorarbeiten konnte, sowie B. Braun Melsungen, das sich von Rang 16 auf zehn steigerte. Auch Lanxess verbesserte sich im Ranking von Platz 20 auf 15.
Am unteren Ende der Skala finden sich in diesem Jahr der deutsche Zweig von Celanese (Platz 20, zuvor elf) und Shell (Platz 21, zuvor acht) wieder.
Kritik an Personalentwicklung und Karrierechancen
Trotz der insgesamt leicht verbesserten Stimmung bleibt die Kritik in zentralen Bereichen bestehen. Über alle Unternehmen hinweg wurde die Qualität der Personalentwicklung mit der Durchschnittsnote 3,9 am schlechtesten bewertet. Auch die Karrierechancen (ebenfalls 3,9) und die Ehrlichkeit der Zielvereinbarungssysteme (3,5) wurden wie in den Vorjahren kritisch gesehen.
Einblick in die Befindlichkeiten der Chemiebranche
Der VVA ist ein Verband für Fach- und Führungskräfte in der chemisch-pharmazeutischen Industrie und den angrenzenden Branchen.
Die VAA-Befindlichkeitsumfrage gilt als anerkanntes und unabhängiges Stimmungsbarometer der drittgrößten Industriebranche Deutschlands. Sie bietet jährlich wertvolle Einblicke in die Wahrnehmung von Führungskräften zu Themen wie Personalpolitik, Entwicklungschancen und Unternehmenskultur.
Quelle: Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V.











