Smartphone-Test auch für Privatkunden anwendbar

Neues Verfahren zum Fälschungsschutz

Um Produktpiraterie zu verhindern, markieren einige Industriebtriebe Originalprodukte mit fälschungssicheren Leuchtstoffen. Dass diese Methode auch für Privatkunden interessant sein kann, um Produkte auf Echtheit zu überprüfen, haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum jetzt gezeigt. Ihr Test ist prinzipiell mit einem Smartphone durchführbar. Bislang waren dafür teure Spezialgeräte erforderlich.

Die industriell eingesetzten Leuchtmarker funktionieren wie die grüngelben Leuchtsterne, die man oft in Kinderzimmern findet - nämlich nach dem Prinzip der Phosphoreszenz. Scheint Licht auf die Sterne, laden sie sich auf und leuchten im Dunkeln nach. Jeder Farbstoff besitzt ein charakteristisches Nachleuchtverhalten, das von den genauen Bedingungen, etwa der Temperatur, bei seiner Herstellung abhängt. Auch wenn zwei Chargen eines Markers die gleiche chemische Struktur besitzen, kann das Nachleuchtverhalten variieren - zum Beispiel aufgrund der unterschiedlichen Partikelform und -größe. Enthält ein Produkt einen bestimmten Farbstoff, muss der Käufer nur herausfinden, ob seine Ware den Originalmarker trägt. Dafür bräuchte es eine Datenbank, in der die Marker für alle Originalprodukte hinterlegt sind. Der Zugriff auf diese Datenbank könnte bequem per Internet erfolgen.

Handyvideo reicht für die Auswertung
Per Handy-Analyse konnten die RUB-Forscher Dr. Carsten Brenner und Daniel Althoff 20 verschiedene Leuchtmarker mit teils sehr ähnlichem Nachleuchtverhalten auseinanderhalten. Dazu filmten sie die leuchtenden Pigmente fünf bis zehn Sekunden lang mit der Kamera eines iPhone und werteten die Daten mit einer eigens dafür programmierten Smartphone-App aus. Anfangs nutzten sie energiereiche UV-Strahlung, um die Farbstoffe aufzuladen. Weitere Tests ergaben jedoch, dass das Aufladen prinzipiell auch mit einer Handy-LED funktioniert. Fazit: Alles, was es für die Analyse braucht, nämlich Lichtquelle, App und Zugang zum Internet, bringt ein modernes Handy mit sich.

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Vorteile gegenüber Barcode-Verfahren
Das Leuchtstoffverfahren halten die RUB-Wissenschaftler für sicherer als andere Methoden zum Fälschungsschutz, etwa die Produktserialisierung mit Barcodes, die für Medikamente beschlossen wurde. "Ein Barcode lässt sich leicht kopieren und auf andere Packungen drucken", warnt Daniel Althoff. "Natürlich fällt das irgendwann auf, aber bis dahin hat ein Betrüger vielleicht schon viel verkauft." Leuchtstoffe hingegen lassen sich nicht so einfach nachmachen, aber mit einfachen Mitteln auswerten. Der Einsatz der Smartphonetechnik bringt dabei einen weiteren Vorteil mit sich, nämlich die Anbindung an das Internet. So könnte man unterschiedliche Verfahren zum Fälschungsschutz miteinander kombinieren, etwa die Leuchtstoffmarkierung und eine Serialisierung mit Barcodes.

Ein ausführlicher Bericht zum Forschungsprojekt findet sich im Wissenschaftsmagazin RUBIN der Ruhr-Universität Bochum. Diesen können Sie kostenlos downloaden unter http://bit.ly/1oLko36.

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