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Artikel und Hintergründe zum Thema

Microchip-Elektrophorese

Melanie Steinbeck,

Automatisierte Elektrophorese-Workflows für Multisample-Analysen

Auf der analytica 2026 in München hat Shimadzu das Microchip-Elektrophorese-System MultiNA II MCE-301 vorgestellt, das kurz zuvor auf den Markt gekommen ist. Das System automatisiert den gesamten Elektrophorese-Prozess und adressiert damit die Effizienz genetischer Analyseverfahren. Während die manuelle Durchführung – bestehend aus Gelherstellung, Reagenzien- und Probenzugabe, Separation, Färbung und Gerätereinigung – mehr als zwei Stunden dauert, werden diese Schritte durch das System vollständig automatisiert übernommen.

© Shimadzu

Als Nachfolgemodell des seit 2007 erhältlichen MultiNA I MCE-202 ermöglicht das MultiNA II MCE-301 die Berechnung von Indikatoren zum RNA-Deteriorationszustand sowie eine hochsensitive Detektion mittels eines speziellen Reagenzienkits. Darüber hinaus verfügt das System über eine automatische Probenzugabe und eine integrierte Verdünnungsfunktion. Zielgruppen sind Universitäten, Forschungseinrichtungen, Auftragslabore sowie Unternehmen aus den Bereichen Medizin, Agrarwissenschaften, Pharmakologie, Naturwissenschaften und Ingenieurwesen.

Ein Microchip-Elektrophorese-System trennt DNA bzw. RNA anhand ihrer Molekülgröße mittels Elektrophorese auf einem Quarzsubstrat (Microchip) mit mikrofluidischen Kanälen und Elektrodenmustern. Es wird unter anderem bei der Überprüfung von Mutationen in der Genomeditierung, der Qualitätskontrolle von NGS-Proben, beim Genotyping sowie beim Nachweis von Pathogenen oder Allergenen eingesetzt. Insbesondere Next-Generation Sequencing (NGS) gilt als wesentliches Werkzeug der genetischen Analytik und verzeichnet weltweit zweistellige Wachstumsraten. Auch die Genomeditierung gewinnt unter anderem bei der Arzneimittelentwicklung und bei funktionalen Lebensmitteln an Bedeutung und wächst derzeit um fast 20 % jährlich.

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Die Präsentation des MultiNA II MCE-301 erfolgte im Rahmen der Analytica, die vom 24. bis 27. März 2026 in München stattfand. Mit der Einführung des Systems adressiert das Unternehmen Entwicklungen in der Genomeditierung und deren Anwendungen in den Bereichen Healthcare und Green Transformation (GX).

Funktionen des MultiNA II MCE-301

Verbessertes Workflow-Management durch vollständige Automatisierung

Die vollautomatische Analyse beginnt innerhalb von zehn Minuten, sobald die Proben registriert, die Reagenzien bereitgestellt und die Starttaste betätigt wurde. Während des laufenden Betriebs können zusätzliche Proben hinzugefügt werden. Zudem übernimmt das System die zuvor manuelle Probenverdünnung automatisch.

Erweiterte Analyse- und Detektionsfunktionen

Das System berechnet den RNA Integrity Index (RII), der eine quantitative Bewertung des RNA-Deteriorationszustands ermöglicht und die Qualitätskontrolle von RNA-Proben unterstützt. Für die DNA-Analyse wurden eine Fingerprinting-Funktion zur automatischen Erkennung der Ziel-DNA sowie eine Gruppenanalyse zur Klassifizierung von Proben anhand ihrer Analyseergebnisse integriert. Mit einem neuen, separat erhältlichen Reagenzienkit wurde die Detektionssensitivität für DNA von zuvor 200 pg/µL auf 5 pg/µL erhöht.

Reduzierter Energie- und Wasserverbrauch

Der Stromverbrauch wurde gegenüber dem Vorgängermodell auf 70 % reduziert, der Reinstwasserverbrauch auf 60 %. Gleichzeitig wurde das Gerät kompakter gestaltet: Das Volumen beträgt 85 %, die Höhe 73 % des Vorgängermodells, wodurch sich das System für den Einsatz auf dem Labortisch eignet.

Quelle: Shimadzu

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