Kombination bildgebender Verfahren

Neue Emmy Noether-Forschungsgruppe

Der Physiker Dr. Hans Wehrl vom Werner Siemens Imaging Center der Universität Tübingen erhält im Rahmen des Emmy Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Möglichkeit, im Bereich der Kombination bildgebender Verfahren eine eigene Arbeitsgruppe einzurichten.

Der Physiker Dr. Hans Wehrl vom Werner Siemens Imaging Center der Universität Tübingen erhält im Rahmen des Emmy Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Möglichkeit, im Bereich der Kombination bildgebender Verfahren eine eigene Arbeitsgruppe einzurichten. (Foto: Friedhelm Albrecht / Universität Tübingen)

Sein Forschungsprojekt „Multiskalare Messung der Gehirnaktivität von Kleintieren mittels kombinierter PET/MR/EEG“ wird in den kommenden 5 Jahren mit rund 1,2 Mio. Euro finanziert.

Wissenschaftler und Ärzte nutzen längst nicht mehr nur Bilder als Momentaufnahmen aus dem Gehirn, sondern untersuchen es über Verfahren, die die Dynamik der Hirnfunktionen und des Hirnstoffwechsels abbilden. Dazu gehören die Positronenemissionstomografie (PET), die Magnetresonanztomografie (MRI) und die Elektroenzephalografie (EEG). Hans Wehrl erforscht an Kleintieren, wie sich diese bewährten bildgebenden Verfahren in einem multimodalen Messsystem kombinieren lassen.

Dabei ist es möglich, mehrere Zeitskalen (PET: langsame Zeitskala; MRI: mittlere Zeitskala und EEG: schnelle Zeitskala), aber auch die verschiedenen elektrischen (EEG), stoffwechselbezogenen (PET) und die Bewegungen des Bluts betreffenden (MRI) Prozesse im Gehirn darzustellen und somit besser zu verstehen. Untersucht werden können einzelne Regionen, aber auch gesamte Netzwerke im Gehirn. Ziel ist die Konstruktion eines kombinierten und vollintegrierten PET/MR/EEG-Systems für Kleintiere, das es in dieser Art bisher nicht gibt.

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Der Erkenntnisgewinn aus diesem Projekt kann sowohl der Grundlagenforschung zur Untersuchung der gesunden Aktivitäten des Gehirns zugutekommen als auch künftig in der Humanmedizin eine große Bedeutung erhalten. Psychische Störungen, Epilepsie und Alzheimer sind durch Veränderungen der Gehirnfunktion und des Hirnstoffwechsels gekennzeichnet, die sich mit einem multimodalen simultanen Messsystem besser verfolgen und erforschen lassen als bisher.

Hans Wehrl wurde nach dem Physikstudium 2013 mit einer Doktorarbeit am Labor für Präklinische Bildgebung und Bildgebungstechnologie der Werner Siemens-Stiftung an der Universität Tübingen unter Prof. Bernd Pichler promoviert. Am Tübinger Werner Siemens Imaging Center arbeitet er seither als Postdoktorand. Die Förderung im Emmy Noether-Programm bietet Nachwuchswissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbständigkeit, um durch die Leitung einer eigenen Arbeitsgruppe die Befähigung zum Hochschullehrer zu erwerben.

Kontakt:

Dr. Hans Wehrl
Universität Tübingen
Werner Siemens Imaging Center
E-Mail: hans.wehrl@med.uni-tuebingen.de

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