Forschungsprojekt

Barbara Schick,

Kohlendioxid entfernen und nutzen

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und des Forschungszentrums Jülich zielt auf die Nettoreduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid in der Atmosphäre ab.

Von links: Prof. Dr. Lutz Schmitt (HHU) ist Sprecher, Prof. Dr. Ulrich Schwaneberg (RWTH) und Prof. Dr. Björn Usadel (FZJ) sind Co-Sprecher des Verbunds ACCeSS. © (von links): HHU / Wilfried Meyer; RWTH Aachen; RWTH Aachen / Raimund Knauf

Eine der wichtigsten Ursachen des anthropogenen Klimawandels ist die Emission von Treibhausgasen in die Atmosphäre; Kohlendioxid (CO2) hat hier den größten Einfluss. Verursacht durch verschiedene CO2-Quellen wie Verkehr, Industrie und Wärmeerzeugung stieg in den letzten 150 Jahren die atmosphärische CO2-Konzentration von 280 ppm (ppm: "part per million") auf 421 ppm (Stand Mai 2022).

Im nun anlaufenden Forschungsprojekt ACCeSS ("Active Carbon Capture for Sustainable Synthesis", zu Deutsch: "Aktive Kohlenstoffabscheidung für eine nachhaltige Synthese") bündeln Forschende der Universität Düsseldorf, des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen ihre Kräfte und Expertise in grüner und weißer Biotechnologie, Membranbiologie, (Bio-)Informatik, Material- und Produktionswissenschaften. Ihre gemeinsame Strategie, um den Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen: CO2 aus der Umwelt abscheiden und daraus hochwertige Verbindungen produzieren, um so CO2 (netto) aus der Atmosphäre zu entfernen.

Die CO2-Abscheidung sollen Mikroorganismen übernehmen, der Prozess soll an selbstreplizierende Stoffwechselwege gekoppelt werden. Mithilfe der synthetischen Biologie sollen dann chemische Verbindungen auf zirkuläre Weise produziert werden. Dies bedeutet, dass die Energie des Sonnenlichts und die im Abwasser enthaltenen Nährstoffe genutzt werden, um CO2 aus der Atmosphäre zurückzugewinnen, es durch Photosynthese in Kohlenhydraten zu binden und anschließend biokatalytisch in nachhaltige, hochwertige Verbindungen umzuwandeln.

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Das Projekt ACCeSS wird von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) koordiniert, Sprecher ist Prof. Dr. Lutz Schmitt vom Institut für Biochemie. Schmitt: "Parallel zu unserem naturwissenschaftlichen und biotechnologischen Programm sollen auch die Akzeptanz und verschiedene Instrumente zu einem notwendigen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung entwickelt und evaluiert werden. Es geht darum, den Bürgerinnen und Bürgern die Notwendigkeit einer aktiven CO2-Reduktion nahezubringen und eine öffentliche Unterstützung zu erreichen." Hierzu ist das Institut für Philosophie der HHU in das Projekt integriert.

Das Forschungsprojekt ACCeSS wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des "Profilbildungs"-Programms gefördert. Die Förderlinie "Profilbildung" ist ein Teil einer übergreifenden, themenoffenen Forschungsförderung, die sich auf einen fach- und disziplinübergreifenden Ansatz stützt und Hochschulen und Forschungseinrichtungen in NRW bei ihrer Profilierung, Schwerpunktbildung und Vernetzung stärken und unterstützen soll. Das Projekt ist am 1. November 2023 gestartet und auf drei Jahre angesetzt. Die Gesamtfördersumme beträgt rund 2,5 Millionen Euro, davon beläuft sich der HHU-Anteil auf 1,4 Millionen Euro.

Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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