Gründungsvorhaben gefördert

KI-gestützter Roboter soll beim Pipettieren helfen

Mit der Entwicklung eines Laborroboters möchte das Goodbot-Gründungsteam die Automatisierung von Pipettierprozessen auch Laboren außerhalb der Diagnostik, also auch Forschungslaboren, möglich machen.

Die Gründer Julius Wiener, Tobias Zundel und Oliver Brunner sind mit ihrem Pipettier-Roboter in der Testphase und stehen in den Startlöchern für Pilotprojekte. © goodBot

Ob in der Medizin, Pharmazie, Biologie oder Chemie: Pipetten sind für Mitarbeitende in Laboren wichtige Instrumente, um Flüssigkeiten zu übertragen. Die genaue Ausführung des Pipettierens ist insbesondere dann von großer Bedeutung, sobald Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Experimente reproduzieren. Die Freiburger Julius Wiener, Tobias Zundel und Oliver Brunner möchten mit der Gründung von „goodBot“ die Arbeit für Labormitarbeitende erleichtern. Zusammen entwickeln sie einen Roboter, der direkt am Arbeitsplatz automatisiert pipettiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Team mit ihrem Mentor Prof. Dr. Wilfried Weber vom Institut für Biologie II der Universität Freiburg seit Mai 2021 mit einer Fördersumme von 141.000 Euro.

Bislang ist es in Forschungslaboren eine Herausforderung, Experimente exakt zu wiederholen. „Einer der dabei wichtigsten Faktoren ist das Pipettieren, was aber zugleich die größte Fehlerquelle darstellt. Die Automatisierung des Pipettierens kann solche Fehler vermeiden“, erklärt Wiener. Der Roboter „goodBot“ soll Laborantinnen und Laboranten demnach als dritter Arm dienen und so das Pipettieren erleichtern und präzisieren.

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Bisher werden Pipettier-Roboter vorrangig in Diagnostiklaboren und industriellen Laboren eingesetzt. Das Freiburger Gründungsteam möchte Automatisierung nun für alle Labore zugänglich machen. „Der Roboter lässt sich direkt am Arbeitsplatz des Laboranten aufstellen, wodurch die Arbeit mit dem Roboter intuitiv und der wertvolle Laborplatz bewahrt wird“, sagt Wiener. Tägliche Aufgaben wie beispielsweise die DNA-Extraktion würden sich von den Mitarbeitenden leicht programmieren lassen können, da eine Künstliche Intelligenz die Laborgegenstände erkennt.

Darüber hinaus möchte das Gründungsteam mit einer Plattform möglich machen, dass Forschende  Arbeitsprotokolle teilen können. So lassen sich neue Techniken implementieren, die andere Wissenschaftler bereits entwickelt haben. Momentan sind die Gründer mit ihrem Roboter in der Testphase und auf der Suche nach Partnerlaboren, um Pilotprojekte durchzuführen. Weitere Informationen sind zufinden unter www.goodbot.de.

Quelle: Universität Freiburg

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