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Artikel und Hintergründe zum Thema

BUND-Analyse 2025

Melanie Steinbeck,

PFAS-Belastung in Lebensmitteln weit verbreitet

Chemikalien aus der Gruppe der PFAS lassen sich in zahlreichen Lebensmitteln nachweisen. Das geht aus einer Auswertung des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hervor, die auf Daten der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie eigenen Laboruntersuchungen beruht.

© jd-photodesign/stock.adobe.com

Ergebnisse der Datenauswertung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Ergebnisse seines PFAS-Checks in Lebensmitteln vorgelegt. Dafür wertete der Verband systematisch Daten der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus. Die Analysen zeigen: PFAS, die kaum abbaubaren und sich im Körper anreichernden Stoffe, sind in tierischen Lebensmitteln weit verbreitet.

PFAS: Anreicherung in tierischen Organen?

Die Auswertung der EFSA-Daten macht deutlich, dass tierische Produkte besonders betroffen sind. So enthielten 69 Prozent der Fischproben, 55 Prozent der Innereien und Muscheln sowie 39 Prozent der Hühnereier nachweisbare PFAS-Rückstände. Auch in Bier (24 Prozent) und Milch (23 Prozent) wurden Ewigkeits-Chemikalien gefunden.

Gemüse war deutlich seltener betroffen: Nur sieben Prozent der untersuchten Proben wiesen PFAS auf. Besonders hoch lagen die Konzentrationen in Innereien, was auf die Fähigkeit der Chemikalien hinweist, sich in tierischen Organen anzureichern.

Proben mit Ewigkeitschemikalien belastet

Zusätzlich ließ der BUND im Frühjahr 2025 in einem akkreditierten Labor 22 Hühnereier untersuchen, darunter vier Proben von Hobbyhaltungen und 18 aus dem Einzelhandel. In 14 Eiern wiesen die Analysen PFAS nach. Besonders auffällig: Die privat gehaltenen Hühner waren im Durchschnitt stärker belastet als die aus kommerzieller Haltung.

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Die höchsten Werte lagen bei 1,05 Mikrogramm pro Kilogramm Frischei. Damit wurde der gesetzliche Grenzwert von 1,7 Mikrogramm nicht überschritten. Aus Sicht von Fachleuten reicht dieser Grenzwert allerdings nicht aus, um Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen. Ein stark belastetes Ei könnte bei Kindern die von der EFSA festgelegte tolerierbare Wochendosis überschreiten.

Weitere PFAS-Substanzen im Nachweis

Die Analysen erfassten nicht nur die vier in der EU regulierten PFAS (PFOS, PFOA, PFNA und PFHxS). In mehreren Proben wurde auch Perfluorbutansäure (PFBA) gefunden, eine Substanz, die bisher nicht beschränkt ist und sich rasch in der Umwelt ausbreiten kann.

Gesundheits- und Umweltgefahren durch PFAS

PFAS sind kaum abbaubar, können sich im Körper anreichern und mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Studien weisen auf mögliche Auswirkungen auf Leber, Herz-Kreislauf-System, Immunsystem und Schilddrüse hin. Besonders Kinder gelten als empfindlich.

Die Stoffe gelangen über eine Vielzahl von Produkten in die Umwelt: etwa über antihaftbeschichtete Pfannen, Textilien, Lebensmittelverpackungen oder Pestizide. Produziert werden PFAS weiterhin auch in Deutschland.

Politische Dimension

Die Regulierung hinkt dem Problem hinterher: Bislang sind in der Europäischen Union (EU) nur wenige der über 10.000 bekannten PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) reguliert. Die Industrie weicht bei Beschränkungen auf andere, nicht verbotene Verbindungen aus – ein „Chemikalien-Karussell“, wie es Fachleute nennen.

Politisch liegt seit 2023 ein EU-Beschränkungsvorschlag vor, eingebracht von deutschen, niederländischen, dänischen, schwedischen und norwegischen Behörden. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) prüft ihn.

In der Praxis können solche Verfahren Jahre dauern, während PFAS weiterhin in großem Stil produziert werden.

Der BUND fordert ein umfassendes Verbot mit Ausnahmen nur für unverzichtbare Anwendungen, strengere Grenzwerte in Lebensmitteln und Trinkwasser sowie ein Monitoring, das auch privat erzeugte Lebensmittel wie Hühnereier erfasst.

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