CAD-Planung für realitätsnahe 3D-Ansichten

Laborplanung und -modernisierung sind vielfältig

Jörg Winkler von Dewert Labortechnik berichtet aus seiner Erfahrung aus Laborplanungsprojekten.
© Dewert Labortechnik
Laborplanung ist so vielfältig wie die unterschiedlichen Laboratorien selbst. Der Neubau und die Ertüchtigung von Laboratorien sind Aufgaben, die einiges an Fachwissen erfordern. Für eine gute Planung ist auch ein dreidimensionales CAD-System hilfreich, um im Vorfeld schon das zukünftige Labor sichtbar zu machen.
Aus der Erfahrung von umgesetzten Projekten weltweit, ob USA, Russland, Ägypten, Helgoland oder vor der eigenen Haustür, war stets die Abstimmung der Labore auf die konkreten Produkte und Tätigkeiten, den damit verbundenen Workflow und die Sicherheitsanforderungen von großer Bedeutung. „Bei einem der letzten größeren Projekte, der Laborplanung für einen großen Lackhersteller, und zwar von Laboren für F & E, Wareneingang und Qualitätssicherung, bestimmten die Applikation und der Workflow die Aufteilung des Grundrisses – in Bereiche für Arbeit mit lösemittel- und wasserbasierten Lacken, in Ex-Bereiche und in weitere unterschiedliche Abteilungen“, erläutert Inhaber und Dipl.-Ing. Hartmut Dewert. Das Projekt umfasste eine Laborfläche von ca. 700 m². Die Planung erfolgte 3-dimensional auf modernen CAD-Systemen, so dass der Auftraggeber bereits in dieser Phase eine realistische Vorstellung von seinem neuen Labor erhielt. Nach der umfassenden Planungsphase, in welcher auch die individuellen Arbeitsabläufe und die Wünsche des Auftraggebers berücksichtigt wurden, folgte die exakte Abstimmung mit den beteiligten Gewerken Lüftung, Sanitär und Elektrik. Auch hier war z. B. die Auswahl der richtigen Laborabzüge (Standard-, Abrauch- oder Ex-Abzug) ebenso wichtig wie die Abstimmung mit dem Gewerk TGA (technische Gebäudeausrüstung), was auch in dem Bestreben, einen nachhaltigen Betrieb zu ermöglichen, erforderlich ist. Eine zeitgemäße und angepasste Steuer- und Regelungstechnik ist somit aus ökologischer und ökonomischer Sicht ein entscheidender Baustein.
Anzeige

Ertüchtigungen auch bei älteren Laboren möglich

Beispielhaft für die Ertüchtigung eines bestehenden Labors ist hier ein über die Jahre gewachsenes Labor eines mittelständigen Pharmaunternehmens zu sehen. Hier arbeiten im Schichtbetrieb auf 500 m² ca. 100 Mitarbeiter im Bereich Mikrobiologie und Chemie. Das Gebäude ist aus den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts und die Etagen sind hallenartig. So bestand die Möglichkeit, die gesamte Gestaltung den Applikationen und dem Workflow anzupassen. Die Aufgabenstellung beinhaltete die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für den Bereich S1, S2, S3 sowie zentrale Positionierung von Wägebereichen, Spülküche, Lastenaufzug, Rohrpost, Personalschleusen und die Auslagerung der Schreibbereiche.

Auch hier ist die Planung ein intelligentes Zusammenspiel aller Anforderungen von Bedeutung, darunter solche für Abzüge mit dem Lüftungssystem – unter Beachtung der aktuellen Emissionsschutz-Vorschriften und natürlich alle Anforderungen im Hinblick auf die Sicherheit der Mitarbeiter. Gerade in Bereichen S2 und S3 haben die Gefährdungsbeurteilung und die Schutzmaßnahmen oberste Priorität.

Mit einem CAD-System kann das zukünftige Labor sichtbar gemacht werden. Es kann auch dabei helfen, dass der Labornutzer frühzeitig erkennt, ob noch etwas ergänzt oder geändert werden sollte. © Dewert Labortechnik

Die Vorgehensweise ist in einem solchen Fall anders als bei einer Neuplanung mit den exakten Vorgaben des Auftraggebers. Hier ist eine umfangreiche Aufnahme des Ist-Zustandes durch die wissenschaftlichen und planenden Mitarbeiter von Dewert Labortechnik erforderlich, die dann in Gesprächen mit Anwendern schlüssige Teil-lösungen entwickeln und anschließend zu einem funktionalen Gesamtkonzept vereinen. Häufig anzutreffen sind heute die Neuerrichtung von molekularbiologischen Laboratorien, die dann eine Betrachtung gemäß den Sicherheitsstufen mit sich bringt. In Verbindung mit lokalen Behörden konnte z. B. auch schon durch die Veränderung einer Phagen-Applikation eine S2-Einstufung vermieden werden. Und der Einsatz von maßgeschneiderten Labormöbeln und Abzügen aus Edelstahl sind ein weiterer Bereich im Rahmen einer Laborplanung. Hier sind gerade Pharmaunternehmen zu nennen oder auch andere Unternehmen, die Reinräume nutzen.

Laborplanung ist vielfältig

Laborplanung ist so vielfältig wie die unterschiedlichen Laboratorien selbst. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Anforderungen an Laboratorien entscheidend gewandelt und auch die Variationsvielfalt hat enorm zugenommen. Ob ein Labor für die Qualitätssicherung, Forschung und Entwicklung, in der Automobil-, Kosmetik- oder Arzneimittelindustrie, oder ein Labor für die kommunale Kläranlage oder das innovative Start-up-Unternehmen. So ist die Erstellung einer kompletten Neukonzeption im Rahmen einer Laborertüchtigung aktuell eine oft nachgefragte Dienstleistung.

Gab es bis 2008 noch die BGR120 (vorher die ZH 1/119) mit einem Umfang von ca. 80 Seiten, in denen alle wesentlichen Vorschriften im Labor zusammengefasst waren, umfasst die aktuelle Richtlinie der BG RCI Sicheres Arbeiten in Laboratorien, DGUV Information 213-850 mittlerweile ein Vielfaches an Grundlagen und Handlungshilfen, welches es bei der Planung von Laboratorien zu berücksichtigen gilt. Daher sind richtige Beratung und Betreuung in allen Phasen der Planung wichtiger denn je. Die Anforderungen an die Laboreinrichtung sind in den letzten Jahren ebenfalls stark gewachsen. So muss eine zeitgemäße Einrichtung selbstverständlich allen arbeitssicherheitsrelevanten Aspekten, ergonomischen Anforderungen und größtmöglicher Flexibilität entsprechen und in das Budget des Auftraggebers passen.

Abhängig von der Applikation sind dann aus dem Füllhorn der Möglichkeiten die richtigen Tischplatten, Art der Medienzuführung, Ausführung des Abzuges zu wählen und auch die Frage nach der Flexibilität zu beantworten. Hierbei sollten dann Gefährdungsbeurteilungen und die generelle Klassifizierung des Labors gem. S1, S2 oder S3 beachtet werden. Ein Fachplaner sollte auch an dieser Stelle unterstützend eingreifen können.

AUTOR
Jörg Winkler
Sachverständiger für Laboreinrichtung und Laborplanung
Projektleiter bei Dewert Labortechnik
Hartmut Dewert e.K., Rödinghausen
Tel.: 05226 / 700 22-0
info@dewert-labortechnik.de
www.dewert-labortechnik.de

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Labor 4.0

Das digitale Labor zum Anfassen

Besucher der diesjährigen Analytica können das Labor der Zukunft in einer einzigartigen Sonderschau erleben: 18 Partner aus Wissenschaft und Industrie haben sich zusammengetan, um Gerätevernetzung, kollaborative Robotik und Nutzerinteraktion anhand...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem LABO Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite