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Artikel und Hintergründe zum Thema

Interview

Die Planung wird oft unterschätzt

Horst Geuer, Geschäftsführer der Geuer International GmbH, berichtet über seine Erfahrungen aus der Durchführung zahlreicher Laborumzüge. Die Fragen stellte Dr. Barbara Schick.

LABO: Herr Geuer, Sie haben bereits zahlreiche Labore im Auftrag von Industrieunternehmen, Forschungsinstituten oder Behörden komplett umgezogen. Welcher war der größte Umzug oder war besonders anspruchsvoll?

© Geuer International

Geuer: Der größte Umzug, den wir bisher durchgeführt haben, war wahrscheinlich für die Clariant AG. Hier haben wir viele Labore des Chemieunternehmens auf dem Gelände des Industriepark Höchst umgezogen. Anspruchsvoll waren hier die großen Maschinen der Farb- und Spezialchemiker und natürlich auch einfach der Umfang und die damit einhergehende Komplexität der Steuerung des ganzen Projekts. 

Ansonsten empfand ich einen Umzug für das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns als besonders anspruchsvoll, da wir hier neben Geräten und Chemikalien auch lebende Objekte transportiert haben, und zwar Fliegen und Labormäuse. Diese durften natürlich nicht umkommen beim Transport. Wir mussten also neben den üblichen Transportvorkehrungen im Laborbereich auch auf Luftzufuhr und Temperaturkonstanz achten.

LABO: Ist Ihnen aufgefallen, was oft unterschätzt wird, wenn ein Standortwechsel bevorsteht?

Geuer: Die meisten unterschätzen den Planungsumfang und die benötigte Expertise für den Umzug von Labormaterialien – sofern ein reibungsloser Übergang das gewünschte Ziel ist. Im Laborbereich reicht es eben nicht aus, einfach ein Umzugsunternehmen zu beauftragen, welches wie bei einem „normalen Umzug“ das Umzugsgut von A nach B befördert, und man sich erst während des Umzugs überlegt, welches Teil an welchen Stellplatz kommt. Dies endet im schlimmsten Fall im totalen Chaos, und der Betrieb des Labors nach dem Transport wäre sehr eingeschränkt. 

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Ebenso unterschätzen unsere Kunden häufig, was es tatsächlich bedarf, um Chemikalien oder sensible Laborgeräte transportieren zu dürfen. So darf in Deutschland ungeschultes Personal beispielsweise Gefahrgut nicht transportieren. Wenn ich unseren Kunden erkläre, das wir dafür Fachpersonal beschäftigen, welches viele Fortbildungen durchlaufen hat, blicke ich häufig in erstaunte Gesichter.

LABO: Was muss jedes Labor vorbereiten, bevor Sie zum Einsatz kommen?

Geuer: Dies lässt sich pauschal und kurz nicht so leicht beantworten, da es auch viele unterschiedliche Arten von Laboren gibt. Aber ein ganz wichtiger Punkt ist die Absprache mit Herstellern der Laborgeräte im Vorfeld des Umzugs. Ebenso die Planung der Stellplätze für Geräte und Mobiliar am neuen Standort – und das richtige Equipment zum Transport von Labormaterialien sowie das richtige Personal sind selbstverständlich ebenfalls wichtige Grundlage für jeden Laborumzug. 

LABO: Was kann umziehenden Unternehmen erleichtern, den Überblick zu behalten? Haben Sie hier einen Tipp für unsere Leser?

Geuer: Den Überblick zu behalten für jemanden, der sich noch nie mit der Thematik des Laborumzugs beschäftigt hat, kann tatsächlich eine Herausforderung sein. Ab einem gewissen Umfang ist dies für eine Person alleine, ohne entsprechenden Hintergrund, auch kaum zu bewältigen. Einen Umzugsbeauftragten im Unternehmen zu ernennen ist sicherlich die beste Variante für ein internes Monitoring des Projektes. 

Ab einer gewissen Größe der Labore oder der Gebäude raten wir unseren Kunden immer zum Projektmanagement, also der Planung des Umzuges im Rahmen des Umzugsconsultings, wie es bei uns heißt. Die Umzugsplanung bzw. das Projektmanagement besteht bei Geuer aus verschiedenen Bausteinen und liefert das Projekt-Layout sowie den Fahrplan für den Dienstleister. Im Grunde sind wesentliche Phasen des Umzugs bereits vor dem Umzug klar strukturiert. Wenn man die Umzugsplanung von einem Planungsbüro wie bspw. unserer Tochtergesellschaft Geuer Consulting durchführen lässt, erhält der Kunde ständige Status-Berichte über den aktuellen Stand des Projekts und behält einen guten Überblick.

LABO: Vielen Dank, Herr Geuer.

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