Nach dem Projekt ist vor dem Projekt

Waldner-Fachsymposium 2013

Wie würden Nutzer ihre Labore planen, wenn sie dies könnten? Kann man im Vorfeld wirklich alle Projekteinzelheiten abklären? Wie kann man Planungsfehler vermeiden? Und woher weiß man, was der Nutzer braucht, wenn noch nicht einmal der Forschungsauftrag bekannt ist? Das vom Laboreinrichtungshersteller Waldner organisierte Fachsymposium vom 10/11. Oktober in Isny wollte diese Fragestellungen nicht lösen, aber einen Beitrag in Theorie und Praxis dazu leisten.

Das nunmehr 17. Fachsymposium von Waldner fand in rustikalem Ambiente statt. Wie immer boten Gesprächspausen und Abendveranstaltungen einen guten Rahmen für den Austausch auch außerhalb der Vorträge.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Grundsätzlich waren sich die Referenten - Laborplaner, Architekten und Laborleiter aus Forschung und Industrie - einig, dass es schwierig ist, im Vorfeld etwas zu planen, so lange die Anforderungen der Labornutzer noch nicht wirklich feststehen. Einfach ein Labor auf die grüne Wiese bauen kann jeder. Dies aber so zu gestalten, dass die Forscher danach attraktive Arbeitsplätze vorfinden und effizient darin arbeiten können, ist die große Herausforderung, der sich die Laborplaner stellen müssen.

Dass das aber durchaus möglich ist, zeigten Markus Hammes und Klaus Söhngen in ihren Vorträgen bzw. Praxisbeispielen. Wenn in der Planungsphase genügend Zeit für detaillierte Projektklärung investiert werde, könne dieses tatsächlich so umgesetzt werden, wie es ursprünglich geplant wurde. Anderenfalls seien im Nachhinein teure Umrüstungen nötig.

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Nils Bohn vom Max-Delbrück-Centrum schlägt als Lösung für die Planungsunsicherheit und fehlende durchdachte Anforderungen vor, Labore einfach so flexible wie möglich zu gestalten - sozusagen "Räume ohne Grenzen". Wenn man Tischflächen so variabel wie möglich (z.B. Höhenanpassung) installiert oder auch die Medienversorgung anpassbar gestaltet, werde der Nutzer in die Lage versetzt, sich sein Labor individuell einzurichten. Bohn appellierte dazu, die Räume "umnutzungsfähig" zu planen. Gleiches gelte für die Technische Gebäudeausstattung (TGA). So sollten Platzreserven für Technikzentralen vorgesehen werden und es müsse geklärt sein, ob Leitungstraßen bzw. Sanitärinstallationen jederzeit angepasst werden könnten. Der Referent versäumte es nicht, darauf hinzuweisen, dass die geforderte Flexibilität in Sachen Lüftung und Kühlung schwieriger zu erreichen ist. Doch auch hierfür gibt es technische Lösungen.

Diskussionen löste vor allem der Vortrag von Dr. Dimitrios Mihalios von der Technischen Universität München aus. Er demonstrierte aus der Sicht des Labornutzers, wie sehr sich derzeit noch die Forschung an die Einrichtung anpassen muss. Sein Ansatz für die Forschung und damit auch für das Labor der Zukunft ist die absolute Vernetzung der Forschungsfelder bzw. der Fakultäten, die der Referent für die Zukunft erwartet. "Da das Wissen aus Chemie, Physik, Biologie und Informatik immer mehr verschmelzt, werden auch die Fakultäten verschmelzen", prognostizierte Dr. Mihalios. Die Infrastruktur dann für diese Anforderung ins Labor zu bringen, sei Aufgabe der Planung, so der Referent.

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