Das Porträt

Das Porträt

8 Fragen an Dr. Dieter Gutwerk, Berghof Products + Instruments GmbH

Was reizt Sie (besonders) an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Als Chemiker hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich mich einmal für Management, Marketing und Vertrieb begeistern kann. Aber in der Laborbranche wird man immer wieder mit neuen Anwendungsgebieten und Kundenideen konfrontiert. Diese umzusetzen, darin neue Produktpotenziale zu entdecken oder einfach nur neue Anwendungsfelder für bestehende Produkte zu erschließen, ist immer wieder spannend und herausfordernd. Dies fordert nicht zuletzt jederzeit naturwissenschaftliche Neugierde und Marktkenntnisse. Marketing und Vertrieb sind daher aus meiner Sicht der Schlüssel zur erfolgreichen Unternehmensführung. Ein mittelständisches Familienunternehmen wie Berghof eröffnet dafür, auf Grund kurzer Entscheidungswege, einen hohen Gestaltungsspielraum.

Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?

Aus der Vergangenheit verbinden viele Analytiker mit dem Namen Berghof noch bis heute PTFE-Laborprodukte, Druckaufschlussbomben und PTFE-ausgekleidete Hochdruckreaktoren. Aufbauend auf diesem Image haben wir in den vergangenen Jahren unsere Produktpalette im Labormarkt komplett überarbeitet. Sowohl von den technischen Features als auch vom Design her wurden die Produkte für unsere Kunden attraktiver gestaltet. Dies, gepaart mit der hohen Qualität unserer Produkte sowie der kompetenten Anwendungsberatung ist die Basis unseres Erfolgs.

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Heute bieten wir neben den bekannten PTFE-ausgekleideten Hochdruckreaktoren und Druckaufschlussbomben auch Mikrowellenaufschlusssysteme an, die mit ihren innovativen Features das Arbeiten im Labor sicherer, einfacher und deutlich kosteneffizienter machen. Die Mikrowellenaufschlussgeräte haben uns in den letzten Jahren ein enormes Wachstum ermöglicht und stellen bereits heute unser Hauptprodukt dar.

Natürlich ist es unser Ziel, das Umsatzwachstum weiterhin hoch zu halten und weitere Auslandsmärkte systematisch zu erschließen. Auf Grund der allgemeinen wirtschaftlichen Krisensituation ist es unser Nahziel, möglichst gestärkt aus der aktuellen Krise zu kommen. Mit unserem jungen, innovativen Portfolio sind wir dafür sicherlich gut aufgestellt.


Wo liegen die besonderen Herausforderungen für Sie?
Die Mitarbeiter auf allen Ebenen sowie die Vertriebspartner weltweit zu motivieren und insgesamt auf einen hart umkämpften Markt einzustellen ist immer wieder herausfordernd. Hierbei müssen verschiedene Charaktere ebenso wie kulturelle Unterschiede erkannt und berücksichtigt werden.

Langfristig wird sicherlich die größte Herausforderung sein, mit Billiglohnländern konkurrenzfähig zu bleiben. Dies wird in unserem Bereich nur über technische Innovationen, die auch einen echten Kundennutzen bringen gelingen können.

Kurzfristig muss die heraufziehende wirtschaftliche Krise bewältigt werden, wobei noch nicht abzusehen ist wie stark und lange sich diese auf unsere Branche auswirken wird. Der Markt ist momentan durch eine enorme Unsicherheit geprägt, eine verlässliche Planung ist in dieser Situation äußerst schwierig. Als sicher gilt nur: Der Wettbewerbsdruck wird zunehmen.


Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?

Strategisches Marketing ist zu meinem persönlichen Spezialgebiet geworden. Die von mir praktizierte langfristige unternehmensstrategische Denkweise wird dabei besonders geschätzt. Durch dieses Vorgehen erbringe ich meinen Beitrag zu einem nachhaltigen Geschäftserfolg. In der Verfolgung und Umsetzung von Zielen bin ich hartnäckig. Meine Schwäche ist, dass ich hierbei häufig zu ungeduldig bin.

Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Geräte deutscher Firmen und speziell Labor- und Analysengeräte deutscher Hersteller genießen im In- und Ausland einen qualitativ hohen Ruf. Trotz eines starken EURO konnte die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und häufig sogar ausgebaut werden. Dies gelang meines Erachtens vor allem durch innovative Technologien gepaart mit modernem Design und methodischem Marketing. Nach meiner Erfahrung genießen deutsche Unternehmer darüber hinaus international einen hervorragenden Ruf als seriöse und verlässliche Geschäftspartner. Dies ist auf lange Sicht von unschätzbarem Wert. Daher halte ich die deutsche Wirtschaft für robust genug, die Krise zu meistern und gestärkt daraus hervorzugehen.

Was sind die größten Risiken/Risikofaktoren?
Derzeit stellt das Exportgeschäft auf Grund der Aufwertung des EURO und der damit verbundenen Verteuerung unserer Waren im Ausland das größte Risiko dar. Berghof hat wie die meisten Hersteller von Laborgeräten einen hohen Exportanteil der sich in der beginnenden Krise als Achillesverse entpuppen kann.

Gleichzeitig ist zu erwarten, dass die Finanzierung durch die Kreditklemme schwieriger wird. Weitere Handelshemmnisse wie sie in verschiedenen Ländern diskutiert werden, könnten diese Risiken noch zusätzlich erhöhen.

Aus welchen Technologiebereichen kommen die größten Wachstumsimpulse für die Wirtschaft?
Aus welchen Bereichen diese Impulse für die Wirtschaft insgesamt kommen, kann ich nicht beurteilen. Für unsere Märkte kommen sie derzeit überwiegend aus den Bereichen Nanotechnologie und Umwelttechnik. Dabei ist das Thema „Erschließung erneuerbarer Energiequellen“ von besonderer Bedeutung.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Wir sehen unsere Märkte der Zukunft in der Umwelttechnik, der Energietechnik und der Wasseraufbereitung – einschließlich Trink- und Abwasser. Das sind die Märkte in denen Berghof für die Zukunft ein hohes Wachstumspotenzial sieht. Mit den von uns genutzten und angebotenen Technologien, Produkten und Dienstleistungen sind wir bestens vorbereitet und in der Lage unseren erfolgreichen Beitrag zu leisten.

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