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Editorial

Binnenkonjunktur lässt hoffen

Die ersten sechs Monate des Jahres sind um, und diesmal haben wir in der Redaktion die Halbjahresbilanz der deutschen chemischen Industrie mit besonderer Spannung erwartet. Würde sich die im letzten Jahr ausgezeichnete wirtschaftliche Situation der Branche erneut bestätigen? Oder würde die Krise um den Euro jetzt auch hierzulande erste Spuren hinterlassen? Letzteres ist leider zutreffend, wie die erst vor wenigen Tagen vom Verband der Chemischen Industrie (VCI) veröffentlichten Kennzahlen verdeutlichen. So ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht zurück (–0,5 %), die Chemieproduktion allerdings schrumpfte um immerhin 4 %.

Beim VCI bleibt man dennoch gelassen, auch wenn sich im Auslandsgeschäft die Rezession in Südeuropa deutlich bemerkbar gemacht hat: „Unsere Hoffnungen liegen einerseits auf dem Inlandsgeschäft. Denn unsere Kunden aus der Industrie werden auch 2012 ihre Produktion steigern. Andererseits wächst in Übersee die Nachfrage nach Chemieprodukten“, erläuterte VCI- Präsident Dr. Klaus Engel bei der Vorstellung der wirtschaftlichen Kennzahlen in Frankfurt am Main. Die aktuelle Halbjahres- bilanz stützt diese Prognose: Der im Inland erzielte Umsatz stieg aufgrund der guten Binnenkonjunktur im ersten Halbjahr 2012 auf 35,5 Mrd. Euro (+0,5 %), und auch die Zahl der in deutschen Chemiebetrieben Beschäftigten wuchs, und zwar um 2 %. Der Verband rechnet damit, dass die Produktion im weiteren Verlauf des Jahres zulegt und das hohe Niveau von 2011 noch erreicht wird. Der Umsatz soll, bezogen auf das Gesamtjahr, aufgrund steigender Erzeugerpreise um 2 % höher liegen als 2011.

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Fazit: Die aktuelle Krise ist zwar nicht spurlos an der heimischen Chemiebranche vorbeigegangen, aber aktuell gelingt es noch, die Einschnitte im Europa-Geschäft zu kompensieren. Bleibt zu hoffen, dass dies auch 2013 so sein wird. "Die deutsche Chemie verfügt über eine qualitativ hochwertige und innovative Produktpalette, ist wettbewerbsfähig und krisenerprobt. Daher kann sie auch unter schwierigeren Bedingungen auf ihre Stärken vertrauen", betonte VCI-Präsident Engel.

Jürgen Wagner

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