Editorial
Die Erde hat Fieber
Jetzt ist es amtlich – liebe LABO-Leserinnen und Leser: Der diesjährige November war der mit Abstand wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1901. Wer immer noch den Klimawandel leugnet oder ignoriert, ist dumm oder borniert beziehungsweise beides. Und die Hauptursachen dafür, nämlich der Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere CO2, sowie die Brandrodungen in Asien und Südamerika werden nicht geringer, sondern wachsen nach wie vor. So lässt sich das Ziel, die durch Menschen verursachte weltweite Erderwärmung wenigstens auf 2 °C gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen, natürlich nicht erreichen.
Die deutsche Chemieindustrie als eine der energieintensivsten Branchen hierzulande ist schon seit Jahren aus ureigenem Interesse in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten erfolgreich dabei, ihre Prozesse – beispielsweise durch sanftere Chemie, sprich „weiße“ Biotechnologie – energetisch zu verbessern und Rohöl durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen, also klimaneutral zu gestalten. Aber nicht nur die Industrie, wir alle sind in der Pflicht. Müssen wir mit 200 Stundenkilometern und 2-Tonnen-Autos mit über 300 PS über die Autobahn brettern? Müssen wir ständig auf dem Handy erreichbar sein und rund um die Uhr im Netz verbreiten, was wir gerade Unwichtiges tun? Und müssen wir um die halbe Welt fliegen, um 2…3 Wochen an einem Swimmingpool zu liegen? Denn Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.
Barack Obama hatte auf dem Klimagipfel Ende November in Paris Recht, als er sagte, unsere Generation ist die erste, die den Klimawandel spürt, und die letzte, die ihn noch stoppen kann. Uns allen sollte bewusst sein: Wir haben die Erde nur von unseren Enkelkindern geliehen.
Besinnliche Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht Ihnen im Namen des gesamten LABO-Teams
Dr. Hans-Jürgen Hundrieser, Chefredakteur LABO










