Analytica 2022

Digitale Transformation und Zukunftstechnologien im Fokus

In diesem Jahr stehen smarte Lösungen für die digitale Transformation der Laborwelt im Fokus der Analytica, Leitmesse für Analytik, Labortechnik und Biotechnologie, die vom 21. bis 24. Juni 2022 auf dem Gelände der Messe München stattfindet.

Elektronische Laborjournale, automatisierte Hochdurchsatz-Screenings und Pipettier-Roboter: Der digitale Wandel der Laborwelt hat längst begonnen. „In der Laborbranche besteht ein klarer Wunsch nach mehr digitaler Unterstützung und Automatisierung“, weiß Armin Wittmann, Projektleiter Analytica bei der Messe München. „Die Analytica macht Zukunftstechnologien erlebbar, um die Umstellung auf das Labor 4.0 zu beschleunigen.“

Sonderschau Digitale Transformation
Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, die den Digitalisierungsgrad in Life-Science-Laboren untersucht hat, bremsen vor allem mangelnde Akzeptanz und Änderungsbereitschaft sowie die Unwissenheit über die Möglichkeiten neuer Technologien die Labordigitalisierung derzeit aus. Mit der Analytica-Sonderschau "Digitale Transformation" sollen solche Hürden abgebaut werden, indem sich die Besucher live über die Möglichkeiten kollaborativer Roboter und anderer Technologien informieren können.

Die einzelnen wabenförmigen Module des Laborsystems "iHex" lassen sich flexibel anordnen und per Plug-and-Play zu einem Gesamtsystem vernetzen. © TU Dresden – SmartLab-Systeme

Highlight der Analytica-Sonderschau ist das wabenförmige Laborsystem iHEX, das ein Team um Dr. Felix Lenk, CEO der SmartLab Solutions GmbH und Forschungsgruppenleiter SmartLab-Systeme an der Technischen Universität Dresden, entworfen hat. Die innovativen sechseckigen Module sind mit diversen Funktionen ausgestattet, lassen sich flexibel anordnen und sind nach dem Plug-and-play-Konzept elektrisch und über Datenverbindungen zu einem Gesamtsystem verknüpft.

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Der mobile Laborroboter Kevin ermöglicht automatisierte Arbeitsabläufe im Labor. © Fraunhofer IPA / Rainer Bez

Helfende Roboter
Essenzieller Bestandteil des smarten Labors der Sonderschau sind kollaborative Robotersysteme. Sie unterstützen das Laborpersonal bei einfachen Tätigkeiten wie dem Einsetzen von Caps in eine Zentrifuge oder dem Verschließen von Probengefäßen. „Das Ziel lautet, zukünftig mit weniger Ressourcen mehr Experimente oder Analysen in einer höheren Qualität durchzuführen“, erklärt Felix Lenk, der das Labor der Sonderschau zusammen mit mehreren Analytica-Ausstellern realisiert. So beteiligen sich unter anderem Mettler Toledo mit Mess- und Präzisionsinstrumenten, Düperthal mit Sicherheitsschränken und Lagersystemen sowie "2mag" mit Rühr- und Heiztechnik und Integra Biosciences.

Beim Gang durch die Messehallen werden die Analytica-Besucher vermutlich auch Kevin treffen, einen mobilen Laborroboter, den Forschende vom Fraunhofer IPA entwickelt haben. Ausgestattet mit Roboterarm, Kamera, Bildverarbeitung und Lernalgorithmus kann Kevin zum Beispiel Proben von einem Gerät zum nächsten transportieren oder Reagenzien aus dem Lager holen. „Kevin will das Laborpersonal entlasten, nicht ersetzen“, betont Matthias Freundel, Leiter der Gruppe Digital Lab Services am Fraunhofer IPA. „Es geht darum, den hochqualifizierten Labormitarbeitern einfache Aufgaben abzunehmen, damit sie mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten haben.“

Einheitliche Schnittstellen
Eine weitere Herausforderung im Labor 4.0: Alle Geräte müssen miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. Außerdem sind sie mit den mobilen Endgeräten der Nutzer, teils auch mit externen IT-Stellen verbunden. Umsetzen lässt sich diese Vision nur, wenn die gesamte Software und Labortechnik vernetzungsfähig ist und alle Geräte eine standardisierte Schnittstelle haben.

Der in der industriellen Automation etablierte Standard OPC UA (Open Platform Communications Unified Architecture) eignet sich als Basis für die Vernetzung im Labor, wie der Branchenverband Spectaris im Analytica-Forum Digitale Transformation erläutern wird. Eine Spectaris-Arbeitsgruppe erarbeitet aktuell den Laboratory Agnostic Device Standard, kurz LADS, der OPC UA ergänzt und fit für das Laborumfeld macht. Die Sonderschau Digitale Transformation wird zeigen, wie die standardisierte Gerätekommunikation mit OPC UA LADS die nahtlose Auftragsbearbeitung im Routinelabor möglich macht.

Erweiterte Laborrealität
Viele Labortätigkeiten lassen sich nicht ohne weiteres automatisieren, da sie zu komplex sind oder variables Handeln erfordern. Digitale Unterstützung wäre hier dennoch hilfreich. Deshalb rückt das Forum Digitale Transformation auf der Analytica 2022 auch Technologien in den Fokus, die bislang noch nicht so häufig in Laboren genutzt werden, wie die Sprachsteuerung von Geräten und Instrumente der Virtual oder Augmented Reality. Augmented-Reality-Brillen etwa könnten Labormitarbeitern Anweisungen zu Arbeitsabläufen geben, die durchgeführten Schritte zugleich automatisch aufzeichnen oder Warnungen beim falschen Befüllen von Probenröhrchen einblenden.

Synergieeffekte für das Labor 4.0
Egal ob im Forschungs- oder Routinelabor: Der digitale Wandel eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, stellt die Laborbranche aber auch vor eine besondere Herausforderung, die sich nur im engen Zusammenspiel von Geräteherstellern und Softwareentwicklern, Forschern und Laborbetreibern meistern lässt. Die Analytica mit ihrer Kombination aus Fachmesse, Konferenz (der "analytica conference") und umfangreichem Rahmenprogramm versteht sich als Plattform, die alle diese Akteure zusammenbringt.

In diesem Jahr erhalten die Besucher der Analytica mit ihrem Ticket gleichzeitig kostenfreien Zugang zur parallel stattfindenden Automatica, Leitmesse für intelligente Automation und Robotik in der Produktion.Weitere Informationen unter: http://www.analytica.de

Quelle: Messe München

 

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