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Arbeitswelt

Barbara Schick,

Zeitdruck und Gereiztheit bei der Arbeit nehmen zu

Bei der Arbeit haben nach Ansicht vieler Beschäftigter Zeitdruck und Gereiztheit in der Belegschaft in den vergangenen zwei Jahren zugenommen. Das ist eines der Ergebnisse des DGUV-Barometers Arbeitswelt, einer aktuellen Umfrage unter mehr als 2 000 Erwerbstätigen, die die forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH im Auftrag des Spitzenverbandes der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) durchgeführt hat.

© lightpoet/stock.adobe.com

Laut DGUV-Barometer sieht in fast allen Wirtschaftszweigen die Mehrheit der Befragten im Personal- und Fachkräftemangel die größte wirtschaftliche Herausforderung (59 Prozent im Durchschnitt). Eine Ausnahme ist das verarbeitende Gewerbe mit 34 Prozent. Hier bewerten die Befragten vor allem steigende Betriebskosten (59 Prozent) und Nachfrageeinbrüche (49 Prozent) als wichtigste Herausforderungen. Weitere Probleme wie ein Übermaß an Bürokratie, steigende Betriebskosten, Digitalisierung und die Veränderung von Geschäftsprozessen oder hohen Krankenstand werden je nach Branche unterschiedlich häufig genannt. Und: Über alle Branchen hinweg bewertet ein Drittel (32 Prozent) die wirtschaftliche Situation ihres Unternehmens derzeit als weniger gut oder schlecht. 

In den vergangenen beiden Jahren haben vier von fünf Befragten negative Veränderungen in ihrem Arbeitsalltag festgestellt: 51 Prozent beobachten einen höheren Zeitdruck bei der Erledigung ihrer Aufgaben. 43 Prozent berichten von einem gereizteren Klima unter den Kolleginnen und Kollegen. 29 Prozent machen eine sinkende Bereitschaft in der Belegschaft aus, über Fehler zu sprechen. 22 Prozent meinen, dass Gesundheit und Arbeitssicherheit der Beschäftigten anderen Aspekten häufiger untergeordnet würden. 21 Prozent bemerken keine dieser Veränderungen.

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Arbeitsschutz 

Die Mehrheit der Erwerbstätigen (78 Prozent) meint, dass Beschäftigte in ihrem Unternehmen bzw. ihrer Institution sehr gut oder gut dabei unterstützt werden, sicher und gesund arbeiten zu können. Doch nur zwei Drittel der Erwerbstätigen können sich grundsätzlich vorstellen, ihre derzeitige Arbeitstätigkeit bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters sicher und gesund auszuüben. 

Verbesserungsbedarf zeigen folgende Aussagen an: Rund ein Fünftel der Befragten gibt an, von ihrem Arbeitgeber nicht regelmäßig über Risiken am Arbeitsplatz unterwiesen zu werden – je kleiner das Unternehmen, desto häufiger ist dies der Fall. Und weniger als zwei Drittel (61 Prozent) der Befragten mit Führungsrolle geben an, dass in ihrem Unternehmen die gesetzlich vorgegebene Gefährdungsbeurteilung an den Arbeitsplätzen durchgeführt wird. 

Risikofaktor Zeitdruck

Welche Arbeitsbedingungen erhöhen nach Einschätzung von Erwerbstätigen das Risiko von Unfällen an ihrem Arbeitsplatz? 50 Prozent der Befragten sehen in erster Linie eine hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck als Risikofaktor. 32 Prozent nennen in diesem Zusammenhang Überstunden aufgrund von Personalmangel, 27 Prozent unzureichende Information und Kommunikation, 25 Prozent fehlende Erholungszeit und Pausen und 24 Prozent ein schlechtes Betriebsklima. Auch andere Faktoren wie Lärm, fehlende Beleuchtung oder Mängel an Maschinen werden angeführt (weniger als 20 Prozent).

Welche Risiken werden mit Blick auf Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen in Zukunft zunehmen? Auch hier nennt die überwiegende Mehrheit der Befragten das Topthema psychische Belastung (62 Prozent), gefolgt von Risiken durch veränderte Altersstrukturen (53 Prozent).

"Die Daten zeigen: Arbeitgebende tun gut daran, auch die psychische Belastung bei der Arbeit ernst zu nehmen und insbesondere in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen", so DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Hussy. "Die Folgen des demografischen Wandels belasten zunehmend Unternehmen und Beschäftigte. Dieser Herausforderung können Arbeitgebende unter anderem begegnen, indem sie sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden kümmern. Unser Barometer zeigt: Vieles läuft gut, aber es gibt auch noch Luft nach oben."

Weitere Informationen zur Umfrage unter: www.dguv.de und https://publikationen.dguv.de

Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

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