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BINDER vergibt Innovationspreis 2009

Univ.-Prof. Ludger Hengst, Leiter der Sektion für Medizinische Biochemie am Innsbrucker Biozentrum, wurde der renommierte BINDER Innovationspreis 2009 verliehen. Die im Rahmen der 1. gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen und Schweizerischen Gesellschaften für Zellbiologie in Konstanz überreichte Auszeichnung würdigt die in den vergangenen 15 Jahren erbrachte Forschungsleistung des Biochemikers auf dem Gebiet der Zellzykluskontrolle. Die Ergebnisse, die Prof. Hengst mit seiner Forschungsgruppe erzielen konnte, sind vor allem für die Krebsforschung von großer Bedeutung. Mit dem Spezialforschungsbereich¿ Zellproliferation und Zelltod in Tumoren¿ gibt es in Innsbruck zudem einen starken wissenschaftlichen Schwerpunkt, in den sich die Arbeiten von Prof. Hengst sehr gut einfügen. Außerplanmäßige Zellteilungen spielen für die Tumorentstehung eine zentrale Rolle. Im Zentrum der Maschinerie, die die Zellteilung kontrolliert, stehen Proteinkinasen aus der Familie der Cyclin-abhängigen Kinasen (CDKs). Als Bremse für diese Motoren wirken sogenannte CDK-Inhibitoren, die an die CDKs binden und sie dadurch inaktivieren können. Durch diese Inaktivierung verhindern CDK Inhibitoren unplanmäßige Zellteilungen. Prof. Ludger Hengst hat eines dieser CDKinhibierenden Proteine, p27Kip1, vor einigen Jahren entdeckt und in der Folge unterschiedliche Mechanismen entschlüsselt, die die Expression und Funktion dieses wachstumshemmenden Proteins kontrollieren. Dabei gelang es auch zu zeigen, das Src, Lyn und BCR-Abl, seit langem bekannte Proteine, die Krebs auslösen können, p27Kip1 direkt verändern. Die Veränderung inaktiviert und destabilisiert den CDK Inhibitor und kann so Zellen zu unkontrollierten Teilungen antreiben. Interessant dabei war auch die Entdeckung, dass die Funktion des Proteins dadurch so verändert werden kann, dass es sogar Zellen zur Teilung stimmulieren könnte. Experimentell konnte gezeigt werden, dass BCR-Abl, ein für viele Leukämien verantwortliches Onkogen, über diesen Mechanismus p27Kip1 inaktiviert und Zellen zu vermehrten Teilungen anregt oder dass ein gehäuftes Vorkommen der Tyrosinkinase Src in Brustkrebszellen mit reduziertem CDKInhibitor p27Kip1 im Zellkern und verstärkter Zellteilung korreliert. Für die Leukämie- wie für die Brustkrebstherapie konnten so neue mögliche Therapieansätze identifiziert werden. "Unsere Forschungen stellen einen neuen direkten molekularen Zusammenhang zwischen wichtigen Onkogen und der zentralen Zellzyklusmaschinerie her", erklärt Prof. Hengst die Ergebnisse. Der von der BINDER GmbH gestiftete Preis wird von der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ) für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Zellbiologie vergeben. Prof. Hengst, 2005 an die Medizinische Universität Innsbruck berufen, ist der zweite in Österreich tätige Wissenschafter, der den seit 1998 verliehenen Binder-Innovationspreis erhält. Zuvor war er am Max Planck Institut in Martinsried bei München und am Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien tätig. Der Innovationspreis wird von der Firma BINDER GmbH, einem Spezialanbieter von Inkubationsschränken für das wissenschaftliche und industrielle Labor, gestiftet. Die Auswahl des Preisträgers erfolgt durch eine unabhängige Gutachter-Jury der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie. "Innovationskraft schafft Wachstum und Erfolg. Wir produzieren nicht nur am Standort Deutschland erstklassige Produkte, sondern möchten auch die Ideenvielfalt im wissenschaftlichen Bereich fördern. Angesichts der steigenden Komplexität technologischer Verknüpfungen, sind Innovationen heute nicht mehr im Alleingang zu realisieren und so steht der BINDER Innovationspreis auch für unsere enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft¿", sagt Peter Michael Binder.

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