Wissenschaftsgebiet Biofabrikation

Jürgen Groll erhält den Senior Investigator Award 2022

Für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Biofabrikation erhält Professor Jürgen Groll den Senior Investigator Award 2022. Das ist die höchste Auszeichnung der International Society for Biofabrication.

Prof. Dr. Jürgen Groll leitet den Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde am Würzburger Universitätsklinikum. © Michael Bartolf-Kopp / Universität Würzburg

Bei der Biofabrikation geht es darum, mit automatisierten 3D-Druck-Prozessen menschliche Zellen auf Gerüststrukturen aufzutragen. Diese ausgeklügelten Konstrukte werden dann zu funktionsfähigen Gewebemodellen weiterentwickelt, etwa für Haut oder Knorpel.

Ziel der Forschungen ist es, „künstliche“ Gewebe oder sogar organähnliche Gebilde herzustellen. Sie haben das Potenzial, Tierversuche zu ersetzen, die Pharma- und Krebsforschung voranzubringen und krankes oder zerstörtes Gewebe zu regenerieren. Der Würzburger Professor Jürgen Groll hat auf diesem Wissenschaftsgebiet herausragende Leistungen vorzuweisen. Dafür erhält er nun den Senior Investigator Award 2022 der Internationalen Gesellschaft für Biofabrikation.

Preisverleihung in Pisa

Der Preis wird ihm bei der Jahrestagung der Fachgesellschaft überreicht, die vom 25. bis 28 September 2022 in Pisa (Italien) stattfindet. Mit der Auszeichnung geht die ehrenvolle lebenslange Mitgliedschaft in der Gesellschaft einher. Groll ist außerdem eingeladen, bei der Schlussveranstaltung der Tagung einen Vortrag zu halten.

Jürgen Groll (46) leitet seit 2010 den Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde am Würzburger Universitätsklinikum. Seit 2020 ist er zudem an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) geschäftsführender Direktor des neu geschaffenen Instituts für Funktionsmaterialien und Biofabrikation. An der JMU hat er auch das Center of Polymers for Life initiiert – der Neubau für dieses interdisziplinäre Forschungszentrum wächst derzeit auf dem Hubland-Campus heran.

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Verdienste von Jürgen Groll

„Er ist ein international führender Pionier der Biofabrikation.” So heißt es in einem Schreiben, mit dem drei Fachkollegen Jürgen Groll für den Award vorgeschlagen haben.

Wichtige Fortschritte habe der Würzburger Professor unter anderem bei der Entwicklung von Biotinten erzielt – das sind die Flüssigkeiten, mit denen lebende Zellen per 3D-Druck auf Gerüstmaterialien aufgebracht werden. Auch mit Blick auf die dreidimensionalen Trägergerüste seien ihm wesentliche Fortschritte zu verdanken: Hier habe er eine völlig neue Strategie gefunden, um in einem einstufigen Verfahren Gerüste herzustellen, die sehr gut die Matrix des Bindegewebes nachahmen.

Für seine Erfolge wurde Jürgen Groll mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 2013 einen millionenschweren Preis des Europäischen Forschungsrats, einen ERC Consolidator Grant. Und mehr als 230 Publikationen hat er bisher in Fachjournalen wie Nature Chemistry, Advanced Materials and Angewandte Chemie.

Der Professor engagiert sich auch für die Lehre. Unter seiner Federführung wurde an der JMU einer der weltweit ersten Master-Studiengänge für Biofabrikation etabliert. Er sorgte außerdem dafür, dass in Würzburg 2016 die deutschlandweit erste Professur für Biofabrikation eingerichtet wurde.

Quelle: Universität Würzburg

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