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Chemiekonjunktur schwächt sich deutlich ab

Im dritten Quartal 2008 mussten die Chemieunternehmen in Deutschland ihre Produktion wegen der schwachen Nachfrage sichtlich zurückfahren. Allerdings waren die Produktionskapazitäten mit durchschnittlich 84 Prozent auch von Juli bis September noch relativ gut ausgelastet. VCI-Präsident Professor Dr. Ulrich Lehner kommentierte die Entwicklung: "Die weltweite Abschwächung der Konjunktur hat jetzt auch die chemische Industrie in Deutschland erfasst. Die Auswirkungen der globalen Finanzmarktkrise verstärken den negativen Sog bei wichtigen Abnehmern unserer Branche im In- und Ausland. Der Staat sollte jetzt stabilisierend eingreifen, indem er Entlastungen vorsieht und weitere Belastungen vermeidet: Wir plädieren für eine Vermeidung von Auktionierungskosten für den Emissionshandel, eine steuerliche Förderung von Forschungsvorhaben und eine Wiedereinführung der degressiven Abschreibung von Investitionen, zumindest zeitlich befristet." In den kommenden Monaten rechnen wir mit einer weiteren Abschwächung der Chemienachfrage. Für das Gesamtjahr 2008 erwarten wir daher lediglich ein Produktionswachstum von 1 Prozent. 2007 lag der Anstieg noch bei 5 Prozent. Der Branchenumsatz dürfte bei steigenden Erzeugerpreisen 2008 um rund 3 Prozent zulegen. Produktion gedrosselt: Im Vergleich zu den Monaten April bis Juni verringerte sich die Chemieproduktion im dritten Quartal 2008 um 1 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahresquartal ging das Produktionsniveau um 1 Prozent zurück. Erzeugerpreise deutlich gestiegen: Durch die kräftig gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten erhielt die Entwicklung der Erzeugerpreise in der chemischen Industrie im dritten Quartal 2008 zusätzliche Dynamik. Viele Unternehmen erhöhten die Chemikalienpreise deutlich. Insgesamt waren chemische Erzeugnisse im Durchschnitt gut 4 Prozent teurer als in den drei Monaten zuvor. Das Preisniveau des entsprechenden Vorjahresquartals wurde um mehr als 8 Prozent übertroffen. Nachfrage geht zurück: Sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft entwickelten sich im dritten Quartal 2008 wenig erfreulich. Trotz der Preiserhöhungen verringerte sich der Umsatz der deutschen Chemieunternehmen. Die Verkäufe der Branche lagen mit rund 42,5 Milliarden Euro saisonbereinigt um 1 Prozent niedriger als im zweiten Quartal des Jahres. Dabei ließ das Inlandsgeschäft um 1,5 Prozent nach, die Verkäufe ins Ausland gingen um 0,5 Prozent zurück. Beschäftigung stabil: Mit 439.800 Mitarbeitern blieb die Beschäftigung in der Chemie trotz der Eintrübung der Konjunktur nahezu konstant. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI), mit Sitz in Frankfurt, vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von 1.600 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2007 rund 174 Milliarden Euro um und beschäftigte über 437.000 Mitarbeiter.

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