Analyseninstrument für Biomarker-Nachweis

Heinrich-Emanuel-Merck-Preis für Analytik geht an Francesco Ricci

Merck hat Professor Francesco Ricci von der römischen Universität Tor Vergata mit dem Heinrich-Emanuel-MerckPreis für Analytik 2017 ausgezeichnet. Der italienische Chemiker erhält den mit 15.000 Euro dotierten Preis für seine - nach Unternehmensangaben - bahnbrechende Entwicklung von der Natur nachempfundener DNA-basierter Nanosensoren. Die Preisverleihung hat im Rahmen der Fachkonferenz Euroanalysis an der Universität Stockholm in Schweden stattgefunden.

Heinrich Emanuel Merck: vom Apothekerhandwerk zum forschenden Industrieunternehmen (Bild: Merck)

„Professor Ricci hat ein innovatives, hochselektives biobasiertes Analyseinstrument entwickelt, das einen entscheidenden Mehrwert für den raschen und kostengünstigen Nachweis von Biomarkern bietet. Es ist damit nicht nur von Relevanz für die medizinische Forschung, sondern wird auch zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen“, erläuterte Klaus Griesar, Leiter Wissenschaftsbeziehungen bei Merck. Ricci untersuchte Strategien der Natur, um Sensoren für diagnostische Anwendungen zu entwickeln, die die gleichen Mechanismen wie biomolekulare Rezeptoren verwenden. Eine der „Nachweisstrategien“ dieser Rezeptoren ist eine bindungsinduzierte Konformationsänderung.

Die Konformationsverschiebung entsteht durch die Bindung eines Zielmoleküls. Auf diesen natürlichen Erkennungsmechanismus baute die Forschungsgruppe um den diesjährigen Preisträger auf und nutzte synthetische DNA-Oligonukleotide für die Entwicklung von optischen und elektrochemischen Sensoren. Diese Analyseninstrumente sind in der Lage, eine breite Palette von Antikörpern, Proteinen und weiteren Analyten nachzuweisen, die in der medizinischen Forschung von Bedeutung sind.

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Nach Überzeugung der Jury stellt die erläuterte Methode einen entscheidenden Vorteil dar, da der Nachweis derartiger Marker bislang mehrere Schritte, komponentenintensive Prozesse und ausgefeilte Laborgeräte erforderte. Demgegenüber ermöglicht die Methode Ricci in einem Schritt einen raschen und kostengünstigen Nachweis bei weiterhin hoher Selektivität.

Ricci, Jahrgang 1977, studierte Chemie an der Universität Tor Vergata in Rom, Italien und an der Universität von Lund in Schweden. 2005 promovierte er mit einer Arbeit über Sensoren und Biosensoren auf Basis von Berliner Blau an der Universität Tor Vergata. Im darauffolgenden Jahr wurde er zum leitenden Wissenschaftler der dortigen Chemischen Fakultät berufen. Zwischen 2006 und 2013 forschte Ricci mehrmals – insgesamt zwei Jahre – als Post-doc an der chemischen und biochemischen Fakultät der University of California, Santa Barbara (UCSB) in den USA. Ab Juni 2013 war er Gastprofessor dieser Fakultät mit einem Marie-Curie Outgoing-Fellowship-Stipendium. Seit April 2014 ist Ricci außerordentlicher Professor am Labor für Biosensoren und Nanomaschinen der Chemischen Fakultät der Universität von Tor Vergata in Rom.

Mit vergibt den Heinrich-Emanuel-Merck-Preis für Analytik seit 1988 an junge Wissenschaftler im Alter von bis zu 45 Jahren. Das Unternehmen zeichnet damit Chemiker aus, die sich mit der Entwicklung neuer Analysemethoden und darauf basierender Anwendungen zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen befassen, beispielsweise in Bereichen wie Life Sciences, Umweltschutz und Biowissenschaften.

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