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Hochdurchsatzsequenzierung: DFG richtet vier Kompetenzzentren ein

GenomikHochdurchsatzsequenzierung: DFG richtet vier Kompetenzzentren ein

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet vier Kompetenzzentren für Hochdurchsatzsequenzierung ein. Dies beschloss der Hauptausschuss der DFG im Rahmen seiner Frühjahrssitzung in Bonn. Die vier Zentren wurden aus insgesamt sechs Bewerbungen ausgewählt. Sie werden mit der „Next Generation Sequencing“-Technologie (NGS) ausgestattet und mit einer Summe von insgesamt 14 Millionen Euro für zunächst drei Jahre gefördert. Hinzu kommt eine 22-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten, die durch den Betrieb der Zentren entstehen. Die geförderten Hochschulen sollen künftig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern standortübergreifend Beratung zu Sequenzierprojekten und Bioinformatik anbieten.

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Die vier geförderten Zentren sind: das „West German Genome Center“, eine Kooperation unter Federführung der Universität zu Köln mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; das „NGS Competence Center Tübingen“ der Eberhard Karls Universität Tübingen; das „DRESDEN-concept Genome Center“ der Technischen Universität Dresden; sowie das „Competence Centre for Genomic Analysis Kiel“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Kompetenzzentren wurden im Rahmen einer Aus-schreibung und durch eine Begutachtungsgruppe unter internationaler Beteiligung nach wissenschaftlichen und infrastrukturellen Qualitätskriterien ausgewählt.

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Mit der im Juli 2017 beschlossenen Förderinitiative möchte die DFG den dringenden Bedarf an modernen NGS-Infrastrukturen an Hochschulen auffangen. Dabei sollen die Kompetenzzentren und deren Vernetzung nur der erste Schritt hin zum Aufbau einer größeren nationalen Infrastruktur sein. „Ich denke, dass mit der Förderentscheidung eine sehr erfolgreiche erste Phase der NGS-Förderinitiative eingeleitet werden kann: der Aufbau von vier über ganz Deutschland verteilten Kompetenzzentren“, sagte Prof. Dr. Katja Becker, Vizepräsidentin der DFG und Vorsitzende der Arbeitsgruppe, die die Förderinitiative erarbeitet hat. „Die Signalwirkung der Initiative richtet sich aber natürlich auch an andere Geldgeber, da die DFG mit der Förderinitiative nur einen dringenden Bedarf, aber nicht den notwendigen Aufbau und Unter-halt einer größeren nationalen NGS-Infrastruktur und -Förderung dauerhaft abdecken kann.“

Eine zweite Ausschreibung, die in Kürze erfolgen soll, richtet sich an Projekte mit mittelgroßem Sequenzierbedarf – in Höhe von 100 000 Euro bis zu 1 Million Euro. Anträge hierfür können über alle Wissenschaftsstandorte in Deutschland hinweg und für alle Organismen gestellt wer-den. Die notwendigen Sequenzierleistungen werden über die nun geförderten Zentren er-bracht.

Mit NGS lässt sich das Genom, Epigenom und Transkriptom einer biologischen Probe vollständig erfassen und quantifizieren. Durch die Datenintensivität der Methode – neueste Geräte erzeugen bis zu 6 Terabyte an Daten in weniger als zwei Tagen – und die sich daraus ergebende Komplexität der bioinformatischen Analysen, wird offensichtlich, dass ein möglichst breites Serviceangebot für viele wissenschaftliche Nutzerinnen und Nutzer eine bioinformatische Beratung im Vorfeld und bei der Auswertung der Daten beinhalten muss. Hier liegt nach Ansicht der DFG auch der Mehrwert bei der Nutzung von akademischen Einrichtungen, da qualitativ hochwertige und den sehr diversen wissenschaftlichen Fragestellungen angepasste Sequenzierleistungen zurzeit oftmals nicht durch kommerzielle Lösungen beziehungsweise Anbieter abbildbar sind.

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