Karrierewege von MINT-Frauen

Women-MINT-Slam 2019

Fünf Slammerinnen haben bei der Karrieremesse Women&Work auf ihre ganz persönliche Art deutlich gemacht, wie ein Karriereweg in MINT aussehen kann. Ihre Erfahrungen und Tipps geben sie hier weiter.

Slammerinnen beim Women-MINT-Slam 2019 © Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.

Der Women-MINT-Slam von „Komm, mach MINT.“ hat auf der Karrieremesse Women&Work mittlerweile seinen festen Platz. Zu Recht, denn die Führungsfrauen, die hier auf inspirierende und unterhaltsame Art von ihren Karrierewegen erzählen, machen Mut und zeigen, dass es sich lohnt eine Karriere in MINT anzustreben.

In diesem Jahr machten fünf Slammerinnen auf ihre ganz persönliche Art deutlich, wie ein Karriereweg in MINT aussehen kann, an welchen Stellen die größten Herausforderungen zu meistern sind und das eine gute Portion Gelassenheit hilft, so manchen Stolperstein zu überwinden.

„In den Führungsetagen ist noch so viel Platz – Platz für dich!“

Keine Frage, auf dem Weg in Führungspositionen sind diverse Herausforderungen zu meistern. Auch die diesjährige Gewinnerin des MINT-Slams, Dr. Nicole Meier, Plant Manager bei BASF SE, kann diesbezüglich einiges erzählen. Mit Bezug auf die Studie „Women in the workplace“ (LeanIn.Org & McKinsey, 2018) macht sie deutlich, dass ihre Expertise im eigenen Fachgebiet viel häufiger hinterfragt wurde als bei Männern, und dass sie häufig das Gefühl hatte, Nachweise für die eigene Kompetenz liefern zu müssen. Als Chemikerin liefert sie anschließend eine Rezeptur für die Kettenreaktion zum Erfolg:

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  • Reinheit (sei echt, authentisch, pur – sei Frau!)
  • Klarheit (sei klar – im Senden und Empfangen)
  • Start (leg‘ los – sei unaufhaltsam!)

„Macht das, was ihr liebt. Nutzt eure Stärken und baut auf diese!“

Voller Elan startete Jana Janze nach ihrem Studium der Kartographie und Geoinformatik ins Arbeitsleben. Doch es folgten gleich mehrere Dämpfer, weswegen sie in kürzester Zeit mehrfach den Job wechseln musste. „Da heißt es an Herausforderungen lernen und bloß nicht aufgeben“, so Jana Janze. Mittlerweile arbeitet sie seit acht Jahren bei der Sopra Steria Consulting. Vor vier Jahren wurde sie gebeten, etwas zu Design Thinking zu machen. Sie nutzte die Chance und hat seitdem den Bereich Innovationsmanagement innerhalb des Public Sectors aufgebaut: „Nutzt auch kleine Chancen, daraus kann was Großes werden!“

„Vertraut auf eure Kompetenz, macht das was euch Spaß macht und seid selbst Vorbild!“

Elif Akin, Product Application Specialist Schneider Electric GmbH, ist in einer Familie groß geworden, in der fast alle naturwissenschaftlich begabt waren. Vor dem Studium der Elektrotechnik hat sie deshalb nie darüber nachgedacht, dass dort wenige Frauen sein könnten. Am ersten Tag an der Uni saß sie dann im Hörsaal mit ca. 250 KommilitonInnen und davon waren ca. 10 Frauen. Sie war schockiert und noch schlimmer wurde es, als sie hörte, dass dieses Jahr die Frauenquote höher sei als in den Jahren zuvor. Danach hat sie für die Studienberatung der Fakultät gearbeitet und auf Messen junge Damen dazu ermutigt, auch diesen Weg einzuschlagen.

„Nutzt die Chancen, die sich euch bieten!“

Dr. Irene Osada hat Wirtschaftschemie studiert und anschließend in physikalischer Chemie promoviert. Ihren Forschungsschwerpunkt hat sie in der Batterieforschung gefunden, weil diese eine hohe gesellschaftliche Relevanz hat und weil sie wegen ihrer Komplexität sehr herausfordernd ist. Mittlerweile ist sie in einem Nachwuchskräfteprogramm bei der Robert Bosch GmbH. Sie gibt allen Anwesenden den Rat, nicht von vornherein an die Schwierigkeiten zu denken, die einem auf dem Karriereweg begegnen können, denn: Heute ist mehr möglich als je zuvor und Frauen haben das Privileg neue Karrierewege mitzugestalten!

„Es gibt nichts Spannenderes als die Zukunft mitzugestalten und dafür ist MINT eine der besten Voraussetzungen die man haben kann.“

Anna-Lena Bruné, Vice President Digital Transformation Deutsche Telekom AG, entschied sich nach dem Abitur Informatik mit Nebenfach Physik zu studieren. Ihre persönliche Geschichte und ihre Erfahrungen machen vor allem eines deutlich: Der Glaube an sich selber und an die eigenen Fähigkeiten ist an vielen Stellen von ganz besonderer Bedeutung. Zum Abschluss gibt sie den Anwesenden weitere Ratschläge mit auf den Weg, die den Weg vom Studium bis in eine Führungsposition erleichtern:

  • Haltet euch an die Schlauen!
  • Such dir deinen Platz!
  • Tu Gutes & sprich darüber!
  • Hebt die Hand!
  • Fragt um Hilfe!
  • Macht euch körperlich groß!
  • Denkt daran: Es lohnt sich!

Der Nationale Pakt „Komm, mach MINT.“ wurde 2008 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Ziel gestartet, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge zu begeistern sowie Hochschulabsolventinnen für Berufskarrieren in Wirtschaft und Wissenschaft zu gewinnen. 

Die Geschäftsstelle von „Komm, mach MINT.“ ist im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. angesiedelt. Der Verein fördert bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie Vielfalt als Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer Entwicklung.

Das Informationsportal (www.komm-mach-mint.de) bietet einen Überblick über das breite Spektrum von Angeboten zur Gewinnung weiblicher Nachwuchskräfte mit konkreten Tipps, Handlungsempfehlungen und einer bundesweiten Projektlandkarte mit mehr als 1 000 Projekten.

Quelle: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.

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