Forum für die Gesundheitswirtschaft

Medica – die internationale Messe rund um Medizin

Vom 12. bis 15. November bieten die Medizinmesse Medica und die Medizintechnik-Zulieferer-Fachmesse Compamed in Düsseldorf Foren für die Gesundheitswirtschaft.

© Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann

Die Medica deckt ein breites medizinisches Spektrum ab: Von Medizintechnik und Dienstleis­tungen für Krankenhaus und Praxen, Medizinprodukten, Labortechnik und Diagnostik bis hin zur Informations- und Kommunikationstechnik. Ausgerichtet am breiten diagnostischen und therapeutischen Workflow der medizinischen Versorgung umfasst die Medica-Fachmesse die folgenden Schwerpunkte: Elektromedizin/Medizintechnik, Labortechnik/Diagnostika, Physiotherapie/Orthopädietechnik, Bedarfs- und Verbrauchsartikel, Informations- und Kommunikationstechnik, medizinisches Mobiliar sowie spezielle Raumeinrichtung für Kliniken und Praxen. Allein im medizintechnischen Bereich werden ca. 2 500 Aussteller erwartet.

Die deutschen Medizintechnik-Hersteller profitieren von der Digitalisierung in der Medizin. So rechneten die im Branchenverband Spectaris organisierten Unternehmen für das vergangene und das aktuelle Jahr mit einem Wachstum von jeweils fünf Prozent. Eine Haupttriebfeder sieht der Verband in der Digitalisierung – und dieser Mega-Trend kann international beobachtet werden. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich auch die mit mehr als 5 000 Ausstellern aus rund 70 Nationen weltführende Medizinmesse Medica verstärkt zum Hotspot für innovative junge Unternehmen entwickelt. Sie spiegelt den weltweiten Trend zur Digitalisierung im Gesundheitswesen auch unter diesem Aspekt wider.

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So werden sich Messe-täglich neue Start-ups unter dem Motto „Medica Disrupt“ im Rahmen des „Medica connected healthcare Forum“ und der „Medica App Competition“ präsentieren. Die Bühne betreten werden insgesamt mehr als 50 Start-ups, die Lösungen für die Behandlung von Hautkrebs, von chronischen Krankheiten (beispielsweise an Herz und Lunge), für das Telemonitoring bis hin zum Tracking von Vitalparametern und Aktivität vorstellen. Im Medica Start-up Park und in den Gemeinschaftsständen insbesondere von Frankreich, Israel und Finnland werden sich ebenfalls spannende Start-ups finden. Viele bieten Lösungen für die Prävention und Therapie schwerwiegender Erkrankungen. Drei Beispiele seien im Folgenden beschrieben.

Hautkrebs früh erkennen
Das Start-up Magnosco aus Berlin wird seine Methode zur Hautkrebsfrüherkennung mittels Laser im Medica Start-up Park (in Halle 15) vorstellen. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung. Allein in Deutschland erkranken mehr als 200 000 Personen jedes Jahr neu daran. Das zugrundeliegende Verfahren von Magnosco verwendet einen neuen Ansatz zur Früherkennung: Melanin wird bei der patentierten Technologie mit Laser zum Leuchten angeregt., die Fluoreszenz wird aufgezeichnet. Krebszellen leuchten unter diesen Bedingungen etwas anders als gesunde Zellen und diese Unterschiede erkennt ein Algorithmus, der die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung des Gewebes errechnet. Das Verfahren ist relativ einfach zu nutzen. Der Anwender ist nicht darauf angewiesen, Bilder zu interpretieren. Der Wert, den das Gerät auswirft, ist ein Maß für das Risiko, dass ein bösartiger Hautkrebs vorliegt. Dermatologen und geschulte Allgemeinmediziner können die Methode bereits jetzt nutzen, wobei die Dermatofluoroskopie sowohl am Patienten wie auch an isolierten Präparaten eingesetzt werden kann.

Angewandte Digitalisierung
Sogar das klassische Stethoskop wird digital und vernetzt: StethoMe ist ein schnurloses Stethoskop, mit dem selbst Laien Lunge und Herz untersuchen können. Die Sieger des IOT/WT Innovation World Cup 2018 in der Kategorie „Healthcare“ wollen so Eltern ermöglichen, den Zustand der Atemwege ihrer Kinder mit chronischen Lungenerkrankungen an jedem Ort und zu jeder Zeit überprüfen und die Daten mit Medizinern austauschen zu können, um so häufige Fahrten und Klinik-Aufenthalte zu vermeiden. Die notwendigen Algorithmen werden mit künstlicher Intelligenz optimiert, was die Auskultationsdiagnostik verbessern und objektivieren soll. Dazu wird eine große Datenbank von Auskultationsgeräuschen, die von Spezialisten charakterisiert wurden, ausgewertet. Ziel ist die qualitative Verbesserung der Diagnostik und der Therapieüberwachung bei chronischen Krankheiten wie Asthma.Asthma-Patienten sollen auch von„FindAir one“ profitieren, den Mit-Gründer Tomasz Mike ebenfalls auf der Medica vorstellen wird. Es handelt sich dabei um eine smarte Inhalator-Applikation, die Informationen sammelt über die inhalierte Arzneimittel-Dosis und die Umwelt-Bedingungen, bei denen das Arzneimittel inhaliert wird. Diese können helfen, die Behandlung individuell anzupassen.

Im Medica Start-up Park können Jungunternehmen ihre Ideen einem Fachpublikum präsentieren – hier ein Eindruck von der letzten Medica. © Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann

Fachmesse Compamed 2018
Parallel zur Medica findet in den Hallen 8a und 8b die Compamed statt, die mit rund 800 Ausstellern führende internationale Marktplattform für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie. Der Markt für Medizintechnik und Medizinprodukte ist von nachhaltigem Wachstum geprägt. Die Innovationszyklen sind kurz. Jedoch unterscheiden sich die Zulassungsprozedere von Land zu Land stark voneinander und sind insgesamt sehr komplex.

Angebotsschwerpunkte auf der Compamed sind: Komponenten für Medizintechnik (u. a. Elektronik, Bauteile, Schläuche, Filter, Pumpen, Ventile), Materialien/Werkstoffe, Mikro- und Nanotechnologie, Auftragsfertigung „Electronic Manufacturing Services“ (EMS), komplexe Herstellungs- und Ausrüstungspartnerschaften (z. B. OEM – Original Equipment Manufacturer) sowie Verpackungen und Dienstleistungen.

Messe-Synergien
Zwischen den ca. 800 Compamed-Ausstellern und ihren Kunden, darunter zum Beispiel Aussteller der Medica, ist erneut ein zukunftsweisender Austausch im Hinblick auf innovative Lösungen für eine bessere Gesundheitsversorgung zu erwarten. Denn spannende Trends geben derzeit den Takt vor. „Dematerialisierung“ und „Digitalisierung“ bzw. „Vernetzung“ sind Schlagworte, die schon seit geraumer Zeit und auch aktuell maßgeblich das Geschehen rund um die medizintechnische Produktentwicklung treffend skizzieren. Die Anbieter benötigen von den Zulieferern immer feinere, leichtere und doch zugleich leistungsfähigere Komponenten wie Sensoren, Chips, Funkmodule oder auch passende Energie- sowie Datenspeicher.

Diese werden etwa verbaut in den stark nachgefragten `Wearables´ zur Diagnostik der verschiedensten Körperparameter. Ein weiteres großes Anwendungsfeld ist das der aktiven Implantate. Interessante Neuheiten finden sich neben miniaturisierten Bauteilen auch auf dem Gebiet der Beschichtungstechnologien. Parylene-Beschichtungen werden beispielsweise von Experten als „Multi-Talente“ bezeichnet. Denn solche Beschichtungen auf Kunststoffbasis sind organisch verträglich und eignen sich besonders gut zur Kapselung von Implantaten. Außerdem können sie ultra-dünn ausgeführt werden und sind daher u. a. in Stent-Technologien, Neurostimulation oder auch Infusionstechnologien verwendbar.

Beständigkeit ist gefragt – oder auch das genaue Gegenteil
Während hinsichtlich bestimmter Materialien äußerste Beständigkeit gefragt ist, verlangen andere Einsatzzwecke das genaue Gegenteil. Und auch dafür haben Compamed-Aussteller Lösungen in der Pipeline. Anzuführen sind Anwendungen zur Behandlung von Knochendefekten. Hier hat z. B. das Fraunhofer-Institut IFAM jüngst ein Magnesiumimplantat vorgestellt, das sich von selbst nach einer gewissen Zeit aufllöst. Der Clou dabei: Die Faserstruktur des Implantats dient dem Knochen während des Wachstums als Stütze, sie ermöglicht das Einwachsen der Blutgefäße. Der Knochen wächst heran, parallel dazu baut sich das Implantat quasi von selbst ab.

Auch zur Anwendung außerhalb des Körpers gibt es Produkte von begrenzter Lebensdauer, die trotz ihres „Wegwerfcharakters“ Hightech im Miniformat darstellen. Das gilt etwa für den Bereich der „Lab-on-a-chip“-Technologien. So wurde bereits bei der Compamed im Vorjahr durch das Fraunhofer-Institut IOF die Entwicklung eines Labors im Taschenformat vorgestellt. Ein auf den Chip gegebener Tropfen Blut könnte ausreichen für eine minutenschnelle Diagnose per App.

Das Mini-Labor aus dem Tintenstrahldrucker
Genauso sensationell wie die Wirkweise mutet auch die vergleichsweise günstige Produktionsmethode dieses auf optischen Verfahren aufbauenden Chips an. Dieser enthält ganz feine Kanäle und wird bestückt mit einer winzigen Lampe und einem Miniatur-Photodetektor, die beide mit einem nur wenig modifizierten Tintenstrahldrucker aufgedruckt werden. Der Trick: Es kommt Spezialtinte zum Einsatz. Die Tinte ist mit fluoreszierenden Molekülen oder Nanopartikeln versetzt. Aufgebracht sind ferner die für einen bestimmten Krankheitsmarker (z. B. Gluten-Unverträglichkeit) typischen Ankermoleküle. Kommt das mit dem Krankheitsmarker versehene Blut für die Analyse in Kontakt mit diesen speziellen Molekülen und den Fluoreszenz-Farbstoffen, regt die aufgedruckte Lampe die Farbstoffe zum Leuchten an, und der Photodetektor schlägt Alarm.

Rahmenprogramm
In enger Verzahnung mit den Präsentationen der Aussteller greifen auch zwei Foren relevante Trends aus dem Zuliefererbereich für die Medizintechnik auf. Hier legt das Compamed Hightech Forum (Halle 8a) des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik den Schwerpunkt auf Mikrosystemtechnik, Nanotechnologien sowie Produktionstechnik und Prozesssteuerung. Ergänzend bietet der IVAM-Produktmarkt „Hightech for Medical Devices“ durch eine Flächenerweiterung in diesem Jahr noch mehr Ausstellern Platz, sich mit ihren Neuheiten aus der Welt der Mikro- und Nanotechnik oder auch der Photonik und der neuen Materialien zu präsentieren. 45 internationale Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben hier bereits ihre Beteiligung angemeldet.

www.medica.de
www.compamed.de

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