Merck Hauptversammlung 2016

Stabwechsel nach zehn erfolgreichen Jahren

Das Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck ist gestärkt aus dem Geschäftsjahr 2015 hervorgegangen. Auf der am 29.04. stattfindenden 21. ordentlichen Hauptversammlung in Frankfurt am Main schlägt das Unternehmen seinen Aktionären vor, die Dividende um 5 Cent bzw. um 5 % auf 1,05 Euro je Aktie anzuheben.

Merck-CEO Kley (links) übergab die Unternehmensführung auf der Hauptversammlung nach neun Jahren an der Spitze an Stefan Oschmann.

Zugleich wird mit Ablauf des 29.04. der bereits im Oktober 2015 bekanntgegebene Wechsel an der Unternehmensspitze vollzogen. Dabei folgt Stefan Oschmann als Vorsitzender der Geschäftsleitung auf Karl-Ludwig Kley.

Ereignisreiches Geschäftsjahr 2015

„Bei Merck hat sich viel getan. Mit der Akquisition von Sigma-Aldrich haben wir den Portfolio-Umbau der letzten 10 Jahre erfolgreich abgeschlossen“, fasste Kley das letzte Jahr seiner Amtszeit zusammen. „Unsere Pharma-Forschung ist auf dem besten Weg, vielversprechende Resultate zu erzielen. Die neuen Display-Technologien haben sogar unsere eigenen, schon hohen Erwartungen übertroffen. Und mit unserer neuen Marke sind wir jetzt auch im Außenauftritt unverwechselbar geworden.“

Die Merck-Aktie war im Jahr 2015 um 14 % gestiegen und hatte den DAX und die relevanten Vergleichsindizes somit geschlagen. Ihren Jahreshöchststand von 111,25 Euro, der zugleich ein Allzeithoch markierte, erreichte die Merck-Aktie am 10. April 2015.

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Das Geschäftsjahr 2015 hat Merck mit Rekordzahlen abgeschlossen. Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen lagen so hoch wie noch nie in der beinahe 350-jährigen Geschichte von Merck. Die Umsatzerlöse des Merck-Konzerns wuchsen dabei kräftig um 13,0 % auf 12,8 Mrd. Euro (2014: 11,4 Mrd. Euro). Das EBITDA vor Sondereinflüssen, die wichtigste Kennzahl zur Steuerung des operativen Geschäfts, wuchs um 7,1 % auf 3,6 Mrd. Euro und lag, getragen von den Unternehmensbereichen Life Science und Performance Materials, deutlich über dem Vorjahr (2014: 3,4 Mrd. Euro).

Das den Merck-Anteilseignern zustehende Konzernergebnis sank 2015 indes um -3,7 % und lag bei 1,1 Mrd. Euro (2014: 1,2 Mrd. Euro). Hierzu trugen Einmalaufwendungen im Zuge der Sigma-Aldrich-Akquisition und -Integration sowie höhere Zinsaufwendungen zur Finanzierung der Übernahme bei. Der Hauptversammlung wird dennoch vorgeschlagen, die Dividende wie im Vorjahr um 5 Cent auf 1,05 Euro je Aktie zu erhöhen.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten von Merck stiegen durch die Kaufpreiszahlung für Sigma-Aldrich zum Ende des Geschäftsjahrs 2015 deutlich auf 12,7 Mrd. Euro an (31.12.2014: 559 Mio. Euro). Wie bei den anderen großen Übernahmen der vergangenen Jahre will Merck seine starke Innenfinanzierungskraft dazu einsetzen, sich rasch zu entschulden.

Für 2016 rechnet Merck, wie auf der Bilanzpressekonferenz am 8. März 2016 bekanntgegeben, mit einem leichten organischen Umsatzwachstum und geht infolge der Akquisition von Sigma-Aldrich beim Umsatz zudem von einem positiven Portfolioeffekt im niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus. Aufgrund der erwarteten operativen Entwicklung und dem Zukauf von Sigma-Aldrich rechnet Merck im Jahr 2016 mit einem Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Eine detaillierte Prognose wird Merck bei der Vorlage der Zahlen für das 1. Quartal am 19. Mai 2016 abgeben.

CR-Zwischenbericht 2015: Merck will Energie- und Wasserverbrauch bis 2020 signifikant senken

Seinen Erfolg misst Merck dabei nicht nur in Finanzkennzahlen. So hat das Unternehmen im vergangenen Jahr wichtige Fortschritte bei seinen Zielen im Bereich der Unternehmensverantwortung gemacht. Der heute veröffentlichte Corporate-Responsibility (CR)-Zwischenbericht 2015 dokumentiert dabei die ökologische und gesellschaftliche Leistung von Merck.

Einen Schwerpunkt der konzernweiten Anstrengungen im Bereich Corporate Responsibility legt Merck auf Klimaschutz und Energieeffizienz. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen seine weltweiten Treibhausgas-Emissionen um 20 % verringern (gemessen am Stand von 2006). Im Jahr 2014 konnte es diese bereits um rund 8 % senken. Merck hat sich zudem ein neues ehrgeiziges Ziel gesetzt und möchte auch den Wasserverbrauch an seinen Standorten bis 2020 konsequent reduzieren.

Darüber hinaus trägt das Unternehmen mit zahlreichen Aktivitäten dazu bei, benachteiligten Bevölkerungsgruppen in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu erleichtern. So spendete Merck zum Beispiel der WHO mehr als 100 Mio. Praziquantel-Tabletten für den Kampf gegen die tödliche Wurmkrankheit Bilharziose in Afrika – eine Steigerung um 33 % gegenüber dem vergangenen Jahr.

Aufsichtsrat dankt Kley und Reckmann

Merck-CEO Kley (65) übergab die Unternehmensführung auf der Hauptversammlung nach neun Jahren an der Spitze an Stefan Oschmann (58). Wolfgang Büchele, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Merck KGaA, dankte Kley im Namen des Aufsichtsrats. „Karl-Ludwig Kley hat bei der Transformation von Merck seit seinem Amtsantritt 2007 Hervorragendes geleistet. Dabei hat er nicht nur strategischen Weitblick, sondern auch Entschlossenheit in der Umsetzung bewiesen. Mit ihm verlässt ein großer deutscher Wirtschaftsführer Merck“, sagte Büchele.

Der Wechsel an der Unternehmensspitze ist dabei nicht die einzige Veränderung in der Merck-Geschäftsleitung. Wie bereits im Januar 2016 bekannt gegeben, rücken zudem zwei neue Mitglieder in die Geschäftsleitung auf: Udit Batra (45), Leiter des Unternehmensbereichs Life Science, sowie Walter Galinat (60), Leiter des Unternehmensbereichs Performance Materials.

Bernd Reckmann (60), langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung und bislang für Life Science und Performance Materials verantwortlich, wird mit Ablauf der Hauptversammlung in den Ruhestand gehen. Aufsichtsratschef Büchele dankte Reckmann. „Bernd Reckmann hat in seinen 30 Jahren bei Merck nicht nur den Unternehmensbereich Performance Materials zum Markt- und Technologieführer bei den Displaymaterialien gemacht. Auch das Life-Science-Geschäft hat er aus kleinen Anfängen zur Nummer zwei in der Welt aufgebaut“, so Büchele.

Karl-Ludwig Kley verabschiedet sich im Rahmen der Hauptversammlung

Der scheidende Merck-CEO Karl-Ludwig Kley verabschiedete sich im Rahmen der Hauptversammlung von Mitarbeitern, Kollegen, Kunden und Aktionären sowie von der Familie Merck, die rund 70 % des Gesamtkapitals am Unternehmen hält, und dankte ihnen. „Ohne den Rückhalt der Merck-Familie wäre der Umbau der letzten 10 Jahre nicht möglich gewesen. Ihr Bekenntnis zu diesem Unternehmen, ihr Selbstverständnis als Unternehmerfamilie und ihr langfristiges Denken sind einzigartig“, sagte Kley.

„Mein Dank gebührt auch allen Mitarbeitern dieses fantastischen Unternehmens. Jeden Tag zeigen sie aufs Neue, wie Leistung und wertebasiertes Verhalten, Kundenorientierung und Loyalität, Traditionsbewusstsein und Aufbruchsbereitschaft zusammenpassen. Unsere 50000 Mitarbeiter sind das wichtigste, was wir in diesem Unternehmen haben“, so Kley. „Mit meinem Nachfolger Stefan Oschmann habe ich in den vergangenen Jahren hervorragend zusammengearbeitet. Ich weiß das Unternehmen bei ihm in guten Händen.”

Merck hat sich in Kleys Amtszeit, die 2007 begann, stark gewandelt. Das Unternehmen hat in den letzten zehn Jahren über 30 Milliarden Euro in Zukäufe investiert. Aus dem klassischen Pharma- und Chemieanbieter wurde ein Wissenschafts- und Technologieunternehmen. Zudem ist Merck stark gewachsen. Der Umsatz des Konzerns hat sich in dieser Zeit von 6,3 Mrd. Euro im Jahr 2006 auf 12,8 Mrd. Euro im Jahr 2015 mehr als verdoppelt, die Mitarbeiterzahl stieg im selben Zeitraum von 30000 auf 50000. Auch die Umsätze in Nordamerika und in den Wachstumsmärkten verdreifachten bzw. zweieinhalbfachten sich in dieser Zeit.

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