Von der Idee zur Anwendung

Nano Innovation Award 2017 für Nano-Nachwuchswissenschaftler

Am 21. Juli wurden die Nano Innovation Awards 2017 am Center for NanoScience (CeNS) der LMU München verliehen. Vier Nachwuchswissenschaftler aus Würzburg und München erhielten Preise für ihre innovative Master- oder Doktorarbeit in den anwendungsorientierten Nanowissenschaften. Die mit insgesamt 9.000 Euro dotierten Preise wurden erstmalig bayernweit ausgeschrieben und von einer Expertenjury aus Industrie, LMU, TUM und dem Fraunhofer Institut EMFT vergeben.

CeNS Award für begabte und ideenreiche Nachwuchswissenschaftler, deren Ergebnisse nicht nur für die Grundlagenforschung von Interesse sind, sondern gleichzeitig vielversprechende technologische Anwendungsmöglichkeiten erwarten lassen (Bild: ibidi)

Während die meisten Wissenschaftspreise exzellente Ergebnisse in der Grundlagenforschung auszeichnen, steht beim Nano Innovation Award ein hohes Innovations- und Anwendungspotential im Fokus. Gestiftet wird der Preis von vier erfolgreichen Ausgründungen des CeNS, die durch ihre eigene Firmengeschichte direkt mit der Idee des Preises verbunden sind. Die Firmen attocube systems AG, ibidi GmbH, Nanion Technologies GmbH und NanoTemper Technologies GmbH zeichnen damit gemeinsam mit CeNS begabte und ideenreiche Nachwuchswissenschaftler aus, deren Ergebnisse nicht nur für die Grundlagenforschung von Interesse sind, sondern gleichzeitig vielversprechende technologische Anwendungsmöglichkeiten erwarten lassen.

Der Preis für die beste Masterarbeit in Höhe von 3.000 EUR ging an Florian Schüder aus der Arbeitsgruppe von Professor Ralf Jungmann (MPI für Biochemie/LMU München). Florian Schüder hat sich in seiner Masterarbeit mit methodischer Weiterentwicklung im Bereich der superauflösenden Mikroskopie beschäftigt, welche die Abbildung zellulärer Strukturen mit nie dagewesener Präzision ermöglicht. Florian Schüder entwickelte eine Technik, die ein minimal modifiziertes kommerzielles Spinning-Disk-Mikroskop mit der DNA-PAINT-Technik verknüpft, und somit superaufgelöste Mikroskopie in ganzen Zellen und Gewebsschnitten ermöglicht. Diese Innovation erlaubt es nun biomedizinisch arbeitenden Forschern, auch mit Standardmikroskopen superaufgelöste Daten in ganzen Zellen und Gewebsschnitten zu erhalten und somit komplexe Fragestellungen zu untersuchen.

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In der Kategorie „Doktorarbeit“ prämierte die Jury drei Preisträger mit jeweils 2.000 EUR:

Zu einem Drittel ging der Preis an Dr. Patrick Vogel aus der Arbeitsgruppe von Professor Peter Jakob (Julius-Maximilians-Universität Würzburg). Magnetic Particle Imaging, kurz MPI, ist ein neues tomographisches Bildgebungsverfahren zur dreidimensionalen Detektion von superparamagnetischen Eisenoxid-Nanopartikeln (SPIONs). In seiner Doktorarbeit wurde von Dr. Vogel ein neuartiges Scannerkonzept (Traveling Wave MPI – TWMPI) entwickelt und aufgebaut, womit eine schnelle und hochsensitive dreidimensionale Darstellung von SPIONs möglich ist und das ein interessantes Konzept für die zerstörungsfreie Untersuchung darstellt. In verschiedenen Experimenten konnte das Potential der Methode für den Einsatz unter anderem in der Medizin, Biologie und Geologie gezeigt werden.

Als weiterer Preisträger wurde der Chemiker Stefan Datz aus der Arbeitsgruppe von Professor Thomas Bein (LMU München) ausgezeichnet. Seit über 60 Jahren kommen Zytostatika bei der Chemotherapie gegen Krebs zur Anwendung. Allerdings weisen diese Chemotherapeutika keine Selektivität für Krebszellen auf und bringen somit erhebliche Nebenwirkungen mit sich. Die Arbeit von Stefan Datz zeigt die Synthese und Modifizierung von Nanopartikeln für eine gezielte Wirkstofffreisetzung von Zytostatika, um effektiv Tumorgewebe zu bekämpfen, ohne gesundes Gewebe dabei zu schädigen.

Dritter Preisträger in der Kategorie „Doktorarbeit“ ist Dr. Peter Röttgermann aus der Arbeitsgruppe von Professor Joachim Rädler (LMU München). Unter dem Motto „Ein Patient, ein Tumorprofil und eine personalisierte Behandlung“ hat er im Rahmen seiner Doktorarbeit eine neue Mikrostrukturierungstechnik etabliert. Diese Mikrostrukturen erlauben es nun, tausende einzelne Zellen parallel und zeitaufgelöst auf diverse Zelltodmarker hin zu untersuchen. Durch die Analyse dieser heterogenen Multifarben-Signale kann die richtige Medikamentenkombination für eine individuelle, erfolgreiche Tumorbehandlung leichter ermittelt werden.

Die ibidi® GmbH, München, ist ein Anbieter funktioneller zellbasierter Assays sowie von Produkten für die Zellmikroskopie. Die Technologie von ibidi wird in zahlreichen BMBF-Projekten gefördert. Der Vertrieb der Produkte erfolgt weltweit.

Das Center for NanoScience (CeNS) ist eine wissenschaftliche Einrichtung der LMU München, die interdisziplinäre Forschung auf dem Gebiet der Nanowissenschaften fördert und koordiniert. Dabei werden von CeNS verschiedene Disziplinen wie Physik, Chemie, Biochemie und Pharmazie überspannt. In CeNS kooperieren neben Arbeitsgruppen der LMU auch Gruppen der TU München, der Universität Augsburg, des Max-Planck-Instituts für Biochemie und anderer Institutionen im Münchner Raum.

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