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Otto-Warburg-Medaille für Peter Walter
Der aus Deutschland stammende und seit Ende der siebziger Jahre in den USA lebende Wissenschaftler Prof. Peter Walter ist gestern mit der Otto-Warburg-Medaille der deutschen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ausgezeichnet worden. Die Medaille gilt als die höchste deutsche Ehrung für Biochemiker und Molekularbiologen. Schwerpunkte seiner Forschung liegen in der Untersuchung der Mechanismen der Proteinfaltung, des Transportes von Proteinen an ihre Zielorte innerhalb der Zellen, der Regulation von Größe und Zahl der Zellorganellen sowie der Fusion von Zellmembranen. QIAGEN, führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien, sponsert exklusiv das Preisgeld in Höhe von 25000 Euro. Walter nahm die Auszeichnung am gestrigen Abend in Frankfurt entgegen.
Proteine müssen richtig gefaltet und am richtigen Ort lokalisiert sein, um ihre Funktion in der Zelle ausüben zu können. Peter Walter erforschte die molekularen Mechanismen dieser Prozesse und machte zahlreiche herausragende Entdeckungen. Bereits während seiner Promotion an der Rockefeller University in New York entdeckte er den Signal Recognition Particle (SRP), einen Ribonukleoprotein-Komplex, der am Proteintransport in das endoplasmatische Retikulum von Eukaryoten und in die Plasmamembran von Prokaryoten beteiligt ist. Seit den 1990er Jahren wirkte er durch seine Forschungen grundlegend an der Entdeckung und Aufklärung der Unfolded Protein Response (UPR) mit. UPR ist eine zelluläre Reaktion auf Stress. Diese Stress-Antwort ist konserviert, d.h. man findet sie in unterschiedlichen Organismengruppen wieder. Ihre Ziele sind entweder die Wiederherstellung der normalen Funktion der Proteine in einer Zelle, oder, wenn diese normale Funktion nicht realisierbar ist, die Apoptose, also das gezielte Absterben von Zellen. Walter gilt außerdem als Mitentdecker der Serin-Threonin-Kinase und Endoribonuclease Ire1, die eine zentrale Bedeutung im Rahmen der UPR hat, und erforscht unter anderem, wie Ire1 falsch gefaltete Proteine erkennt.
"Peter Walter hat zahlreiche hervorragende und wegweisende Forschungsbeiträge in der Zellbiologie geleistet", würdigt Prof. Irmgard Sinning, Präsidentin der GBM, den Preisträger. "Seine Arbeiten zu Signalwegen der Proteinverteilung, zur Proteinfaltung sowie der Regulation der Organellenzahl und der Dynamik der Membranorganisation sind von grundlegender Bedeutung. Eine Fehlregulation dieser wichtigen Prozesse ist verantwortlich für eine Vielzahl von Krankheiten. Die von Peter Walter entwickelten Konzepte haben die moderne Zellbiologie geprägt und Eingang in unsere Lehrbücher gefunden."












