Standortförderung

Sartorius baut Life Science Factory für Gründer auf

Sartorius fördert künftig Unternehmensgründer und Gründungswillige aus den Life Sciences. Über die Life Science Factory gGmbH bietet das Göttinger Unternehmen Labore, CoWorking-Flächen und Beratung. Ziel ist in Göttingen über den Wissenschaftsstandort hinaus einen Life-Science-Gründerstandort zu etablieren.

Joachim Kreuzburg (Mitte), Vorstandsvorsitzender von Sartorius und die beiden Life-Science-Factory-Geschäftsführer Marco Janezic (links) und Sven Wagner (rechts). © Sartorius, Swen Pförtner

Mit der neu gegründeten, eigenständigen Life Science Factory will Sartorius, international führender Partner der biopharmazeutischen Industrie und Forschung, ab 2019 Firmenneugründungen fördern und Gründer aus dem Life-Science-Bereich anziehen. Die Life Science Factory bietet Raum und Unterstützung für gründungswillige Wissenschaftler und junge Firmen, die ihre ersten Schritte außerhalb akademischer Institutionen gehen wollen. Nach einem in den USA als Startrampe für Life-Science-Gründungen etablierten Vorbild sieht das Konzept ein Zusammenwirken von Laborflächen, Co-Working-Räumen und Netzwerkangeboten wie Mentoring und Unternehmensfinanzierung vor. Ein professionelles Betreiberkonzept sichert Anlagen- und Verwaltungssupport, hochwertige Laborausstattung und qualifiziertes Laborpersonal.

„In dieser Kombination ist dieser Ansatz neu in Deutschland und Europa“, sagt Sartorius-Vorstandschef Joachim Kreuzburg. „Neben dem Zugang zu Gründungs- und Wachstumskapital fehlt es Life-Science-Gründern vor allem an geeigneten Räumen und einem leistungsfähigen Netzwerk. Flexible und offen gestaltete Labor-, Büro- und Veranstaltungsflächen sind ein guter Nährboden, um Neues auszuprobieren und Kontakte und Erfahrungen mit Gleichgesinnten und erfahrenen Akteuren zu teilen.“ Ziel sei es, Göttingen über die rein wissenschaftliche Expertise hinaus als echten Gründer-Standort für Life Science zu etablieren. Geschäftsführer der Life Science Factory gGmbH sind der Unternehmer und Gründer Marco Janezic sowie Sven Wagner, der den Bereich Business Development bei Sartorius leitet und zuvor bei zwei Life-Science-Startups tätig war.

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Start in der Göttinger Innenstadt - 2021 soll die Life Science Factory dann in das Sartorius Quartier umziehen. Der Neubau für die Life Science Factory mit einer Gesamtfläche von mehr als 3.000 Quadratmetern wird eines der ersten Gebäude sein, die im neuen Stadtviertel auf dem ehemaligen Sartorius-Areal eröffnet werden. © Hamburg Team / bloomimages

Die Life Science Factory wird eng mit lokalen Partnern wie den Göttinger Hochschulen, Max-Planck-Instituten und dem SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC) zusammenarbeiten und darüber hinaus ihr überregionales Netzwerk einbringen. Zum Beispiel sollen dort Gründeraktivitäten der Fraunhofer Gesellschaft wie die Fraunhofer Life Science Days oder die Gründerinitiative Young Entrepreneurs in Science der Falling Walls Foundation stattfinden. „Göttingen hat das Potenzial und die Chance, sich in diesem extrem dynamischen und gesellschaftlich wichtigen Gebiet eine viel stärkere Position zu erarbeiten als das bisher der Fall ist“, sagt Kreuzburg.

Bereits Anfang 2019 geht es los: In Räumen in der Göttinger Innenstadt werden auf mehr als 500 Quadratmetern Flächen für Co-Working, Experimente und Veranstaltungen zur Verfügung stehen, die von Gründern zum Arbeiten und zum Bau von Prototypen gemietet werden können. In den Räumen werden unter anderem 3D-Drucker und Laser-Cutter verfügbar sein. Zudem sind Vorträge, zum Beispiel von Patentanwälten oder erfolgreichen Gründern, geplant sowie weitere Veranstaltungen zu Gründungsfragen. Etwaige Erträge der Life Science Factory werden in die Förderung von Wissenstransfer und wissenschaftlichem Nachwuchs zurückfließen.

2021 soll die Life Science Factory in das Sartorius Quartier umziehen. Der Neubau für die Life Science Factory mit einer Gesamtfläche von mehr als 3.000 Quadratmetern wird eines der ersten Gebäude sein, die im neuen Stadtviertel auf dem ehemaligen Sartorius-Areal eröffnet werden. „Unsere ehemalige Firmenzentrale war immer ein Ort des unternehmerischen Handelns und der Überführung von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen in die industrielle Nutzung, insbesondere in der Life Science. Deshalb soll das Sartorius Quartier auch in Zukunft ein Ort für Ideen und Innovationen sein. Über die Life Science Factory engagieren wir uns dauerhaft an diesem Standort und wollen damit auch in Göttingen eine Lücke schließen“, sagt Kreuzburg.

Sartorius hatte seine Zentrale Ende 2017 nach rund 120 Jahren vom Gelände in der Göttinger Innenstadt auf den Sartorius Campus in Göttingen-Grone verlegt.

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