Symposiumsbericht

Herausforderung Infektionskrankheiten

Ende September 2018 waren mehr als 70 Teilnehmer aus 13 Ländern nach Tübingen angereist, um mit den Experten der Hain Lifescience GmbH das Thema Infektionskrankheiten sowie die neuesten Trends und Möglichkeiten der Diagnostik zu diskutieren.

Der erste Tag des als CME-Fortbildung gestalteten Symposiums startete mit dem Hauptvortrag von Michael Weizenegger (Heidelberg), der die Teilnehmer auf eine Zeitreise durch die Molekulardiagnostik mitnahm. In der Fach-Session zum Thema Mykobakterien- und Tuberkulose-Diagnostik berichtete Harald Hoffmann (Gauting) von der Zunahme nicht-tuberkulöser Mykobakterien; alle drei Referenten dieser Fachsession stellten die wachsende Relevanz einer schnellen und sicheren Resistenztestung bei der Tuberkulose (TB) heraus. Zwar sieht die „End TB Strategy“ der WHO bis 2035 vor, die Zahl der TB-Fälle um 90 Prozent und die Zahl der TB-Toten um 95 Prozent zu reduzieren. Doch dies stellt sich nach Ansicht der Referenten als schwierig bis unmöglich heraus, da die multi- und extensiv-resistenten TB-Erreger auf dem Vormarsch sind.

Im Bereich nosokomiale Infektionen schilderte Oliver Nolte (St. Gallen, CH), dass die multiresistenten Erreger nicht nur im Krankenhaus, sondern auch in der Umwelt angekommen seien. Deshalb sei hier eine schnelle und verlässliche Diagnostik gefragt – bei nicht-komplexen Fragestellungen zukünftig idealerweise dezentralisiert und patientennah. Im Kampf gegen einen nosokomialen Keim machte Andreas Peschel (Tübingen) Hoffnung: Das Tübinger Team habe mit Lugdunin eine Substanz entdeckt, die auch gegen den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) aktiv sei.

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Diagnostische Mikrobiologie

Alle drei Vortragenden dieser Session berichteten über den Kampf gegen bakterielle Infektionserreger und deren zunehmende Resistenzen – verteilt über die Breite der Mikrobiologie und bis in die entlegensten Gebiete der Erde. So stellte beispielsweise Anita Lassacher (Graz, A) mit Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae zwei der häufigsten Erreger von sexuell übertragbaren Infektionen vor. Die Ausbreitung der Erreger lässt sich ihrer Ansicht nach – aufgrund einer Vielzahl asymptomatischer Fälle – nur schwer in den Griff bekommen. Da kulturelle Verfahren ihre Limitationen haben, sind PCR-basierte Testsysteme hier die Methode der Wahl, so die Referentin.

Michael Nagel (Bonn) gab einen Einblick in die Arbeitsweise der "Schnell einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit" (SEEG) der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Gruppe unterstützt mit Ihrer Diagnostik-Expertise betroffene Länder bei der Reaktion auf Ausbrüche von Infektionserkrankungen.

Diagnostische Virologie

Edouard Tuaillon (Montpellier, F) berichtete, welche wichtige Aufgabe die Dried-Blood-Spot-Methode als günstiges Verfahren zur Verbesserung der Behandlung viraler Hepatitis erfülle. Gleichzeitig bemängelte er, dass für schnelle Diagnosen PCR-Tests zwar notwendig, aber für die hauptsächlich betroffenen Regionen in West-Afrika zu teuer seien.

Ulrich Eigner (Heidelberg) stellte eine neue halbautomatisierte PCR-Lösung zur Diagnose des humanen Cytomegalovirus (CMV) vor. Und zu guter Letzt berichtete Daniela Huzly (Freiburg) von ihrer umfangreichen Erfahrung mit Herpes und Zoster – und dass vermeintliche differentialdiagnostische klinische Gewissheiten unter anderem durch Änderungen in der Epidemiologie in Frage gestellt werden müssten; ihre Beispiele belegten eindrücklich, wie sie zum Teil in die Irre führen. Sie kritisierte, dass als Standard die Serologie verwendet werde, obwohl speziell bei Herpes Simplex PCR-Tests unumgänglich seien, um Diagnosen abzusichern und den Patienten eine adäquate Behandlung zukommen zu lassen.

Nach zwei Tagen mit vielfältigen Vorträgen reisten die Teilnehmer aus drei Kontinenten mit vielen neuen Informationen wieder zurück in ihre Heimatländer.

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