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VUP-Konjunkturbarometer 2. Halbjahr 2025

Melanie Steinbeck,

Aufträge stagnieren - gedämpfte Stimmung in der Laborbranche

Das VUP-Konjunkturbarometer 2. Halbjahr 2025 zeigt eine gedämpfte Stimmung in der Laborbranche. Aktuelle Auftragslage, Umsatzprognosen, Nachhaltigkeitsmaßnahmen und Herausforderungen durch Bürokratie, Energie- und Materialkrisen: Zahlen und Grafiken der VUP-Umfrage in der Bildergalerie.

VUP-Konjunkturbarometer 2. Halbjahr 2025: Aktuelle Entwicklungen in Laboren © VUP

Die zuletzt eher positiven Zukunftsaussichten der Laborbranche sind aktuell einer uneinheitlichen Bewertung gewichen. Dieses spiegelt sich in der aktuellen Stimmungsumfrage des VUP-Konjunkturbarometers unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien wider. Es zeigt sich kein einheitliches Bild, einzelne Marktbereiche rechnen mit anhaltender Stagnation bzw. Umsatzeinbußen. Die Entwicklung der Laborbranche spiegelt somit ähnliche Tendenzen in der deutschen Wirtschaft wider. Die Hoffnung auf verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen ist im zweiten Halbjahr 2025 weitgehend verpufft.

Auftragserwartungen sinken auf nur noch leicht positives Niveau

Das VUP-Konjunkturbarometer 2. Halbjahr 2025: Auftragslage aktuell © VUP

Nach der Phase des verhaltenen Optimismus in Bezug auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland sind die positiven Vorzeichen einer breiten Ernüchterung gewichen. Dieses spiegelt sich in den Erwartungen der Laboratorien für die kommenden sechs Monate wider: Die aktuelle Auftrags- und Stimmungslage wird mit nur noch 0,02 (auf einer Skala von -2 bis +2) bewertet. Gleichzeitig werden die Erwartungen für die Auftragslage der kommenden sechs Monate mit nur noch 0,17 eingeschätzt und liegen damit deutlich niedriger als die Werte aus dem Frühjahr (0,4). Bei der Betrachtung der einzelnen Marktsegmente werden jedoch Unterschiede deutlich, wie die folgende Analyse zeigt:

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Das VUP-Konjunkturbarometer 2. Halbjahr 2025: Auftragslage Erwartungen der Laborbranche © VUP

Für die einzelnen Marktsegmente wird die Auftragslage der nächsten 6 Monate nicht mehr weitgehend positiv, jedoch uneinheitlich bewertet: Verbraucherschutz & Lebensmittelanalytik (0,7), Umweltanalytik (0,3) und Medizinprodukte (0,2) verzeichnen positive Erwartungen. Im Gegensatz dazu erwarten die Bereiche Industrieanalytik (-0,1) und Labormedizin (-0,1) eine sich verschlechternde Auftragslage. Den größten Rückgang verzeichnet aktuell der Bereich Physikalische Prüfungen und Kalibrierwesen (von 0 auf -0,3).  

Leicht ansteigende Investitionsbereitschaft

Das VUP-Konjunkturbarometer 2. Halbjahr 2025: Investitionsbereitschaft der Laborbranche © VUP

Branchenübergreifend steigt die Investitionsbereitschaft tendentiell in allen abgefragten Bereichen hingegen leicht an. Mit einer Ausnahme: Einen Rückgang verzeichnet lediglich die Werbung mit -0,02 gegenüber 0,1 im Frühjahr 2025. Andere Investitionsvorhaben wie z. B. in Labor-Immobilien steigen wieder an und liegen jetzt bei 0,03 (auf einer Skala von -2 bis +2) oder zeigen, wie im Beispiel des Bereiches der Analysen- und Anlagentechnik mit 0,35, dass immer noch verstärkt in den Stand der Technik investiert wird.

Das VUP-Konjunkturbarometer 2. Halbjahr 2025: Investitionsbereitschaft der Laborbranche © VUP

Das Feld führt jedoch nach wie vor der Bereich IT und Digitalisierung an. Mit 0,7 zeigt der Wert erneut eine leichte Zunahme in Folge und macht deutlich, dass von allen Investitionsvorhaben der Laborbranche immer noch die Digitalisierung am stärksten profitiert. Insgesamt erreicht die Branche im Saldo über alle Fachbereiche den Wert von 0,24 (gegenüber 0,2 im Frühjahr 2025).

Leichte Entspannung beim Fach- und Arbeitskräftemangel

Das Angebot an Arbeits- und Fachkräften hat sich leicht verbessert und bewegt sich derzeit mit -0,1 (auf einer Skala von -2 bis +2) auf weiterhin niedrigem Niveau, während der Bedarf an Personal etwas angestiegen ist. So hat sich die Zahl von 0,1 auf 0,3 erhöht. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend vor dem Hintergrund der uneinheitlichen Konjunkturaussichten weiter entwickelt.


Uneinheitliche Entwicklung der Konjunkturaussichten

Die Stimmung in der Branche hat sich insgesamt eingetrübt:

  • Aktuelle Auftragslage: Nur noch 23 % der Befragten bewerten sie positiv, während 25 % sie als negativ einschätzen.
  • Erwartungen für die kommenden sechs Monate: Trotz vorsichtiger Optimismusmeldungen von 45 % der Befragten sehen knapp ein Drittel eine Verschlechterung der Auftragslage auf sich zukommen.
  • Umsatzerwartungen: Fast 92 % der Teilnehmenden gehen von leicht besseren Umsätzen in den kommenden sechs Monaten aus.

Umfrage "Branchenblick"

Weitere Daten und Fakten, etwa zur Anzahl der privatwirtschaftlichen Laboratorien in Deutschland oder zu Branchenthemen, bietet der VUP in seinem „Branchenblick“. Hier werden Strukturen, Entwicklungen sowie aktuelle Problem- und Themenstellungen der Branche analysiert.

Nachhaltigkeit in Laborunternehmen

Im Rahmen des VUP-Konjunkturbarometers Mai 2025 wurden die Teilnehmenden auch zur Ausprägung des Faktors Nachhaltigkeit im Unternehmen befragt.

Ausprägung des Faktors Nachhaltigkeit

Die Ergebnisse zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht alle Bereiche des Laboralltags gleichermaßen betrifft:

  • Unternehmensorganisation: höchste Ausprägung mit 0,57
  • Laborbereich: 0,19
  • Einkauf: kaum relevant, -0,02
Das VUP-Konjunkturbarometer 2. Halbjahr 2025: Nachhaltigkeit in der Laborbranche - Ausprägungen © VUP

Fast 60 % der Befragten haben zunächst das gesamte Unternehmen und seine Abläufe im Blick, um dort Verbesserungen zu erzielen. Herausforderungen im Labor bestehen vor allem darin, dass viele für Analysen notwendige Stoffe (z. B. giftige oder umweltgefährdende Substanzen) nicht nachhaltig sind. Zudem fehlt oft die Zeit, sich intensiver mit dem Thema zu befassen.

Relevante Aspekte von Nachhaltigkeit

  • Energiesparen: 37 %
  • Gebäude/Standort: 24 %
  • Ressourcenmanagement: 23 %
  • Beschaffung: 12 %
  • Wassersparen: 9 %

Hohe Energiepreise machen Energiesparen besonders relevant. Auch Investitionen in Gebäude-Infrastruktur, energetische Sanierungen und moderne Haustechnik-Systeme tragen zur Nachhaltigkeit bei. Klimatisierte Laborräume werden zunehmend wichtig, um konstante Umgebungsbedingungen zu gewährleisten.

Planung konkreter Maßnahmen

Fast die Hälfte der Unternehmen ist der Ansicht, dass Nachhaltigkeit noch mehr Beachtung finden sollte und plant daher zeitnah entsprechende Maßnahmen. Die konkrete Umsetzung hängt vom Reifegrad der Organisation, den bereits realisierten Maßnahmen und der Mitarbeit der Belegschaft ab.

Weitere Ideen für mehr Nachhaltigkeit:

  • Recycling und Ressourcenmanagement
  • Sparen statt Verschwendung
  • Förderung einer lebenswerten Umwelt (z. B. Blühstreifen auf Firmengelände)
  • Angebote zur Nutzung des ÖPNV
  • Schulungen und Sensibilisierung des Personals
  • Vorbildfunktion der Leitungsebene

Bürokratie & Dokumentationspflichten

Im Zusammenhang mit dem Herbst-Konjunkturbarometer 2023 wurden die Unternehmen zur Belastung durch Bürokratie und Dokumentationspflichten befragt.

Einschätzung der Belastung

VUP-Konjunkturumfrage 2. Halbjahr 2025: Belastung von Laboren durch Bürokratie © VUP

Bürokratie betrifft alle Bereiche des Laboralltages, insbesondere Abläufe, Personal, Ressourcen und Verwaltung (0,8 auf einer Skala von -2 bis +2).

  • Audit/Akkreditierung: besonders belastend (1,7)
  • Steigende Anforderungen, Normenbereitstellungen, Prüfungsplanungen und die Erstellung von Vorlagen belasten Zeit- und Personalressourcen zusätzlich.

Herausforderungen:

  • Zeitaufwand sehr belastend für 41 % der Labore
  • Kostenaufwand für 29 %
  • Bürokratie als Innovationshindernis: 10 %
  • Wettbewerbsverzerrung: 13 %
  • Allgemeine Überforderung: 7 %

Maßnahmen & Reaktionen

Laborunternehmen steuern die Umsetzung bürokratischer Vorgaben über etablierte Qualitätsmanagementsysteme und geregelte Abläufe, um Fehler zu minimieren und Dokumentationspflichten einzuhalten.

Auswirkungen überbordender Bürokratie:

Bei übermäßigen Anforderungen können Verlagerungseffekte auftreten, z. B. Ausweichen in Länder mit weniger umfassenden Regelungen. Ein Beispiel ist die deutsche Meldepflicht nach § 44 – 4a und 5a LFGB.

Energie- & Materialkrise

Im Herbst-Konjunkturbarometer 2022 wurden Unternehmen zu Energie- und Materialknappheit befragt.

Lageeinschätzung

Die Situation wird überwiegend als besorgniserregend eingeschätzt, insbesondere drohende Versorgungsengpässe bei Energie und Material.

Maßnahmen & Reaktionen

  • Energiesparmaßnahmen wie Monitoring des Energieverbrauchs
  • Ausweitung von Homeoffice
  • Umstrukturierung und Neuausrichtung des Unternehmens
  • Langfristige Maßnahmen zur Unabhängigkeit von Energielieferanten

Hintergrund zum VUP-Konjunkturbarometer

Das VUP-Konjunkturbarometer wird halbjährlich vom Deutschen Verband unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien erhoben. Es soll eine Momentaufnahme der aktuellen Auftragslage der deutschen Laborbranche darstellen. 

Quelle: Deutscher Verband unabhängiger Prüflaboratorien (VUP)

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