Wissenschaftsforum Chemie 2013

Chemieunterricht trifft Wissenschaft

Mit erstklassigen Experimental- und Diskussionsvorträgen, bereits ausgebuchten Workshops, einem Gesellschaftsabend mit Preisverleihungen und einem Schülertag "Energiewende und Chemie" wartet die 30. Fortbildungs- und Vortragstagung der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) vom 2. bis 4. September in Darmstadt auf. Die Tagung findet im Rahmen des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie 2013 statt.

Das zentral gelegene Universitätsgebäude Karo5 der Technischen Universität Darmstadt am Karolinenplatz ist Ort der Experimental- und Diskussionsvorträge. Lehrkräfte, Studierende, Referendare, Fachdidaktiker und -wissenschaftler sowie weitere Interessierte erwarten hier spannende Themen wie "A German Formula - Rezepte für Geheimtinten aus den Archiven der CIA", "Lebensmittelkonservierung gestern und heute" oder "Chemie und Natur? - Ein Spaziergang!".

Auf dem Campus Lichtwiese werden über 190 Lehrkräfte in 11 Workshops aktiv. Hier lernen sie innovative Experimente rund um die Chemie in der Mikrowelle, die Chemie von CD-Scheiben oder die Chemie eines tödlichen Dinners kennen. Das vollständige Tagungsprogramm der Fachgruppe Chemieunterricht ist unter http://www.gdch.de/chemieunterricht2013 erhältlich. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich online anzumelden.

Die Fachgruppentagung ist in das GDCh-Wissenschaftsforum "Chemie - Element unseres Lebens" eingebettet, das bereits am Abend des 1. Septembers 2013 im Kongresszentrum Darmstadtium eröffnet wird. In zahlreichen Symposien stellt das Wissenschaftsforum aktuelle Forschungsergebnisse und -konzepte aus Hochschule und Industrie vor. So bringen sich die GDCh-Fachgruppen mit Themen ein wie Energieumwandlung und -speicherung, superschwere Elemente, neue Kohlenstoffmaterialien oder mit einer Podiumsdiskussion zur Arbeitswelt von morgen.

Der Schülertag "Energie und Chemie" findet am 4. September ebenfalls im Kongresszentrum Darmstadtium statt. Vortragende aus der chemischen Industrie zeigen auf, wie die Chemie das Potenzial der Photovoltaik erweitert, welchen Beitrag die regenerative Wasserstofferzeugung zur Sicherstellung der zukünftigen Energieerzeugung leistet und warum die Lithium-Ionen-Batterie als Wegbereiter des Smartphone gilt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Eine Feierstunde wird beim Gesellschaftsabend am 2. September im Alten Schalthaus eingelegt. Drei Preise werden vergeben: der Friedrich-Stromeyer-Preis, der Manfred-und-Wolfgang-Flad-Preis und der Preis für Lehrkräfte an Grundschulen.

Dr. Franz Kappenberg vom Gymnasium Wolbeck in Münster erhält den mit 3000 Euro dotierten und von der Firma Merck gestifteten Friedrich-Stromeyer-Preis, der an Lehrkräfte vergeben wird, die sich durch besondere Leistungen für den Chemieunterricht an Schulen eingesetzt haben. Bei Kappenberg gilt das nicht nur für seinen praxis- und schülerorientierten Unterricht, sondern auch für sein Engagement bei ¿Jugend forscht¿, wo er bereits über 80 Schülergruppen mit großem Erfolg betreut hat. Ebenfalls unmittelbar zur Förderung des Chemieunterrichts trugen seine Kreativität bei der Entwicklung von ¿Low-Cost-Geräten¿ wie Gaschromatographen oder Photometer und seine Unterstützung von Kollegen in Fortbildungskursen zum Computereinsatz bei Experimenten bei.

Alexander Witt vom Gymnasium Anna-Sophianeum in Schöningen erhält den mit 4000 Euro dotierten Manfred-und-Wolfgang-Flad-Preis, gestiftet vom Chemischen Institut Dr. Flad, der für besonders gelungene Experimentalvorträge oder die Entwicklung neuartiger Experimente für den Chemieunterricht vergeben wird. "Vom umgekehrten Hittorf zu Kiwi, Kohlrabi und Co - die Erarbeitung der Grundprinzipien elektrochemischer Spannungsquellen" lautete sein Vortrag, den er während des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie 2011 in Bremen hielt. Witt wartete mit zum Teil verblüffenden Experimenten auf, die er auf anschauliche und unterhaltsame Weise präsentierte. Beispielsweise stellte er die "Strom leidende" Kartoffel, die Vodka-Korn-Brennstoffzelle oder auch einen von ihm entwickelten Leichtlauf-Elektromotor mit Verstärkerschaltung vor.

Den mit 1000 Euro dotierten Preis für Lehrkräfte an Grundschulen, ebenfalls von der Firma Merck gestiftet, teilen sich in diesem Jahr vier bayerische Lehrerinnen: Katharina Bolzmacher aus Pullach (Grundschule Beuerberg), Veronika Maria Haider aus Garching (Max-Joseph-Grundschule), Simone Burkart aus Unterschleißheim (Grundschule Haimhausen) und Susanne Spanfelder aus Moosburg (Marie-Pettenbeck-Grundschule). Sie haben sich durch besondere Leistungen zur Stärkung der naturwissenschaftlich-technischen Anteile im Sachunterricht ausgezeichnet. Alle vier Lehrerinnen haben bereits während ihres Studiums in auffallender Weise gezeigt, wie umfangreich, anspruchsvoll aber zugleich kindgerecht man chemische Fachinhalte im Rahmen des Grundschullehrplans aufbereiten kann.

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