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Infektions-Forschung + Systembiologie

Baubeginn des CSSB

Bei DESY in Hamburg entsteht zurzeit ein interdisziplinäres Zentrum zur Erforschung von Krankheitserregern: das Centre for Structural Systems Biology, kurz CSSB. Neun Partner - hauptsächlich Universitäten und Forschungseinrichtungen aus dem norddeutschen Raum - haben sich zusammengetan, um mit DESYs Röntgenquellen und weiteren Forschungsmethoden die Angriffsmechanismen von Viren, Bakterien und Parasiten atomgenau zu enträtseln. Dies bietet die Grundlage für maßgeschneiderte Medikamente.

DESY-Bauleiterin Verena Börschmann, Oberpolier Bernd Kretschmär, Senatorin Dorothee Stapelfeldt und Staatssekretärin Andrea Hoops (v.l.n.r.) präparieren den CSSB-Grundstein.

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Staatssekretärin im Wissenschaftsministerium Niedersachsens Andrea Hoops und CSSB-Gründungsdirektor Dr. Matthias Wilmanns legten am 29. August zusammen mit Vertretern der CSSB-Partner den Grundstein für das neue Forschungsgebäude des Zentrums. "Mit dem CSSB erfolgt der Brückenschlag zwischen physikalischer Grundlagenforschung und den Lebenswissenschaften", so Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt. "Das CSSB ist ein weiterer Baustein in unserem Plan, Hamburg und den Forschungscampus Bahrenfeld weiter als internationalen Spitzenstandort für Strukturforschung zu etablieren und die bestehenden Kooperationen auszubauen."

Im CSSB werden Biologen, Chemiker, Mediziner, Physiker und Ingenieure die Wechselwirkung von Krankheitserregern mit ihren Wirten untersuchen. Dazu stehen ihnen bei DESY einmalige Lichtquellen zur Verfügung, die optimale Bedingungen für die Strukturbiologie bieten. Mit "Supermikroskopen" wie PETRA III und künftig European XFEL können die Forscher biologische Proben auf verschiedene Arten untersuchen - von der Strukturanalyse von Einzelmolekülen bis hin zur Echtzeit-Darstellung von Abläufen in lebenden Zellen - und die molekularen Grundlagen von Krankheiten mit extrem hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung analysieren.

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Durch die Kombination mit Methoden wie beispielsweise der Kryo-Elektronenmikroskopie, bietet das CSSB Forschungsmöglichkeiten, um etwa das Zusammenspiel von Proteinen bei Infektionen zu entschlüsseln. Eine typische Fragestellung ist zum Beispiel, wie der Malariaparasit in die roten Blutkörperchen eindringt - ein extrem komplexer Vorgang, an dem eine Vielzahl von Proteinen beteiligt ist.

Investition von etwa 50 Mio. Euro
Anfang dieses Jahres wurde das CSSB offiziell aus der Taufe gehoben. Von insgesamt elf geplanten Arbeits- und Juniorforschungsgruppen sind sechs bereits gegründet. In diesen Berufungen wurden Spitzenforscher unter anderem aus Kanada, Österreich und Großbritannien gewonnen.

Das neue gemeinsame Forschungsgebäude, für das jetzt der Grundstein gelegt wurde, ist ein dreigeschossiges Labor- und Bürogebäude und wird auf etwa 11000 Quadratmetern Platz für 180 Wissenschaftler bieten. In gut zwei Jahren soll der Bau eröffnet werden. Die Investitionskosten von etwa 50 Mio. Euro teilen sich auf in knapp 38 Mio. Euro für das Gebäude und gut 12 Mio. Euro für die wissenschaftliche Ausstattung. Der Bund übernimmt 73 Prozent dieser Kosten, Hamburg 17 Prozent und Niedersachsen 10 Prozent.

Mehr zum CSSB und seinen Forschungspartnern finden Sie unter www.cssb-hamburg.de.

Was macht DESY?
Das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY ist das führende deutsche Beschleunigerzentrum und eines der führenden weltweit. DESY ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft und wird zu 90 Prozent vom BMBF und zu 10 Prozent von den Ländern Hamburg und Brandenburg finanziert.

An seinen Standorten in Hamburg und Zeuthen bei Berlin entwickelt, baut und betreibt DESY große Teilchenbeschleuniger und erforscht damit die Struktur der Materie. Weitere Informationen unter www.desy.de

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