Fachbeitrag
Futtermitteladditive
Um die Supplementierung der Mischfutter mit den wichtigsten essentiellen Aminosäuren bedarfsgerecht durchzuführen, braucht man die Aminosäurenzusammensetzung der verwendeten Rohstoffe (zum Beispiel Sojaschrot, Weizen) und die Kenntnis zur Dosiergenauigkeit und Mischerprofil der zugesetzten Aminosäuren in der Futtermühle. Die Plattform dafür ist der Analytische Service, der zur Datenverwaltung ein Laborinformationsmanagement-System (LIMS) auf der Basis der Technologie von Pragmatis verwendet und den Gehalt und die Qualität der Aminosäuren in den Rohstoffen und Produkten der Kunden der Degussa prüft und belegt. Nach dem Motto: „Amino acids and more.”
„Es geht darum, mit den Futtermitteladditiven den Bedarf des Tieres an guter und artgerechter Ernährung optimal zu erfüllen”, erklärt Dr. Johannes Fontaine, Leiter des Analytischen Services bei Degussa Futtermitteladditive. Erfahrungen und Versuche haben bestimmte Werte hervorgebracht, die wünschenswert sind und die es zu erreichen gilt. Entscheidend ist aber auch der Preis für die Herstellungskosten für Fleischprodukte. Da kommt es auf den Cent an.
Der Analytische Service, den Dr. Fontaine leitet, ist ein zentraler Bestandteil der Kundenbeziehungen des Geschäftsbereiches Futtermitteladditive der Degussa AG. Kurze Analysezeiten und schnelle Verfügbarkeit der Untersuchungsergebnisse schätzen die Kunden in aller Welt. Degussa bietet ihren Kunden diesen Service für verschiedene Analysemethoden wie AMINOLab®, AMINOBatch, AMINOScreen® und AMINONIR®.
Das LIMS der Pragmatis GmbH Ketsch, entwickelt auf der Basis von blomesystem®, stellt dabei die Grundlage für die Datenverwaltung dar. Tabellen, Datenbank (Oracle), Bedienoberfläche kommen von dem Softwarehaus, das für seine flexible und anpassungsfähige Systemumgebung anerkannt ist. Die Datenverwaltung im LIMS beginnt bei der Probenregistrierung der derzeit jährlich 15 000 Futterproben, das heißt im Hintergrund liegen Tabellen für Kunden, Probentypen, Analysemethoden, Prüfmethoden... Es erfasst die Daten und dokumentiert, an wen zu berichten ist. Es umfasst aber auch Statusinformationen zu den einzelnen Probenvorbereitungen der jeweiligen Analytik bzw. den Zustand, in dem eine Probe sich gerade befindet, und die Freigabe der Analysenergebnisse. Dabei werden die Ergebnisse der Analyse über verschiedene Messverfahren erfasst, zum Beispiel Stickstoffanalyse, Aminosäurenanalysatoren, HPLC oder NIR-Spektrometer. Realisiert ist auch die Übernahme von Daten von externen Satelliten-Labors aus einer Access-Datenbank via Filetransfer, wie sie zum Beispiel derzeit aus Brasilien kommen. Weitere sind geplant. Das LIMS verwaltet aber auch Mehrfachbestimmungen, Wiederholungsmessungen und Nachtragsuntersuchungen bis hin zur Bearbeitung von Reklamationen. Natürlich kann man auch Statistiken zu Probenaufkommen und Analysenlaufzeiten rasch erstellen.
Als besondere Herausforderungen stellen sich bei dieser Anwendung unter anderem die Formulare zur Unterstützung des Arbeitsablaufes, die Übernahme der Messwerte aus verschiedenen Gerätereports sowie die Reports bzw. Auswertungen zum Bearbeitungsstatus der Proben. Für jede Probe wird die passende Analysenmethode eingesetzt, zum Beispiel Oxidation und Hydrolyse, Extraktion usw. für diverse Statistiken. Schließlich wird die Übergabe der fertigen Untersuchungsergebnisse per täglichem Oracle-Snapshot an das Internetportal OAD bewältigt. Die Ergebnisse der Probenanalysen können derzeit über das Internetportal des Geschäftsbereich Feed Additives mit der Funktion Analytical Data (OAD) von den Kunden der Degussa abgerufen werden, was den Informationsprozess gerade auf internationaler Ebene enorm verkürzt hat.
Das AMINOLab® der Degussa zählt zu den weltweit größten, akkuratesten und verlässlichsten Analyseinstituten für Aminosäuren in Futtermittelrohstoffen und Futtermitteln. Die Datenbank umfasst Analysen aus aller Welt und ist Basis einer Vielzahl von Dienstleistungen für die Degussa-Kunden. Für die sind die Analysen Grundlage für wichtige Entscheidungen zu Einkauf und Zusammensetzung ihrer eigenen Produkte. Die analytischen Methoden der Aminosäurenforschung von Degussa gehören zu den von AOAC (USA) und der Europäischen Kommission anerkannten Methoden.
1994 hat die Degussa ihr eigenes Datenbanksystem aufgrund erhöhter Anforderungen und aus technischen und Kostengründen abgelöst. Ausschlaggebend für den Einsatz der Pragmatis-Technologie war deren hohe Flexibilität und die Möglichkeit, dadurch schon vorhandene LIMS-Strukturen und Reports wie gewohnt beizubehalten bzw. nachzubilden, ohne gleichzeitig auf eine permanente Erweiterung und Modernisierung zu verzichten. Dies zahlte sich auch aus, als 2000 von der LABbase-DOS-Plattform auf Blomesystem-Windows umgestellt wurde. Hinzu kam, „dass wir uns menschlich, technisch und auch aus Kostengründen bei Pragmatis sehr gut aufgehoben fühlten,” so Analytik-Manager Fontaine. „Wir brauchten dieses System einfach. Die Flut an Informationen und Proben kann man nicht anders verwalten.”
Zur Zeit arbeiten 17 Anwender mit dem System, wobei jeweils zirka 5 User gleichzeitig tätig sind. Eine Kurzeinweisung durch Pragmatis und interne Anleitungen haben genügt, um sie mit dem Umgang mit dem System vertraut zu machen. 2 Mitarbeiter haben eine Reportgenerator-Schulung besucht.
In Kasten:
Die Degussa AG ist ein multinationales Unternehmen mit konsequenter Ausrichtung auf die renditestarke Spezialchemie. Feed Additives, ein Geschäftsbereich der Degussa, hat im Geschäftsjahr 2003 mit 1000 Mitarbeitern einen Umsatz von 613 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Stärke des Unternehmens liegt darin, den internationalen Kunden maßgeschneiderte Lösungen mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit zu liefern. Über 100 Nationen in Europa, Nordamerika, Lateinamerika und im Fernen Osten gehören zu den Geschäftspartnern des Unternehmens. Degussa gehört weltweit zu den im Markt führenden Unternehmen im Geschäft mit Aminosäuren. Mepron, ein pansengeschütztes DL-Methionin, und Nicotinamid (Vitamin B3) ergänzen die Produktpalette.
Die Pragmatis-Gruppe ist seit 1983 im Projekt- und Outsourcinggeschäft der produzierenden Industrie sowie verschiedenster Kontroll- und Überwachungsinstanzen tätig. Der Hauptschwerpunkt der Arbeit liegt in der Erstellung workflowoptimierter Lösungen mit kurzen ROI-Zeiten.












