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Fluid-, Filter- und Kunststofftechnik

Barbara Schick / Andreas Mühlbauer,

Zwischen Labor und Industrie

Vom Anbieter für Biochemieprodukte zum breit aufgestellten Spezialisten für Fluid-, Filter- und Kunststofftechnik: Dr. Peter Reichelt, Geschäftsführer von RCT Reichelt Chemietechnik in Heidelberg, erläutert im Interview, wie sich Sortiment, Vertrieb und Marktanforderungen in fast fünf Jahrzehnten verändert haben.

Dr. Peter Reichelt, Geschäftsführer von RCT Reichelt Chemietechnik. © Reichelt Chemietechnik

Herr Dr. Reichelt, Ihr Unternehmen mit einem großen Produktportfolio für zahlreiche Einsatzbereiche besteht ja nun schon seit rund 48 Jahren. Wie hat sich Ihr Produktspektrum bis heute entwickelt?

Als Vertriebs- und Produktionsgesellschaft im Jahr 1978 in Heidelberg gegründet, sah ich das Unternehmen als „Mailorderhaus“. Reichelt Chemietechnik hat inzwischen einen sehr weiten Kundenkreis aus den Bereichen Chemietechnik, Pharmatechnik, Biotechnik, Prozesstechnik, Maschinenbau, Konstruktionstechnik sowie Elektronik, wobei die Labortechnik eine nicht zu unterschätzende Rolle einnimmt.

Der Markt wird mittlerweile mit 80.000 Artikeln bedient. Zum Programm gehören Schläuche, Schlauchverbinder, Hähne und Ventile aus sämtlichen Elastomeren und Kunststoffen, wie auch Platten, Rohre, Stäbe und Folien aus speziellen Fluorelastomeren und Fluorkunststoffen. Das Programm Filtration umfasst Filtermembrane, Siebgewebe, Sinterplatten und Sinterrohre wie auch Garnwickelfilterelemente sowie Filterkerzen für aggressive Medien. Die Konstruktionstechnik präsentiert sich mit Distanzstücken, Klebern und
O-Ringen, wobei die Antriebstechnik ebenfalls einen breiten Raum einnimmt.

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Bei solch einem großen Sortiment an unterschiedlichen Produkten ist es sicher eine Herausforderung, diese einem entsprechend weiten Anwenderkreis bekannt zu machen. Welche Strategie haben Sie, um auf Ihr Produktsortiment aufmerksam zu machen?

Das Firmengebäude von RCT Reichelt Chemietechnik in Heidelberg. © Reichelt Chemietechnik

Reichelt Chemietechnik gibt jährlich 3,4 Millionen Handbücher heraus. Die kleinen Kataloge werden monatlich in 14 Fachzeitschriften beigefügt, wodurch eine hohe Sichtbarkeit erreicht und gleichzeitig das gesamte Produktangebot präsentiert wird. In den Handbüchern und auf unserer Homepage lassen sich Details zu allen Produkten nachschlagen. Nach Bestellung über die praktische Warenkorbfunktion auf unserer Homepage werden die gewünschten Produkte sofort geliefert.

Darüber hinaus möchten wir Fachleuten, Anwendern und Anwenderinnen unserer Produkte mit interessanten Informationen einen Mehrwert bieten. So ist der Website von Reichelt Chemietechnik ein Wissenschaftsblog angegliedert. Hier erscheinen wöchentlich Fachbeiträge, die von externen Wissenschaftlern zu aktuellen Themen verfasst werden. Diese Form der Suchmaschinenoptimierung (SEO) sichert der Reichelt Chemietechnik bei Google optimale Platzierungen und somit eine hohe Auffindbarkeit unserer Produkte.

Welches Konzept haben Sie für den Vertrieb Ihrer Produkte?

Das Vertriebskonzept beruht auf der Lieferung kleiner Mengen. Wir liefern beispielsweise Schlauchabschnitte von 3, 9 und 15 m, somit Einheiten, die am Arbeitsplatz benötigt werden, wodurch Lagerhaltung seitens des Anwenders vermieden wird. Wir selbst halten permanent 70 % aller Produkte auf Lager, so dass wir just in time liefern können.

Mit Blick auf Laborbedarf: Welche Veränderungen gab es in Ihrem Unternehmen oder dem Produktsortiment im Laufe der Jahre durch Veränderungen im Markt und in Laboren?

Gestartet sind wir mit einem kleinen Programm für das Marksegment Biochemie. Mit unserem Produktportfolio sprachen wir in erster Linie die Forschung in Industrie und Lehre an. Zu unserem Programm gehörten Frak­tionensammler, UV-Detektoren, Chromatographiesäulen aus Glas und Akrylglas sowie dazugehörige Pumpen und Ventile. Im Laufe der Jahre haben sich die Analysenmethoden auf diesem Gebiet stark verändert, so dass die Mitteldruckflüssigkeitschromatographie von der Hochdruckflüssigkeitschromatographie weitgehendst abgelöst wurde. Aus diesem Grund mussten wir uns von unserem eigenen Produk­tionsprogramm verabschieden.

Neue Produktlinien fanden wir in der Erweiterung unseres Programmes Fluidtechnik mit der Trademark Thoma­fluid sowie in der Filtrationstechnik mit der Trademark Thomapor und der Kunststofftechnik mit der Trademark Thomaplast. Ferner bedienen wir mit der neuen Produktgruppe Thomadrive das Marktsegment Antriebstechnik. Alle vier Produktgruppen sind heute unsere Umsatzträger, die, wie bereits berichtet, mit 80.000 Artikeln von uns angeboten werden und mit jährlich 3,4 Millionen Handbüchern, also Katalogen, den Markt erreichen.

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