White Paper

Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen

Welchen Beitrag die Chemie leisten kann, um die Synthese, Verwendung und Entsorgung von Kunststoffen nachhaltiger zu gestalten, ist Thema in einem White Paper der Royal Society of Chemistry.

Beim 8. Chemical Sciences and Society Symposium (CS3) „Science to Enable Sustainable Plastics“ in London diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus China, Japan, Großbritannien und Deutschland sowie Vertreter/-innen der jeweiligen chemischen Gesellschaften und Forschungsförderorganisationen im vergangenen November, welchen Beitrag die Chemie leisten kann, um die Synthese, Verwendung und Entsorgung von Kunststoffen nachhaltiger zu gestalten als heute. Ihre daraus resultierenden Ergebnisse und Empfehlungen für andere Wissenschaftler, Forschungsförderer, politische Entscheidungsträger und die Gesellschaft haben sie unter vier Hauptpunkten in einem White Paper (herausgegeben von der Royal Society of Chemistry, Juni 2020) zusammengefasst:

Die Auswirkungen von Kunststoffen während ihres gesamten Lebenszyklus verstehen:
Dazu sind neue Analysenmethoden nötig, die unter anderem die Verteilung der Mikrokunststoffe in der Umwelt simulieren und so zum Verständnis des Verbleibs und der Persistenz von Kunststoffabfällen beitragen sollen.

Neue nachhaltige Kunststoffe entwickeln:
Werden neue Kunststoffe entwickelt, sollen diese für die Kreislaufwirtschaft ausgelegt sein. Um dies umzusetzen, sind neuartige Prozesse erforderlich, die diese Kunststoffe herstellen, verarbeiten und auch recyceln können.

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Kunststoff-Recycling mit geschlossenem Kreislauf:
Um Kunststoffabfälle besser kennzeichnen, identifizieren und in sortenreine Kunststoffe trennen zu können, sind chemische Technologien erforderlich. Effiziente Recyclingverfahren sollen wertvolle Moleküle zurückgewinnen und sortenreine Kunststoffe vollständig recyceln. In einer Kreislaufwirtschaft können auch CO2-Emissionen als Ausgangsstoff wiederverwendet werden.

Kunststoffabbau verstehen und kontrollieren:
Um die langfristigen Umweltauswirkungen von Kunststoffen zu reduzieren, müssen für einige Anwendungen ökologisch abbaubare Kunststoffe entwickelt werden. Dazu ist wesentlich, zu verstehen, wie Kunststoffe in einem breiten Spektrum von Umgebungen vollständig zu unkritischen kleinen Molekülen abgebaut werden und welchen Einfluss z. B. Feuchtigkeit, pH-Wert und Organismen darauf haben. Um neue Materialien zu entwickeln, die wiederverwertbar und umweltverträglich abbaubar sind, ist weitere Forschung notwendig. Ökologisch abbaubare Kunststoffe müssen zudem in Leistung und Kosten wettbewerbsfähig sein. Für die Umsetzung sehen die Wissenschaftler/-innen eine Integration von technischen Disziplinen als unerlässlich.

Das White Paper findet sich unter: http://www.gdch.de/veranstaltungen/sonderveranstaltungen/cs3.html.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh)

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