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Entstehung von Thrombose - Welche Rolle spielen Rezeptoren des angeborenen Immunsystems?

Entstehung von ThromboseWelche Rolle spielen Rezeptoren des angeborenen Immunsystems?

Bei bakteriellen Infektionen reagiert das körpereigene Immunsystem oft über das erforderliche Maß hinaus: Es bekämpft bakterielle Infektionen häufig durch Bildung eines Thrombus (Blutgerinnsel). Die angeborene Immunität schädigt damit potenziell den menschlichen Organismus, weil daraus Folgeerkrankungen wie zum Beispiel ein Schlaganfall entstehen können.

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Thromboseforscher

Die Thrombusentwicklung ist auf eine Überaktivierung des Blutgerinnungssystems zurückzuführen. Doch wie läuft dieser Prozess ab? Und welchen Einfluss könnten aktivierte angeborene Immunrezeptoren auf die Funktion von Blutplättchen haben? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines aktuellen Forschungsprojekts der Juniorgruppe von Dr. Christoph Reinhardt am Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz. Ergebnisse dieses Forschungsprojekts können dazu beitragen, neue Interventionsstrategien zur Behandlung der Arteriellen Thrombose und insbesondere des Schlaganfalls zu entwickeln. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert dieses Projekt mit rund 100000 Euro.

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Bei einer Thrombose bildet sich in einem gesunden oder vorgeschädigten Blutgefäß ein Blutgerinnsel und verengt oder verstopft das Gefäß. Gefährliche Komplikationen einer Thrombose sind der Herzinfarkt, die Lungenembolie oder der Schlaganfall, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen können.

In ihrem Forschungsprojekt mit dem Titel „Rolle von Toll like Rezeptor-2 bei der arteriellen Thrombozytenadhäsion“ untersuchen Dr. Christoph Reinhardt und Dr. Sven Jäckel vom CTH die durch Mikroorganismen hervorgerufenen Mechanismen, die zur Thrombusentwicklung führen können. Dabei wollen sie unter anderem herausfinden, ob die bakterielle Aktivierung angeborener Immunrezeptoren – wie der Toll like Rezeptor-2 und seine Signalmechanismen – Blutplättchen in ihrer Funktionsweise beeinflusst. Ziel ist es, die beteiligten Signalwege zu identifizieren, die dazu beitragen, dass es zu einer Thrombozytenadhäsion (Adhäsion bezeichnet Anhaftung) kommt.

„Die Förderung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung wird es dem CTH-Juniorgruppenleiter Christoph Reinhardt und seinem Kollegen Sven Jäckel ermöglichen, ein vielversprechendes und innovatives Forschungsfeld zu erschließen“, sagt der Wissenschaftliche Direktor des CTH, Univ.-Prof. Dr. Wolfram Ruf, und fügt hinzu: „Dass Bestandteile des angeborenen Immunsystems die Entstehung von Thrombosen begünstigen, haben wir seit langem gewusst. Nun ist es entscheidend, die zellspezifische Wirkung dieser Signalwege besser zu verstehen, um darauf aufbauend effektive pharmakologische Interventionsstrategien entwickeln zu können. Genau da setzt dieses Forschungsprojekt an.“

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Ruf
Wissenschaftlicher Direktor des CTH
Universitätsmedizin Mainz
E-Mail: ruf@uni-mainz.de
Internet: www.cth-mainz.de

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