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HPLC-TippDer HPLC-Tipp

Geisterpeaks beim Blindgradienten

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von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Der Fall

Es ist Usus, vor einem Gradientenlauf einen ,,Blindgradienten" zu fahren. Sollte nun bei diesem Testlauf die Drift auffallend stark sein oder sollten gar ,,Geisterpeaks" erscheinen, besteht Handlungsbedarf, denn: Wir haben es hier mit Kontaminationen zu tun. Wie könnte man jetzt den Herkunftsort der Kontamination ausfindig machen?

Die Lösung

1. Man verlängere die Equilibrierzeit vor der nächsten Injektion. Wird ein vorher festtgestellter ,,Geisterpeak" größer oder nimmt die Drift zu, so liegt das Problem in der wässrigen/wasserreichen Phase. Knüpfen Sie sich die Reinheit des Wassers und von eventuellen Zusätzen vor: Wasser mit UV-Licht bestrahlen, falls Algen im Spiel sind, Patrone(n) aus der Milli-Q-Anlage erneuern, anderes Wasser ausprobieren, an ein anderes Spülmittel für die Spülmaschine denken usw.

2. Wird ein ,,Geisterpeak" bei einem zweiten Lauf kleiner? Die Verunreinigung befindet sich auf der Säule oder sonst irgendwo im Gerät, die Devise lautet hier: Nach dem Trennlauf länger/gründlicher spülen! Wenn der ,,Dreck" sich außerhalb der Säule befindet, dann häufig in der Spritze/am Einspritzblock des Probengebers.

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Empfohlene Vorgehensweise:

• Blindgradient mit ,,Null-Injektion". Geisterpeak zu sehen? Kapillaren und Detektorzelle reinigen.

• Blindgradient mit ,,Eluent-Injektion". Geisterpeak zu sehen? Spritze/Einspritzblock reinigen, am besten mit: NH3 conc., 0,1 N HNO3, Aceton, Isopropanol, Tetrahydrofuran, Ether. Kaum eine Verunreinigung hätte hier noch eine Chance, an irgend einer Oberfläche sich fest zu halten.

Übrigens: Direkt nach einem Dichtungswechsel erscheinen häufig ,,Geisterpeaks", die aber schnell wieder verschwinden.

Das Fazit

Es ist sinnvoll, zuerst den Ort einer vermeintlichen Kontamination zu suchen. Man kann dann gezielt das entsprechende Modul reinigen und bräuchte nicht auf gut Glück die ganze Anlage mit Acetonitril zu spülen.

ã by Stavros Kromidas
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