DAkkS-akkreditierte Kalibrierungen transparent gemacht

Das gläserne Labor

Präzise Messergebnisse und entsprechend verlässliche Messmittel sind heute in allen Bereichen der Fertigung von entscheidender Bedeutung – nicht allein aus Gründen der Funktionalität, sondern auch hinsichtlich der Normkonformität, Qualitätssicherung und internationalen Vergleichbarkeit.

Bei DAkkS-Kalibrierungen haftet das Kalibrierlabor für den Kalibrierschein. Somit ist der Kunde normkonform und audit-sicher, wodurch das Risiko von Regressansprüchen deutlich reduziert ist. (Bild: Melutec Metrology)

Nach der Verschärfung der Regelungen zur Rückführbarkeit von Kalibrierungen im August 2016 werden die neuen Vorgaben lediglich durch DAkkS-akkreditierte Kalibrierungen erfüllt. Das verlässliche Verfahren wird durch das Kalibrierlabor Melutec Metrology veranschaulicht: Auf der Control 2017 können Besucher unter dem Motto „Das gläserne Labor“ erstmals Messeinrichtungen im klimatisierten Glaskasten live mitverfolgen. Kalibriert werden Messschieber, Bügelmessschrauben, Messuhren, Feinzeiger, Fühlhebelmessgeräte und Plangläser. Die Besucher sind eingeladen, eigene Kalibrierungsgegenstände mitzubringen. Die Messe findet vom 9. bis 12. Mai in Stuttgart statt.

DAkkS-akkreditierte Kalibrierungen sind in vielen Fertigungsbereichen gefragt – und für weite Bereiche der Messtechnik sind qualifizierte Dienstleister vorhanden, für die die Akkreditierung selbst kein unüberwindliches Hindernis darstellt. „Im Grunde ist die Umstellung einfach, man muss sich nur dazu aufraffen“, bestätigt Kai Welle, Geschäftsführer der Melutec Metrology GmbH. Auf das Kalibrierlabor, das sich DAkkS-akkreditieren lassen möchte, kommen lediglich einmalige Kosten zu. Trotzdem haben sich erst wenige Einrichtungen zu diesem Schritt durchgerungen.

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Eines der Vorreiter-Labore ist Melutec, welches akkreditierte Kalibrierungen für 64 verschiedene Messgrößen im stationären Labor sowie 27 vor Ort besitzt, hauptsächlich im Bereich der dimensionellen Messtechnik, aber auch für Temperatur, Drehmoment, Waagen und Feuchte. Für April 2017 hat Melutec 20 weitere Akkreditierungen beantragt, unter anderem für die Kalibrierung von Neigungsmessgeräten, für die es in Deutschland bisher noch keinen Dienstleister gibt. Dieses weite Angebot an akkreditierten Messgrößen kommt daher, dass sich Melutec bewusst für die Erweiterung des Leistungsspektrums entschieden hat. „Natürlich muss man im Rahmen der Akkreditierungsbestrebungen investieren, vor allem in Schulungen für das Personal und meist auch in die Technik, aber davon profitiert das Unternehmen selbst als allererstes. Wir haben sogar noch im Warenein- und -ausgang sowie im Service Verbesserungen festgestellt. Vor allem aber schafft man sich damit eine verlässliche und abgesicherte Verfahrensstruktur“, erklärt Welle.

Normkonform und Audit-sicher
So zahlreich wie die Anwendungsgebiete, so einmalig sind die Vorteile für das Unternehmen, das sich dafür entscheidet, eine DAkkS-Kalibrierung in Anspruch zu nehmen. Unter anderem haftet das Kalibrierlabor für den Kalibrierschein. Somit ist der Kunde normkonform und Audit-sicher, wodurch das Risiko von Regressansprüchen deutlich reduziert ist. Dieses Plus an Sicherheit muss nicht teurer sein, wie etwa das Kalibrierlabor Melutec zeigt, bei dem der Preis für die akkreditierte Kalibrierung ebenso niedrig ausfällt wie zuvor für die nicht-akkreditierte. „Wir arbeiten in beiden Fällen gleich sorgfältig und nutzen dieselben Prozesse, die – wenn man korrekt vorgeht – auch gleich aufwändig sein sollten. Deshalb halten wir es nicht für gerechtfertigt, die DAkkS-Scheine teurer zu machen“, so Welle.

Die aktuellen Entwicklungen unterstützen diese Sicht: Seit der Verschärfung der Rückführungspraxis durch die DAkkS scheint die Nachfrage nach akkreditierten Kalibrierungen zu steigen, gleichzeitig nähern sich die Preise allmählich dem Werkskalibrierschein-Niveau an. „Die Industrie begrüßt die striktere Rückführungspolitik unserer Erfahrung nach sogar in weiten Teilen, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten stärkt, das Risiko von Regressansprüchen reduziert und einen höheren Grad an Normkonformität verspricht – und die Ansprüche, gerade was letzteres betrifft, steigen in praktisch allen Branchen“, erklärt sich der Kalibrierexperte das stetig steigende Interesse an den DAkkS-akkreditierten Leistungen seines Labors.

Wie genau so eine DAkkS-Kalibrierung vonstattengeht, kann nun im „gläsernen Labor“, einem klimatisierten Glaskasten auf der Control 2017 in Halle 3 live bestaunt werden. Kalibriert werden Messschieber, Bügelmessschrauben, Messuhren, Feinzeiger, Fühlhebelmessgeräte und Plangläser. Besucher sind eingeladen, eigene Kalibrierungsgegenstände mitzubringen. Für erste Gespräche und konkrete Anfragen steht der Geschäftsführer von Melutec, Kai Welle, und der Leiter IT/Entwicklung, Martin Herold, zur Verfügung.

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