Management

Alexandra Knauer Unternehmerin des Jahres

Anfang Mai wurde in Berlin der "Prix Veuve Clicquot 2010" verliehen. Die Ehrenjury aus elf namhaften Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Industrie und Medien wählte Alexandra Knauer zur diesjährigen Gewinnerin des Unternehmerinnenpreises.

Der "Prix Veuve Clicquot" ist ein Ehrenpreis, der international großes Renommée und Anerkennung erlangte. Der "Prix Veuve Clicquot für die Unternehmerin des Jahres" wurde zum 25. Mal in Deutschland verliehen. Mit dem zu Ehren der Unternehmerin Madame Clicquot in Frankreich gegründeten Preis werden weltweit in 18 Ländern Business-Frauen für ihren unternehmerischen Elan, ihren Wagemut, ihre Risikobereitschaft und ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Diese Attribute begründeten im 19. Jahrhundert den unternehmerischen Erfolg der Witwe Clicquot. Der "Prix Veuve Clicquot" wurde 1972 in Frankreich ins Leben gerufen und wird seit 1984 auch in Deutschland verliehen.

Die diesjährige Preisverleihung stand besonders im Zeichen von Corporate Social Responsibility (CSR). Dieses Thema hat beim berühmten Champagner-Haus hohe Priorität und spielt im Unternehmensprofil von Alexandra Knauer eine wichtige Rolle. Ganzheitliches Engagement für die Gesellschaft und die Mitarbeiter steht bei allen ihren Aktivitäten im Vordergrund. Die 44-jährige Unternehmerin leitet in Berlin-Zehlendorf die Firma "Wissenschaftliche Gerätebau Dr. Ing. Herbert Knauer GmbH", in der mehr als 100 Angestellte High-Tech-Analysengeräte für Wissenschaft und Forschung entwickeln und fertigen, gemeinsam mit Dr. Alexander Bünz. Das Unternehmen Knauer ist der älteste deutsche Hersteller von Osmometern und HPLC-Systemen und exportiert in 70 Länder.

Anzeige

Unternehmerische Verantwortung

Die Firma Knauer kann am 1. Oktober 2010 ihr 48-jähriges Bestehen feiern. Diplom-Kauffrau Alexandra Knauer, die seit 1995 Geschäftsführerin und seit 2000 Alleineigentümerin der Firma ist, stellte sich der schwierigen Aufgabe, die langjährige Tradition des Unternehmens zu wahren und gleichzeitig Neues (UHPLC sowie Systeme und druckstabile Glassäulen für die Bioanalytik) zu entwickeln, um sich am international stark umkämpften Markt für Laborgeräte erfolgreich zu behaupten. Die Jury würdigte, dass Alexandra Knauer einem seinerzeit wenig konkurrenzfähigen Familienunternehmen ebenso entschieden wie behutsam ein international wettbewerbfähiges Top-Unternehmen geformt hat. Dabei beschränkte sie sich nicht auf den wirtschaftlichen Aspekt der Modernisierung, sondern richtete die Firma auch in anderen Bereichen, wie sozialen und die Umwelt betreffenden Entscheidungen nachhaltig und umfassend auf die Zukunft aus. Sie bewegt sich in der Laborgerätebranche in einem männlich dominierten Umfeld, agiert erfolgreich in einem umkämpften und von starken Anbietern geprägten Markt und zeigt dabei überdurchschnittliches soziales und ökologisches Engagement. Besonders imposant ist der hohe Frauenanteil in diesem innovativen Unternehmen. Eine exzellente Visitenkarte, um Frauen für wissenschaftliche Berufe zu begeistern. Wichtiger Teil des Erfolgs ist die Vielfalt in der Zusammensetzung der Belegschaft. Gemeint ist nicht nur eine Vielfalt der Qualifikationen (50 % der Belegschaft mit akademischer Ausbildung), sondern auch der Generationen und Kulturen. Alexandra Knauer sagt dazu einfach: "Die Mischung macht's." Eine Kombination aus frischem Wind und Kontinuität im Unternehmen ist ihr wichtig. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig Spaß an der Arbeit zu haben, legt sie großen Wert auf Weiterbildungen und Schulungen; Innovationen und gute Ideen werden gefördert. Durch perfekte Zusammenarbeit aller wird ein hervorragendes Betriebsklima und Geschäftsergebnis erreicht. So kann das Unternehmen von Banken unabhängig und profitabel bleiben.

Soziales Engagement

Die Preisträgerin, selbst Mutter einer siebenjährigen Tochter und eines zehnjährigen Sohnes, achtet in ihrem Unternehmen darauf, dass Mitarbeiterinnen mit Kindern die nötige Unterstützung erhalten, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Dies geschieht z.B. durch Zahlung von Geburtsbeihilfen oder Teilübernahme von Kita-Kosten. Auch Väter nutzen nach der Geburt die Möglichkeit der Elternzeit. Außerdem wurde 2009 ein liebevoll eingerichteter "Kinder-Raum" zur Verfügung gestellt, in dem Eltern ihre Kinder bei Bedarf unterbringen können. Mitarbeiter bieten sich freiwillig an, die Betreuung der Kinder stundenweise zu übernehmen. Dies ist eine "betriebliche Kinderbetreuung" von Kollegen für Kollegen. Dieser Raum ist nur einer von vielen Neugestaltungsbeispielen im und am Haus Knauer, die unter dem Leitmotiv der "CSR" von Frau Knauer ins Leben gerufen wurden.

Weiterhin gehört die Komplettmodernisierung des Produktionsgebäudes im Hegauer Weg mit Wärmedämmung und Dachbegrünung zu den Neuerungen, die, wie auch die Nutzung von Öko-Strom und der Einsatz von Öko-Papier das umweltbewusste Streben von KNAUER widerspiegeln. Der KNAUER-Garten ist für die Mitarbeiter ein Ort der Erholung und Inspiration. Je nach Jahreszeit werden die Mitarbeiter mit Erdbeeren, Obst und Salat aus eigenem Anbau verpflegt. Gesundheit und Zufriedenheit sind für ein gutes Arbeitsumfeld sehr wichtig. Aus diesem Grund werden auch regelmäßig Inhouse-Kochevents veranstaltet (Kollegen kochen für Kollegen) sowie kostenfreie Sportkurse im Haus angeboten. Eine kontinuierliche Informationsvermittlung über die Umsatz- und Gewinnentwicklungen der Firma und eine Beteiligung der Mitarbeiter am Jahreserfolg sind weitere Maßnahmen, auf die im Unternehmen Wert gelegt wird.

Soziales Engagement setzt Alexandra Knauer privat und beruflich um. Unterstützung der Caritas, Brot für die Welt, Plan International, etc. sind nur einige ihrer lokalen und internationalen Hilfsmaßnahmen. Ein wichtiges Anliegen ist für Alexandra Knauer die Gleichstellung von Frauen. In diesem Zusammenhang öffnet das Unternehmen KNAUER regelmäßig am Mädchenzukunftstag "Girls' Day" die Türen, um Schülerinnen für technische und bisher eher typische Männerberufe zu begeistern. In ihrer Eigenschaft als Schirmherrin des größten bezirklichen Berliner-Netzwerkes "Connecting Women" gibt Knauer ihre Erfahrungen als Unternehmerin weiter. Alexandra Knauer ist Mitglied des Kuratoriums der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung (BAM), des Wirtschaftsausschusses der IHK, des Vereins Berliner Kaufleute sowie Gründungsmitglied und Beirat des Vereins Berlin-Südwest.

Der "Prix Veuve Clicquot"

Obwohl in der heutigen deutschen Wirtschaft zahlreiche weibliche Führungskräfte anzutreffen sind, sind dennoch die aktuellen Zahlen alles andere als zufriedenstellend: In Deutschland sind zwar knapp 45 % der Erwerbstätigen Frauen, dennoch macht der Anteil der Frauen in Führungspositionen lediglich 11 % aus, im Top-Management sind es nur 4 %. Frauen verdienen in vergleichbaren Positionen rund 25 % weniger als Männer. Deshalb müssen erfolgreiche Geschäftsfrauen in der Öffentlichkeit Förderung und Anerkennung finden - als Ermutigung für andere.

Dieses Ziel verfolgt der "Prix Veuve Clicquot für die Unternehmerin des Jahres". Den Unternehmerinnen bietet er eine Plattform für neue Kontakte zum Markt, zu den Medien, zu Meinungsbildnern, potentiellen neuen Kunden und Mitarbeitern und der breiteren Öffentlichkeit. Jede Preisträgerin nimmt an einem jährlich im Herbst stattfindenden internationalen Treffen in Reims (Frankreich) teil. Die mit dem "Prix Veuve Clicquot" ausgezeichneten Frauen aus allen Ländern treffen sich zum privaten und beruflichen Austausch und werden somit Mitglied des internationalen Netzwerkes aller von Veuve Clicquot weltweit seit 1972 ausgezeichneten Unternehmerinnen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

Integriertes Datenmanagement

Ihre im Labor erzeugten Daten können Sie sicher und strukturiert in einem System sammeln. NEC und labfolder bieten ein Mittel für die effiziente Verwaltung großer wissenschaftlicher Datensätze an.

mehr...
Anzeige

Schwächen im Job

Abbauen oder ignorieren?

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Doch wie gehen wir mit unseren Schwächen um? Sollen wir sie ignorieren und uns auf den Ausbau unserer Stärken konzentrieren? Das kommt darauf an – meint unser Autor.

mehr...
Anzeige
Anzeige

Highlight der Woche

Integriertes Datenmanagement
Die Herausforderung bei der Digitalisierung des Laboralltags besteht im Wechsel von Papierlaborbüchern und Computerdateien zu einer Datenmanagementsoftware, die große Datensätze strukturiert innerhalb eines einzigen Systems sammelt.

Zum Highlight der Woche...

Führen 4.0

12 Thesen zum Führen in digitalen Zeiten

Digitalisierung hin oder her: Auch künftig werden Führungskräfte Menschen – und keine Maschinen und Algorithmen – führen. Das sollten sich Führungskräfte immer wieder ins Bewusstsein rufen. Dann gelingt ihnen auch das Führen im digitalen Zeitalter.

mehr...