Tagungsbericht

Roadshow Mikrofluidik 2013

Flow Chemistry in der industriellen Anwendung

Der VDMA Micro Technology und namhafte Hersteller von Systemkomponenten veranstalteten gemeinsam am 18. Juni in Rheinfelden nahe Basel die Roadshow Mikrofluidik 2013. Praxisorientierte Fachvorträge, Übersichtsreferate und eine Produktausstellung zum Thema Flow Chemistry standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Die Pausen zwischen den Vorträgen wurden intensiv genutzt, um Kontakte zu pflegen und sich über die neuesten Entwicklungen der ausstellenden Firmen zu informieren (Foto: J. Wagner).

Das Ziel der Roadshow Mikrofluidik 2013 bestand darin, Anwendern mikrofluidischer Komponenten und Systeme deren nachhaltige und wirtschaftliche Einsatzpotenziale aufzuzeigen und sie bei der Entwicklung und Herstellung von Produkten bzw. bei der Umstellung von Produktionsprozessen in Richtung Effizienzsteigerung zu unterstützen. Denn Flow Chemistry Equipment ist modular, flexibel und effizient.

Die Roadshow richtete sich daher insbesondere an Entscheider, Systementwickler und Anlagenbauer der Chemie- und Pharmabranche. Parallel zur Veranstaltung fand eine Produktausstellung verschiedener Unternehmen statt, die eine ideale Plattform für Gespräche zu kundenspezifischen Anwendungen und Problemstellungen bot.

Knapp 50 Teilnehmer konnte Dr. Ing. Thomas Weisener, HNP Mikrosysteme (Schwerin), der die Veranstaltung moderierte, im Namen des VDMA Micro Technology in Rheinfelden zur Roadshow begrüßen. Nach einer kurzen Einführung stellte er als ersten Referenten Prof. Dr. Thorsten Röder, Hochschule Mannheim (Institut für chem. und elektr. Verfahrenstechnik), vor, der in seinem Vortrag verschiedene Aspekte der Mikroreaktor-Technologie beleuchtete. So etwa eine Betrachtung von Mischeffizienz, Temperaturprofilen, Verweilzeitverhalten, die Möglichkeiten einer automatischen Prozessoptimierung, Scale-up, u.v.a.m.

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Die beiden nächsten Vorträge befassten sich mit dem Thema "Rohrleitungssysteme und Oberflächenbehandlung". Martin Neth von der Dockweiler AG (Neustadt-Glewe) wies auf die speziellen Anforderungen solcher Systeme hin wie etwa perfekte Schweißnähte, die Vermeidung von Toträumen, die Reinheit und Oberflächenbeschaffenheit des Rohrinneren, etc. All dies hat schließlich einen entscheidenden Einfluss auf die Korrosionsbeständigkeit, das Adsorptions- sowie das Reinigungsverhalten. Benedikt Henkel und Christian Hartmann, Henkel Lohnpoliertechnik (Neustadt-Glewe), erläuterten anschließend technische Verfahren zur Oberflächenbehandlung und zeigten deren Einfluss auf Topographie, Morphologie und Energieniveau der jeweiligen Materialoberflächen auf. Ergänzend wurden Methoden zur exakten Bestimmung der Oberflächenbeschaffenheit vorgestellt.

"Magnetventile in der Mikrofluidik" lautete das nächste Thema, über das Hermann Zingsheim, Bürkert GmbH (Ingelfingen) berichtete. Der Referent stellte verschiedene Magnetventile und Mikro-Dosiereinheiten vor sowie einige damit realisierte mikrofluidische Systeme.

Dr. Horst Ammon, Lauda Dr. R. Wobser (Lauda-Königshofen), ging auf Probleme und Lösungen in Sachen Wärmetransfer in Mikroreaktoren ein. Unter anderem zeigte Dr. Ammon, wie wichtig die Auswahl des geeigneten Wärmeträgermediums ist.

"Industrial Reactors for Process Development in Flow" standen im Focus des Vortrages von Dr. Dominique Roberge, Lonza (Visp, Schweiz). Der Referent stellte verschiedene mikrofluidische Module vor, die zum Teil in Zusammenarbeit mit der Firma Ehrfeld Mikrotechnik BTS entstanden sind und bei Lonza zum Einsatz kommen. Solche Module waren auch Thema des Vortrags von Stephanie Peschke, Ehrfeld Mikrotechnik BTS (Wendelsheim). Die Module für den Labormaßstab zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie dem Anwender eine unkomplizierte Variation der Prozessparameter ermöglichen. Sogenannte Interface-Module erlauben ein Scale-up. Peschke stellte Anwendungsbeispiele vor und ging in ihrem Vortrag "High Performance Flow Systems" auch auf ökonomische Aspekte ein.

Pumpen spielen eine entscheidende Rolle in der industriellen Mikrodosierung. Wie man hier die richtige findet bzw. was man bei der Auswahl beachten muss, erläuterte Dr. Philipp Adryan von der Firma HNP Mikrosysteme (Schwerin). Wie sich der Durchfluss in der Flow Chemistry messen und regeln lässt zeigten Michael Hoenscheid und Dirk Helpertz (beide Westphal Mess- und Regeltechnik Vertriebs GmbH, Haan) und Prof. Dr. Werner Zang (HiTec Zang GmbH, Herzogenrath) erläutete die Durchführung multivariater Experimente in mikrostrukturierten Reaktoren und deren Automatisierung. Prof. Zang ging in seinem Vortrag auf die verschiedenen Komponenten ein, die zur Durchführung solcher Experimente benötigt werden - also vom Autosampler über die Reaktortechnik bis hin zur Analytik sowie Steuer- und Auswertesoftware.

In den Pausen hatten die Besucher der Roadshow die Möglichkeit, an kleinen Ausstellungsständen das Produktangebot verschiedener Hersteller in Augenschein zu nehmen. So gab es am Stand von Bürkert Ventile, Aktoren und Sensoren zu sehen, während Ehrfeld Mikrotechnik BTS Reaktoren und Mischer zeigte. Die Firma HNP Mikrosysteme stellte ihre Mikrozahnringpumpen vor.

Weitere Stände präsentierten Rohrsysteme aus Edelstahl (Dockweiler), Oberflächenbehandlung (Henkel Beiz- und Poliertechnik), Automatisierungssysteme (HiTec Zang), Temperiertechnik-Systeme (Lauda Dr. R. Wobser) sowie Durchfluss-MSR-Technik (Westphal). jw

VDMA - Fachverband Micro Technology

Der VDMA Micro Technology ist ein von ca. 50 Industrieunternehmen getragener Fachverband im VDMA. Die Mitgliedsunternehmen sind in den vielfältigen Märkten für Mikrokomponenten und den speziellen Märkten für Mikroproduktionsanlagen und -maschinen tätig.

Ziel des VDMA Micro Technology ist, die Mitgliedsunternehmen dabei zu unterstützen, die im internationalen Vergleich vorhandenen technischen Stärken in Markterfolge umzusetzen. Der weltweite Wettbewerb um die Zukunftsmärkte der Mikrotechniken erfordert Informationen über die internationale Entwicklung. Gleichzeitig sind auf dem Gebiet der Mikrotechniken zusammenhängende Informationsplattformen noch nicht so entwickelt wie bei etablierten Branchen. Es fehlt häufig an Wissen über Prozess- und Wertschöpfungsketten.

Über das Netzwerk VDMA stehen den Mitgliedern Plattformen für den Dialog mit Kollegen aus anderen Industriebranchen zur Verfügung. Auch mit neuen Wissensgebieten wie der Nanotechnologie oder den Wissenschaften führt der VDMA Micro Technology den Dialog.

Weitere Informationen zum Fachverband Micro Technology findet man im Internet unter www.vdma.org/microtechnology.

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