Analytica 2026
Laborbranche zwischen Wachstum, Digitalisierung und strukturellem Wandel
Es sind Zahlen, die sich gut lesen: 1.135 Aussteller, 40 Länder, rund 35.000 Besucher aus 115 Nationen. Die Analytica 2026, die vom 24. bis 27. März in München stattfand, verzeichnete einen Anstieg bei Ausstellern und Besuchern und bestätigte damit ihre Rolle als zentrale Plattform der internationalen Laborbranche. Damit wurde gegenüber der Vorveranstaltung ein Zuwachs erzielt. Der internationale Anteil betrug auf Ausstellerseite 56 Prozent, auf Besucherseite etwa 40 Prozent.
Inhaltlich standen Entwicklungen im Bereich Labortechnik, Analytik und Biotechnologie im Vordergrund. Ein wiederkehrendes Thema in Ausstellungen, Fachgesprächen und im Rahmenprogramm war die Transformation hin zu digitalisierten, automatisierten und nachhaltig ausgerichteten Laborprozessen. Dabei nahm insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine zentrale Rolle ein.
„Mit einem spürbaren Zuwachs bei Besuchern und Ausstellern sowie einem hohen internationalen Anteil der Teilnehmer hat die Analytica 2026 erneut ihre Stellung als Weltleitmesse bewiesen“, sagt Dr. Reinhard Pfeiffer, Geschäftsführer der Messe München. „Sie hat einmal mehr die Dynamik und Innovationskraft einer Branche sichtbar gemacht, die essenzielle Grundlagen für Wachstumsfelder wie Lebensmittel- und Qualitätskontrolle, Life Sciences und Umwelttechnik liefert.“
Auch aus Sicht der Messeorganisation wurden die inhaltlichen Schwerpunkte gezielt gesetzt. „Die Analytica 2026 hat im Ausstellungsbereich, in der Konferenz und im Rahmenprogramm die wichtigsten Branchenthemen konsequent aufgegriffen. Damit ist sie eine einzigartige Plattform, um Trends greifbar zu machen, Fachwissen zu vermitteln und Orientierung für die Zukunft des Labors zu bieten“, ergänzt Exhibition Director Susanne Grödl. „Die positive Resonanz von Ausstellern und Besuchern zeigt, dass wir damit einen Nerv getroffen und wichtige Impulse für die Branche gesetzt haben.“
Rückmeldungen aus der Industrie
Die Ausstellenden berichteten von einer hohen Besucherfrequenz und intensiven Fachgesprächen. Dr. Gunther Wobser, Geschäftsführender Gesellschafter von Lauda Dr. R. Wobser und neuer Fachbeiratsvorsitzender der Analytica, resümiert: „Die Analytica 2026 hat ihre Position als wichtigster internationaler Branchentreff erneut eindrucksvoll bestätigt.“
Sylveer Bergs, Geschäftsführer Thermo Fisher Dreieich, verweist auf die thematische Bandbreite: „Sie präsentiert High-End-Analytik, integrierte Life-Sciences-Workflows, digitale und automatisierte Labore sowie nachhaltige Anwendungen, und spiegelt damit den Wandel hin zu vernetzten, datengesteuerten End-to-End-Lösungen wider.“
Auch aus Verbandssicht wird die Entwicklung trotz eines angespannten Marktumfelds positiv bewertet. Mathis Kuchejda, Geschäftsführer von Schmidt + Haensch und Vorsitzender der Analysen, Bio- und Labortechnik beim Branchenverband Spectaris, ergänzt: „Trotz eines zuletzt herausfordernden Marktumfelds ist die Stimmung in der Branche von Optimismus geprägt – getragen von der hohen Innovationskraft und den langfristig positiven Perspektiven.“ Für den globalen Labormarkt wird in den kommenden Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von etwa fünf Prozent erwartet. Als wesentliche Treiber gelten Automatisierung, Robotik sowie Investitionen in Life Sciences, Pharmaforschung und Umweltanalytik.
Rahmenprogramm und Schwerpunktthemen
Das Rahmenprogramm griff zentrale Entwicklungen der Branche auf und vermittelte diese in unterschiedlichen Formaten. Dazu zählten Vorträge, Diskussionsrunden sowie praxisorientierte Demonstrationen. Besonderes Interesse fanden die Live-Vorführungen im Rahmen der Special Show Digital Transformation.
Organisator Felix Lenk, Geschäftsführer von SmartLab Solutions, erklärt: „Die Begeisterung der Messebesucher war nicht nur während der Live-Demos zu spüren, sondern zeigte sich auch in den vielen hundert Einzelgesprächen zu den Themen KI, Digitalisierung, Automatisierung und Robotik.“
Im sogenannten Live Lab wurden typische Arbeitsabläufe aus dem Laboralltag demonstriert. Ergänzend dazu befasste sich das Forum Lab Safety mit Sicherheitsaspekten im Labor, unter anderem durch Experimentalvorträge. Der Jobday am letzten Messetag richtete sich an Berufseinsteiger und diente der Information über Karrieremöglichkeiten sowie dem Austausch mit Unternehmen.
Analytica conference
Die begleitende Analytica conference verzeichnete mehr als 2.000 Teilnehmer und diente dem fachlichen Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie. „Analytik ist die Basis allen Wissens. Das wurde auf der Analytica conference einmal mehr deutlich, die im Rahmen der Analytica alle zwei Jahre Industrie und Academia vernetzt“, sagt Prof. Gertrud Morlock von der Justus-Liebig-Universität Gießen, die einen Vortrag über ein nachhaltiges Miniatur-Laborsystem hielt.
Nach Einschätzung der Veranstalter hat sich die Konferenz international etabliert. „Die Analytica conference ist inzwischen eine der weltweit bedeutendsten wissenschaftlichen Konferenzen – das wurde uns in Gesprächen wiederholt zugetragen“, so Susanne Grödl.
Inhaltlich standen unter anderem das digitale und nachhaltige Labor im Fokus. Darüber hinaus behandelten einzelne Beiträge spezifische Fragestellungen, etwa den Nachweis von Designerdrogen in der Forensik, massenspektrometrische Verfahren zur Bestimmung der botanischen Herkunft von Honig sowie Analyseverfahren für historische Handschriften.
Strukturdaten und Ausblick
Die wichtigsten Ausstellerländer waren Deutschland, China, USA, Italien, Großbritannien und Nordirland, Niederlande, Schweiz, Frankreich, Indien und Spanien. Bei den Besuchern stellten nach Deutschland insbesondere Österreich, die Schweiz, Italien, Großbritannien und Nordirland, Frankreich, die Niederlande, die Türkei, Polen, Tschechien und die USA größere Gruppen.
Die nächste Analytica ist für den Zeitraum vom 25. bis 28. April 2028 angesetzt und wird erneut von der Analytica conference begleitet.
Quelle: Messe München GmbH










